Keine Übungsdienste, keine Ausbildungsabende. Die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft hatte bei der Feuerwehr oberste Priorität. Die Zeit des Verzichts nähert sich dem Ende. 

Mitte März erreichte Europa die Corona-Pandemie. Schulen und Kindertagesstätten wurden geschlossen, Vereine mussten ihren Betrieb einstellen. Zum Schutz der kritischen Infrastruktur Feuerwehr wurden durch den Verwaltungsstab der Stadt Wiesbaden und den Führungsstab der Feuerwehr unter Berücksichtigung der Empfehlungen und Vorgaben der Verbände und des Infektionsschutzes beschlossen, alle Aktivitäten bei der Freiwilligen und der Berufsfeuerwehr auf ein absolut erforderliches Minimum zu reduzieren. Oberste Priorität hatte die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und der Schutz der Bevölkerung – auch wenn sich der Corona-Virus weiterverbreitet.

„Auch, wenn uns die wöchentlichen Ausbildungsdienste und die Kameradschaft sehr fehlen, sehen wir die Notwendigkeit der Maßnahmen ein.“ – Wehrführer

Bei der Freiwilligen Feuerwehr fielen die Beschränkungen zum Leidwesen der ehrenamtlichen Helfer massiv aus. Besprechungen mussten auf das Notwendigste reduziert werden, die Alarm- und Ausrückeordnung wurde angepasst, Übungsdienste und Ausbildungsabende mussten abgesagt werden. Unter allen Umständen galt es zu vermeiden, dass wenn sich eine Kameradin oder ein Kamerad infiziert, die gesamte Wehr betroffen ist.

„Es ist erfreulich, dass die Wehren nach der langen Zwangspause und positiven Entwicklung der Corona-Fallzahlen Stück für Stück zur ‚Normalität‘ zurückkehren können“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Eine Anpassung der Alarmschwelle war erforderlich. Bei jedem Einsatz wurde individuell die Angemessenheit des Kräfteansatzes überprüft: Die größte Sorge galt dem Ausfall einer ganzen Wachabteilung bei der Berufsfeuerwehr oder einer kompletten Wehr der Freiwilligen Feuerwehr aufgrund von Quarantänemaßnahmen. Denn mit jeder Alarmierung der Helfer wäre eine Zusammenkunft mehrerer haushaltfremder Personen unvermeidbar gewesen. Nur durch diese einschneidenden Maßnahmen konnte sichergestellt werden, dass die gesamte Feuerwehr Wiesbaden mit ihren circa 900 haupt- und ehrenamtlichen Kräften jederzeit einsatzbereit ist.

„Nach wie vor sind wir darauf bedacht, unsere ehrenamtlichen Helfer zu schützen und der Verbreitung des Corona-Virus keine Chance zu bieten.“ – Andreas Kleber, Feuerwehr Abteilungsleiter

Da Wiesbaden mehr als 100000 Einwohner hat, muss die Stadt per Gesetz eine Berufsfeuerwehr vorhalten. Aber ohne die ehrenamtlichen Helfer geht es nicht. Insbesondere bei größeren Schadenslagen oder Flächenlagen, wie dem Unwetter Mitte dieser Woche, ist die Unterstützung durch die 20 Freiwilligen Feuerwehren Wiesbadens unersetzbar. Ohne diese wäre es nicht gelungen 25 Unwetter-Einsätze innerhalb kürzester Zeit abzuarbeiten und Hauseigentümerinnen und -eigentümer vor größeren Wasserschäden zu bewahren.

Aktuell finden Übungsdienste mit maximal 15 Teilnehmern statt. Während der Übung muss ständig ein Mund-Nasen-Schutz getragen und alle häufig berührten Oberflächen im Anschluss gereinigt werden. Der gesellige Part im Anschluss an die Ausbildung ist leider bis auf weiteres gestrichen. – Andreas Kleber, Feuerwehr Abteilungsleiter

Gerade bei den Freiwilligen Feuerwehren ist der Zusammenhalt groß – und daher das regelmäßige Treffen wichtig. Im Zuge der Lockerungen hat es eine große Bedeutung, dass Übungen eingeschränkt wieder erlaubt sind. Einmal die Woche? Die zuständige Abteilung bei der Berufsfeuerwehr hat hierfür in Abstimmung mit der Stadtbrandinspektion ein Hygienekonzept für die Durchführung von Übungsdiensten bei der Freiwilligen Feuerwehr entwickelt.

„Wir sind froh, dass die Durststrecke ein Ende hat und freuen uns auf den kommenden Übungsdienst. Auch, dass wir wieder vermehrt zu Einsätzen ausrücken, steigert die Motivation.“ – Wehrführer

Die Wehrführer sind clever: Statt dem einmaligen Übungsdienst in der Woche werden nun mehrere Übungsdienste angeboten und die geselligen Runden finden weiterhin statt – nur anders, online eben. Auch Messenger-Dienste werden zum Austausch genutzt. Am liebsten würden die Freiwilligen Feuerwehren zum Normalbetrieb zurückkehren. In Anbetracht der Umstände, dass das Virus immer noch grassiert, ist man jedoch mit den jetzigen Regelungen zufireden. (Foto: Freiwillige Feuerwehr kehrt langsam zurück zum normalen Dienst © 2020 von Kerstin Riemer auf Pixabay )

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Die offizielle Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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