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Marcelo Brodsky im Kunsthaus Wiesabden

Kunsthaus Wiesbaden zeigt „Memory in Action“

Das Kunsthaus Wiesbaden zeigt mit „Memory in Action“ ab dem 26. März Werke von Marcelo Brodsky, die Erinnerung sichtbar machen. 50 Jahre nach dem Militärputsch in Argentinien verwandelt der Künstler persönliche Verluste in eindringliche Bilder – und fordert dazu auf, Geschichte aktiv zu hinterfragen.

Kyra Intelliana 2 Tagen vor 0

Marcelo Brodsky bringt Erinnerung ins Bild. Seine Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden erzählt von Verlust, Widerstand und der Kraft des Erinnerns.

Das Kunsthaus Wiesbaden öffnet seine Räume für eine Ausstellung, die nicht nur zeigt, sondern bewegt. „Memory in Action: Marcelo Brodsky“ läuft vom 26. März bis zum 28. Juni. Die Ausstellung fordert das Publikum heraus, hinzusehen, nachzufragen, weiterzudenken.

Kunsthaus Wiesbaden, kurz gefasst

Ausstellung  – Memory in Action
Eintritt: frei
Wann: Donnerstag, 26. März bis Sonntag 28. Juni 2026
Vernissage: Mittwoch, 25. März 2026, um 19:00 Uhr
Wo: Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden

Bilder gegen das Vergessen

Marcelo Brodsky arbeitet nicht leise. Er greift ein, markiert, kommentiert. Seine Fotografien tragen Spuren von Erinnerung, von Verlust, von Widerstand. Besonders eindringlich wirkt sein international bekanntes Werk „Buena Memoria“. Darin blickt er auf ein Klassenfoto zurück – und macht sichtbar, wer fehlt. Namen tauchen auf, Linien verbinden, Farben schreien leise.

Der Anlass wiegt schwer: 50 Jahre nach dem Militärputsch in Argentinien erinnert die Ausstellung an eines der brutalsten Regime des 20. Jahrhunderts. Brodsky verliert selbst seinen Bruder. Er verwandelt persönliche Trauer in öffentliche Anklage – und in Kunst, die bleibt.

Zeugenschaft als künstlerische Praxis

Im Zentrum steht das ikonische Klassenfoto La Clase. Es zeigt Jugendliche, die lachen, hoffen, leben. Und doch wissen die Betrachtenden: Viele von ihnen verschwinden später, werden deportiert, ermordet. Brodsky greift dieses Bild auf, schreibt hinein, verändert es – und macht es zum Mahnmal.

Seine Arbeiten funktionieren wie offene Archive. Sie sammeln Beweise, erzählen Geschichten und stellen Fragen. Was bleibt von einer Generation? Wer erinnert? Und wer trägt Verantwortung?

Wiesbaden setzt ein Zeichen

Das Kunsthaus Wiesbaden knüpft mit der Ausstellung an seinen Schwerpunkt zur Erinnerungskultur an. Es verbindet lokale Perspektiven mit globalen Erfahrungen und zeigt, wie Kunst politische Räume öffnet. Kooperationen mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, der Heinrich-Böll-Stiftung und weiteren Partnern verstärken diesen Anspruch.

Begleitprgramm

Öffentliche Führungen mit Jessica Neugebauer-Boscheck, donnerstags am 9. April und 11. Juni um 18:00 Uhr; sonntags am 26. April um 15:00 Uhr und am 17. Mai um 14:00 und 16:00 Uhr .

Führungen für Schulklassen: Es werden Führungen ab der 9. Klasse angeboten. Anmeldung: bildende.kunst@wiesbaden.de. Führungen für seheingeschränkte und gehörlose Menschen auf Anfrage.

Kurze Nacht der Galerien und Museen am Samstag, 11. April, 19 bis 24 Uhr. Neben der Ausstellung sind auch die Ateliers im historischen Altbau geöffnet.

Lesung und Gespräch: Donnerstag, 21. Mai, 19.30 Uhr, Michael Roth liest aus „Zonen der Angst. Über Leben und Leidenschaft der Politik“, Moderation: Alexandra Eisen

Podiumsdiskussion: „Kampf gegen die Straflosigkeit – Argentiniens Militär vor Gericht“, Mittwoch, 17. Juni, 19 Uhr, Wolfgang Kaleck, Autor des Buches, Rechtsanwalt und Gründer des European Center for Constitutional and Human Rights, im Gespräch mit Michael Alvarez Kalverkamp, Representante Fundación Heinrich Böll Argentina/Uruguay/ Paraguay Oficina regional Buenos Aires (per Live-Zuschaltung).

Kuratoren-Führung: Donnerstag, 28. Mai, 18 Uhr, mit Prof. Dr. Márcio Seligmann-Silva.

Zur Eröffnung am 25. März sprechen Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl, der Künstler selbst und Kurator Prof. Dr. Márcio Seligmann-Silva. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Lesungen und Diskussionen vertieft die Themen.

Erinnerung, die in Bewegung bleibt

Diese Ausstellung verlangt Aufmerksamkeit. Sie lässt sich nicht nebenbei betrachten. Wer sich auf sie einlässt, verlässt den Raum anders, als er ihn betreten hat. Genau darin liegt ihre Kraft.

Foto – Motion Creativ Design ©2025 Thorsten Greiner

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