Sie schreibt „Wer braucht noch Ritterromane und Soldatenlieder – die Zeit der Helden ist lang vorbei.“ Sie, das ist die neue Poetikdozentin Nora Bossong.

Am 22. Oktober hatte die Hochschule RheinMain verkündet, das Nora Bossong im Wintersemester 2018/19 als Poetikdozentin Seminare an der Wiesbadener Hochschule übernimmt. Am 12. November hat sie ihren zweiten Gedichtbann veröffentlich. Was liegt näher, als auch im Literaturhaus daraus vorzulesen.

Villa Clementine, kurz gefasst

Lesung – Kreuzzug mit Hund
Wann: Dienstag, 27. November 2018, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation) 
Eintritt: Der Eintritt ist frei

Moderation von der freien Literaturkritikerin Beate Tröger.

Am Dienstag liest die in Bremen geborene und Berlin lebende Schriftstellerin im Literaturhaus Wiesbaden  aus ihrem neuen Gedichtband „Kreuzzug mit Hund“ – ein Gedichtband, in de3m sich Bossong mit der Bürokratie und dem, was den Staat im Innersten zusammenhält auseinandersetzt.

Litarische Reise

In ihrem  Gedichtband reist Bossong von der deutschen Provinz übers Mittelmeer ins Heilige Land und weiter. Die ebenso poetischen wie politischen Texte bieten eine große Bandbreite an Ausdrucksformen, mit denen Europa und der Orient, Städte im Süden und die hiesige Provinz, die bösen Geister der Vergangenheit und die Gespenster der Gegenwart sprachlich eingefangen werden. Das Buch enthält neun Gedicht-Zyklen, von Kurzes Asyl bis Mysterien, die sich von unseren Gefilden bis in den Iran fortbewegen, auf lyrische Art der Kreuzzugsbewegung folgend.

„Ich gehöre nicht so zu den Optimisten. Ich würde mich Realistin nennen. Aber, wie das bei Pessimisten der Fall ist, die nennen sich dann immer Realisten.“ – Nora Bossong, Deutschlandfunk Kultur

Fast beiläufig werden Menschen, Orte, Traditionen in den Blick genommen und mit subtilem Humor und Feingefühl beschrieben, ohne ihnen ihre Geheimnisse zu nehmen. Bei aller Flüchtigkeit des Unterwegsseins halten Bossongs Gedichte Momente fest, in denen Formulare und Formblätter ebenso zum poetischen Material werden wie Naturstimmungen im urbanen Umfeld oder die Mythen ferner Länder.

„Einige Leute wachen auf und merken, dass nicht alles nur Party ist, und dass die Übersetzung der Political Party vielleicht mit Partei besser übersetzt ist als mit der ewigen Fete und Feier.“ – Nora Bossong, Deutschlandfunk Kultur

Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte in Berlin, Leipzig und Rom. Neben Gedichten und Romanen verfasst sie Essays und Reportagen. Zuletzt erschienen der Roman „36,9 Grad“ (2015) sowie die literarische Reportage „Rotlicht“ (2017). Nora Bossong wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis (2012), dem Kunstpreis Berlin (2011) und dem Roswitha-Preis (2016) ausgezeichnet.

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