„Demokratie braucht Frauen“: Auftakt im Rathaus motiviert Frauen, politisch aktiv zu werden und strukturelle Barrieren offen zu benennen.
Im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses rückten am Dienstag die Stühle enger zusammen, Mikrofone wurden getestet, Stimmen füllten den Raum. Über dem Abend stand ein Satz, der nicht vorsichtig formulierte, sondern forderte: Demokratie braucht Frauen. Das Frauenreferat der Landeshauptstadt Wiesbaden hatte zusammen mit dem Amt für Zuwanderung und Integration sowie dem Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit zur Auftaktveranstaltung eingeladen – und setzte damit ein klares Signal.
Nicht irgendwann, sondern sofort
Bürgermeisterin Christiane Hinninger eröffnete die Diskussion mit einem Appell. Demokratie, sagte sie, funktioniere nur, wenn Menschen Verantwortung übernähmen. Gerade auf kommunaler Ebene entschieden Parlamente über Themen, die den Alltag direkt prägten. Wer hier mitsprach, gestaltete Schule, Verkehr, Stadtentwicklung. Frauen sollten sich deshalb nicht am Rand aufhalten, sondern kandidieren, mitreden, abstimmen.
Julia Herz vom Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit unterstrich, dass politische Beteiligung konkrete Folgen hatte. Wenn Frauen Einfluss nahmen, veränderten sich Prioritäten. Soziale Fragen rückten stärker in den Fokus, nachhaltige Entscheidungen gewannen Gewicht. Die Veranstaltungsreihe wolle Mut machen und Wissen vermitteln.
Hürden offen benannt
Auf dem Podium diskutierten Vertreterinnen aus Politik, Demokratiebildung, Migrationsorganisationen und Jugendparlamenten über Barrieren. Viele berichteten von Mehrfachbelastungen durch Care-Arbeit, von fehlenden Netzwerken oder mangelnder Sichtbarkeit. Moderatorin Marion Kuchenny führte durch den Abend, fragte nach, ließ Erfahrungen wirken.
Anke Schwalm und Dr. Marina Schmitt vom Arbeitskreis Frauen- und Mädchenpolitik betonten, dass nicht Frauen sich an starre Strukturen anpassen müssten, sondern die Strukturen verändert werden sollten. Flexible Formate, transparente Zugänge und gezielte Förderung könnten Beteiligung erleichtern.
Dezernentin Milena Löbcke lenkte den Blick auf migrantische Frauen. Sie stießen häufig auf zusätzliche Hürden. Umso wichtiger sei es gewesen, gezielt Räume zu öffnen und Beteiligung zu ermöglichen.
Auftakt mit Perspektive
Die Veranstaltung bildete den Start einer Reihe. Zwei weitere Online-Termine im März und Mai sollen folgen. Interessierte konnten den Abend auch im Livestream verfolgen. Der Tenor blieb eindeutig: Demokratie lebte vom Mitmachen – und sie brauchte Frauen, die Verantwortung übernahmen.
Diskussionsrunde „Demokratie braucht Frauen“
Foto ©2026 Screenshot Youtube Video
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Flyer des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend Demokratie braucht Frauen.



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