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Mehr Miteinander im Alter: AG 71 bündelt Kräfte in Wiesbaden

Mehr Miteinander im Alter: AG 71 bündelt Kräfte in Wiesbaden

Wiesbaden gründet die AG 71 und bringt erstmals zentrale Akteure der Altenarbeit an einen Tisch. Das neue Netzwerk will Angebote bündeln, Zusammenarbeit stärken und die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig verbessern – mit klarer Strategie, offenen Strukturen und viel praktischem Austausch.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Tagen vor 0

Mit der AG 71 vernetzt die Stadt ihre Altenarbeit neu. Akteure bündeln Kräfte, entwickeln Ideen und gestalten bessere Angebote für ältere Menschen.

Die Stadt Wiesbaden setzt ein Zeichen – und zwar eines, das leise beginnt, aber weit reichen sollte. Mit der Gründung der AG 71 bringt sie Menschen zusammen, die bislang oft parallel gearbeitet haben. Jetzt setzten sie sich an einen Tisch, tauschen sich aus, planen gemeinsam – und geben der Altenarbeit eine neue Richtung.

Rund 50 Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Kirchen und Verwaltung sind im Hilde-Müller-Haus zusammen gekommen. Sie haben nicht lange um den heißen Brei drumherum geredet, sondern sind direkt eingestiegen. Wer Angebote kannte, hat sie benannt. Wer Lücken erkannt hat, sprach sie an. So ist kein Protokoll für die Schublade entstanden, sondern ein Arbeitsprozess, der in Bewegung bleibt.

Ein Name, der verpflichtet

AG 71, der Name ist Programm. Die neue Arbeitsgemeinschaft trägt ihren Auftrag bereits im Titel. § 71 des Sozialgesetzbuchs bildet die Grundlage der kommunalen Altenhilfe. Was trocken klingt, entwickelt in der Gemeinschaft Dynamik. Hinter der Zahl steckt eine eindeutige Frage: Wie organisiert eine Stadt das Älterwerden so, dass es nicht nur funktioniert, sondern gelingt?

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher formulierte es nüchtern und doch deutlich: Die Gesellschaft altert – und sie muss darauf reagieren. Die AG 71 setzt genau hier an. Sie denkt voraus, verknüpft Ressourcen und richtet den Blick auf morgen, statt nur auf aktuelle Bedarfe zu reagieren.

Mehr Abstimmung, weniger Zufall

Bislang existieren in Wiesbaden viele Angebote nebeneinander. Begegnungsstätten öffnen ihre Türen, Ehrenamtliche organisieren Hilfe, Träger entwickeln Programme. Oft wissen die einzelnen Aktivem aber nur wenig voneinander. Genau hier greift die neue Struktur.

Die AG 71 soll die einzelnen Akteure zusammenbringen. Sie schafft Transparenz, koordiniert Projekte und fördert Austausch. Wer eine Idee hat, findet schneller Partner. Wer Unterstützung braucht, stößt auf bestehende Strukturen. Das spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Wirkung.

Oder anders gesagt: Die Altenarbeit verlässt das Prinzip Zufall und setzt stärker auf Planung.

Kooperation als Motor

Wiesbaden hat bereits Erfahrung mit Zusammenarbeit. Quartiershäuser zeigen, wie gut Kooperation funktioniert, wenn Stadt, Fachkräfte und Ehrenamtliche gemeinsam handeln. Die AG 71 greift dieses Prinzip auf – und baut es aus.

Konstituierende Sitzung der AG 71 im Hild-Müller-Haus ©2026 LH Wiesbaden

Matthias Riedmann und Claudia Selzer betonten im Rahmen der konstituierenden Sitzung, dass genau darin die Stärke liegen würde: Viele Perspektiven träfen aufeinander, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Sie würden sich ergänzen. „Die AG wird so zum Ort, an dem Ideen wachsen – und zwar nicht isoliert, sondern im Verbund.“

Ein Netzwerk, das wachsen will

Die AG 71 versteht sich jedoch nicht als fertiges Modell. Sie startet bewusst offen. Neue Akteure sollen hinzukommen, Impulse liefern, Diskussionen anstoßen. Das Netzwerk will lernen, sich anpassen und weiterentwickeln. Und vielleicht liegt genau darin ihr größtes Potenzial: Sie bleibt beweglich. Sie hört zu. Sie reagiert.

Oder, etwas weniger bürokratisch formuliert: Sie bleibt dran.

Foto ©2026 LH Wiesbaden

Nachrichten aus dem Stadtteil Westen lesen Sie hier.

Weitere Informationen zur Altenarbeit in Wiesbaden.

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