In der Romantik entstanden viele Ritter-, Räuber- und Liebesgeschichten. Die Geschichte von Heinrich Anton Leichtweiß ist eine davon – sie beruht auf Tatsachen.
Mit einem leisen Knarren öffnet sich am Mittwoch, 1. April, die Tür zur Leichtweißhöhle – und mit ihr ein Stück Wiesbadener Geschichte. Von 10 bis 13 Uhr führt der Höhlenwärter Besucher hinein, erzählt, zeigt, lässt staunen. Wer kommt, folgt nicht nur einem Weg aus Stein, sondern einer Spur aus Geschichten, die sich hartnäckig halten.
Leichtweißhöle, kurz gefasst
Heinrich Anton Leichtweiß – Schutzraum und Schlafstädte
Eintritt: frei
Wann: Mittwoch, 1. April 2026, 10:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Leichtweißhöhle, Nerotal, 65193 Wiesbaden
Der Wilderer, der nicht verschwinden wollte
Heinrich Anton Leichtweiß, einst Bäcker, später Wilderer, taucht hier wieder auf. Er versteckt sich, er entkommt, er wird zur Figur zwischen Gesetz und Legende. Ende des 18. Jahrhunderts sucht er Schutz im Nerotal, kehrt immer wieder zurück in die Höhle, die heute seinen Namen trägt. Wer genau hinsieht, entdeckt mehr als Felsen: Man hört fast Schritte, ahnt das Flüstern vergangener Nächte.
Die Besichtigung kostet nichts, verlangt keine Anmeldung – nur Neugier. Danach zieht es viele weiter: durch den Rabengrund, zu Picknickplätzen, in den Frühling. Bis Oktober bleibt die Höhle geöffnet, mittwochs und sonntags. Ein Ort, der still bleibt – und doch viel erzählt.
Leichtweißhöle
Die Höhle geriet in Vergessenheit, bis Wiesbaden als Kurbad internationalen Ruf erlangte und die Höhle sich zum beliebten Ausflugsziel entwickelte. Mitte des 19. Jahrhunderts stellte sie für Wiesbadens Gäste eine neue Attraktion dar. Der Wiesbadener Verschönerungsverein baute die Höhle 1856 aus und ergänzte einen zweiten Zugang, ein seitlich gelegener Raum und eine mit Moos ausgepolsterte Nische, die als Schlafstätte diente. Ob sich der Wilderer Leichtweiß auch so komfortabel eingerichtet hat, ist nicht bekannt. Der Romantisierung der Höhle tat dies keinen Abbruch. In den Jahren wurde oberhalb der Höhle ein Aussichtspavillon angelegt, und die Zuwege zur Höhle wurden mit Geländern und der Höhleneingang mit einem Holzvorbau ausgestattet. Mit dem Niedergang der Wiesbadener Kur nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Höhle an Bedeutung und wurde geschlossen. 1983 entdeckte die Stadt die Höhle wieder und erneuerte den Eingang. Seither ist die Höhle halbjährig geöffnet und Besuchern zugänglich.
Foto oben Leichtweißhöhle ©2022 Oliver Abels (SBT) – Eigenes Werk Wikipedia CC BY-SA 3.0
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Mehr Informationen zu der Leichtweißhöhle finden Sie unter www.wiesbaden.de.
Erstveröffentlichung: 23.03.2026




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