Dr. Renate Dillmann analysiert in Wiesbaden, wie Medien Feindbilder schaffen – und warum kritisches Denken heute wichtiger denn je bleibt.
Es beginnt oft harmlos. Eine Schlagzeile hier, ein Kommentar dort. Ein Ton, der sich verändert, ohne dass man ihn sofort bemerkt. Am 22. April nimmt sich Dr. Renate Dillmann genau dieses leise Kippen vor – und dreht es laut auf.
Bürgerhaus Galatea-Anlage, kurz gefasst
Vortrag – Die Rolle der Medien auf dem Weg in die „Kriegstüchtigkeit“
Eintritt: frei
Wann: Mittwoch, 22. April 2026, 19:30 Uhr
Wo: Bürgerhaus Biebrich, Str. d. Republik 17-19, 65203 Wiesbaden
Zusammem mit der DFG-VK Mainz-Wiesbaden lädt Dr. Dillmann ins Bürgerhaus Galatea-Anlage. Dort zerlegt sie, was viele täglich konsumieren: Nachrichten. Und stellt die unbequeme Frage, ob Information manchmal eher Richtung vorgibt als Orientierung bietet.
Zwischen Information und Inszenierung
Dillmann greift nicht zur Moralkeule. Sie zeigt Beispiele. Sie nimmt Begriffe auseinander, die plötzlich schärfer klingen. Sie verfolgt, wie Medien auswählen, zuspitzen, wiederholen – bis aus Meldungen Meinungen wachsen.
Und plötzlich stehen sie im Raum: Feindbilder. Bedrohungen. Szenarien, die sich anfühlen wie Realität, obwohl sie konstruiert wirken. Wer zuhört, merkt schnell: Hier geht es nicht um Medienkritik im Elfenbeinturm. Hier geht es um Alltag. Um das Gefühl, dass die Welt gefährlicher wird – und man selbst nicht genau weiß, warum.
Angst, Wut und die große Vereinfachung
Der Vortrag trifft einen Nerv. Denn viele kennen dieses diffuse Gefühl: Die Welt scheint komplizierter, gleichzeitig aber seltsam vereinfacht. Schuldige tauchen schnell auf, Zusammenhänge verschwinden ebenso schnell.
Dillmann zeigt, wie genau diese Dynamik funktioniert. Wie Sprache lenkt. Wie Wiederholung überzeugt. Und wie am Ende eine Botschaft bleibt: Wir müssen uns wappnen. Gegen andere. Gegen innen. Gegen außen.
Ein Abend also, der nicht beruhigt. Aber aufklärt. Und genau deshalb lohnt.
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