Die Stadt aktualisiert ihre Radverkehrskarte: mehr Wege, bessere Übersicht, digital ergänzt. Wer radelt, plant jetzt schneller und genauer.
Manchmal braucht es keine große Vision, sondern ein gutes Blatt Papier – oder einen klugen Klick. Wiesbaden hat seine Radverkehrskarte neu aufgelegt und damit ein Werkzeug geschärft, das im Alltag oft mehr entscheidet als jede Debatte: für den richtigen Weg.
Das Tiefbau- und Vermessungsamt hat die mittlerweile fünfte Ausgabe überarbeitet. Vier Jahre lang hat die Stadt ihr Radwegenetz ausgebaut, Lücken geschlossen, Verbindungen ergänzt. Jetzt zieht die Karte nach – und zeigt, was sich verändert hat.
Mehr Wege, weniger Umwege
Wer die neue Karte aufschlägt, merkt schnell: Sie will nicht nur zeigen, sie will lenken. Alle Radverbindungen im Stadtgebiet sind eingezeichnet, dazu kommen Details, die im Alltag den Unterschied machen. Tempo-30-Zonen tauchen ebenso auf wie Einbahnstraßen, die Radfahrende in Gegenrichtung nutzen dürfen. Auch größere Abstellanlagen finden ihren Platz.
Das klingt nach Kleinigkeiten, ist aber entscheidend. Denn wer täglich pendelt, sucht nicht den schönsten, sondern den sinnvollsten Weg. Und wer am Wochenende losrollt, möchte wissen, wo es ruhig wird – und wo es spannend bleibt.
Analog kaufen, digital entdecken
Die Karte kostet 6,50 Euro und liegt in ausgewählten Buchläden aus. Wer lieber digital plant, klickt sich durch den „Digitalen Zwilling“ der Stadt oder das Geoportal. Dort bleibt die Karte nicht statisch: Sie verbindet sich mit zusätzlichen Informationen, zeigt Zusammenhänge, macht Planung dynamisch.
So wird aus einer klassischen Stadtkarte ein Werkzeug, das mitdenkt. Und das ist vielleicht die eigentliche Neuerung: Wiesbaden bringt Papier und Pixel zusammen.
Vom Pendeln bis zum Panorama
Die Rückseite der Karte erzählt eine andere Geschichte. Sie führt hinaus aus der Stadt, zeigt Verbindungen ins Umland und markiert touristische Routen. Der Blick geht Richtung Rhein und Main, streift Weinberge, folgt Flüssen. Wer lieber in den Norden fährt, findet Wege durch Wälder und entlang kleiner Bäche.
Auch bekannte Strecken tauchen auf: die Hessischen Radfernwege R3 und R6 oder der „Wiesbadener Rad-Achter“ mit seinen Schleifen. Sie verbinden Alltag und Ausflug – und machen deutlich, dass Radverkehr längst mehr ist als nur Fortbewegung.
Planung wird zur Einladung
Die neue Radverkehrskarte will nicht nur informieren, sie lädt ein. Sie zeigt Optionen, eröffnet Alternativen, macht Wege sichtbar, die man sonst vielleicht übersieht. Gerade darin liegt ihr Wert: Sie verändert nicht die Stadt, aber den Blick auf sie.
Und wer einmal einen neuen Weg entdeckt hat, weiß, wie schnell sich Gewohnheiten verschieben. Vielleicht ist genau das der eigentliche Fortschritt dieser Karte: Sie bringt Menschen dazu, einfach loszufahren.
Foto – Radverkehrskarte ©2026 LH Wiesbaden / Pixabay / Wiesbaden lebt!
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