Mit einer Abschlusspräsentation im Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit in Kastel ist das Osterferien-Planspiel „Unsere kleine Stadt 2026“ zu Ende gegangen.
Eine Woche lang haben Kinder der 1. bis 6. Klasse ihre eigene Stadt gestaltet, Berufe ausprobiert, Entscheidungen getroffen und gemeinsam Regeln für ihr Zusammenleben entwickelt. Am Donnerstag, 2. April, präsentierten sie Eltern und eingeladenen Gästen, wie ihre Stadt in den vergangenen Tagen gewachsen ist. Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher nahm an der Veranstaltung teil und würdigte das Engagement der Kinder und des Teams der Reduit.
Im Rahmen des Planspiels konnten die Kinder in unterschiedliche Rollen schlüpfen und erleben, wie eine Stadt funktioniert. Im „Jobcenter“ wählten sie täglich verschiedene Berufe aus: Einige arbeiteten handwerklich, andere produzierten Nachrichten im Kinder-TV-Studio, trafen Entscheidungen im Rathaus oder waren bei der Bank tätig. Auch ein Kaufhaus und ein Café gehörten zum Stadtleben. Wer wollte, konnte sich zudem zur Bürgermeisterwahl aufstellen lassen und anschließend versuchen, die eigenen Wahlversprechen umzusetzen.
„Hier erleben Kinder auf spielerische Weise, wie eine Stadt funktioniert und wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen“, sagte Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher. „Sie probieren Berufe aus, diskutieren miteinander und gestalten Regeln für ihr Zusammenleben. Solche Erfahrungen stärken Selbstvertrauen und zeigen, dass Beteiligung und Demokratie schon im Kleinen beginnen.“
Mit ihren Ideen entwickelten die Kinder ihre Stadt im Laufe der Woche immer weiter. In regelmäßigen Vollversammlungen konnten sie Anliegen einbringen und gemeinsam darüber entscheiden, wie sich das Zusammenleben gestalten soll. Das Planspiel ist bewusst offen angelegt: Welche Regeln gelten oder welche Projekte umgesetzt werden, ergibt sich aus den Ideen der Kinder.
Das Ferienangebot hat in der Reduit eine lange Tradition. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 2004, als in Wiesbaden mit dem „Kinder Campus“ die erste Kinderuni startete. Das Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit war an der Entwicklung und Durchführung dieses Projekts beteiligt. Aus dem ursprünglichen Konzept entwickelte sich später das Stadtspiel „Mini Wiesbaden“, aus dem schließlich „Unsere kleine Stadt“ hervorging. Nach einigen Jahren Pause wurde das beliebte Format in diesem Jahr wieder aufgelegt.
„Kinder erleben hier, dass ihre Ideen zählen und dass sie ihre Umgebung mitgestalten können“, betonte Dr. Becher. „Solche Angebote sind wichtig, weil sie zeigen, wie Beteiligung funktioniert und wie viel Kreativität in Kindern steckt.“
Zum Abschluss der Ferienwoche führten die im Planspiel gewählte Bürgermeisterin und der Bürgermeister die Gäste durch die verschiedenen „Betriebe“ und Präsentationen der Kinderstadt. Eltern und Ehrengäste konnten dabei erleben, wie sich „Unsere kleine Stadt 2026“ im Laufe der Woche entwickelt hatte.




