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Kinder präsentieren ihre selbst gestaltete Stadt im Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit in Kastel.

Abschluss von „Unsere kleine Stadt“ in Kastel

Eine Woche lang bauen Kinder ihre eigene Stadt, wählen Bürgermeister, diskutieren Regeln und gestalten ihr Zusammenleben. Beim Abschluss des Planspiels „Unsere kleine Stadt“ in Kastel zeigen sie, wie viel Demokratie, Kreativität und Verantwortung schon in jungen Jahren steckt.

Volker Watschounek 3 Tagen vor 0

Kinder gestalten in Kastel ihre eigene Stadt – mit Berufen, Wahlen und Regeln. Das Planspiel zeigt, wie Demokratie spielerisch entsteht.

Zweite Ferienwoche, zweites Planspiel: Kinder lernen Demokratie. Auch nach Ostern verwandelte sich das Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit in Kastel in ein kleines Universum mit eigenen Regeln, eigener Währung – und erstaunlich viel Realitätssinn. Mit der Abschlusspräsentation endete auch das zweite Osterferien-Planspiel Unsere kleine Stadt 2026. Was bleibt, sind stolze Kinder, überraschte Eltern und die leise Erkenntnis: Demokratie beginnt oft im Spiel.

Eine Stadt wächst – und mit ihr die Ideen

Die Kinder der 1. bis 6. Klasse bauten in den Ferien ihre Stadt nicht einfach nach. Sie erschufen sie. Jeden Tag wählten sie Berufe im Rathaus und sogenannten „Jobcenter“, produzierten Nachrichten im TV-Studio, verhandelten im Rathaus oder kassierten im Cafe oder Kaufhaus. Wer genug Mut hatte, kandidierte sogar für das Bürgermeisteramt – und merkte schnell: Versprechen ließen sich leicht formulieren, aber schwer umsetzen.

Es entstand ein System, das lebte. Die Kinder diskutierten, widersprachen, entschieden. In Vollversammlungen feilschten sie um Regeln, brachten ihre Ideen ein und veränderten damit ihre Stadt Schritt für Schritt. Was zu hatte, bestimmten sie selbst. Und genau darin liegt der Reiz dieses Ferienprogramms, das Jahr für Jahr großen Anklang nicht nur in Wiesbaden findet. Auch Teilnehmer aus Mainz waren willkommen.

Demokratie zum Anfassen

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher besuchte die Abschlussveranstaltung und lobt das Engagement. Sie sah, wie Kinder Verantwortung übernehmen, Konflikte lösen und gemeinsam Lösungen finden. Dabei ging es nicht um perfekte Ergebnisse. Es geht darum, Prozesse zu erleben.

Und manchmal auch darum, zu scheitern – etwa wenn das Café plötzlich keine Gäste mehr hat oder die Bank in Erklärungsnot gerät. Doch genau diese Momente trieben und treiben das Spiel immerzu voran.

Tradition mit neuem Leben

Das Planspiel knüpft an eine lange Geschichte an. Seit 2004 entsteht mit dem „Kinder Campus“ ein ähnliches Konzept, aus dem später „Mini Wiesbaden“ hervortrat. Nach einer Pause kehrt das Format nun zurück – moderner, offener und genauso lebendig wie zuvor.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Wer weitermachen will, kann das tun. Ideen für Kastel, Kostheim und Amöneburg fließen ins Kinderparlament ein. Dort geht es weiter – nicht mehr als Spiel, sondern als echte Beteiligung.

Archivbild – Stadtplanungsspiel, Abschluss der ersten Woche ©2026 Volker Watschounek

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