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Sprühnebelanlageam Kochbrunnenplatz: Kurze Erfrischung in der Büropause.

Zur Abkühlung: In Wiesbaden startet die erste Sprühnebelanlage

Mit Wassernebel gegen die Sommerhitze: Wiesbaden hat am Kochbrunnenplatz die erste mobile Sprühnebelanlage in Betrieb genommen. Eine zweite folgt Anfang Juli auf dem Dern’schen Gelände. Das Pilotprojekt des Hitzeaktionsplans soll aufgeheizte Plätze kühlen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Stunden vor 0

Die erste Sprühnebelanlage sorgt in Wiesbadens Innenstadt für Abkühlung. Das Pilotprojekt soll Hitzebelastung spürbar mindern. Weitere folgen.

Die Hitze flimmert über den Pflastersteinen, Schatten ist rar und jeder kühle Luftzug willkommen. Genau dort setzt Wiesbaden jetzt an. Am Kochbrunnenplatz ist am Donnerstag die erste mobile Sprühnebelanlage offiziell in Betrieb gegangen. Eine zweite Anlage auf dem Dern’schen Gelände folgt bis Anfang Juli. Beide Standorte gehören zu einem Pilotprojekt des städtischen Hitzeaktionsplans und bleiben bis Anfang September in Betrieb.

Dass die zweite Anlage noch nicht gleichzeitig starten konnte, liegt an einem defekten Bauteil. Ein für die Wasserhygiene notwendiges Ersatzteil musste kurzfristig ersetzt und erst bestellt werden. Sobald es eingebaut und freigegeben ist, wird auch dort der Betrieb auf dem Marktplatz starten..

Hitzewellen nehmen zu

Für Stadträtin Ulla Bai ist das Projekt eine direkte Antwort auf die Folgen des Klimawandels. Die Hitzewellen werden mehr, die Hitzeperioden werden länger. Wir spüren sehr wohl, dass der Klimawandel in den Städten sehr deutlich angekommen ist. Und wir müssen als Stadt etwas leisten, sagte sie bei der Vorstellung der Anlage in Vertretung von Umweltdezernentin Christiane Hinninger.

Bereits Ende Mai habe Wiesbaden die erste Hitzewelle des Jahres erlebt, und seit Tagen steigen die Temperaturen erneut auf Rekordwerte. Gerade dicht bebaute Innenstadtbereiche heizen sich besonders stark auf. Dort werde jeder schattige oder kühlende Aufenthaltsort zunehmend wichtiger.

Feiner Nebel statt nasser Kleidung

Die Bedienung der Anlage ist bewusst einfach gehalten. Ein Fingertipp auf den Touchsensor genügt. Wenige Sekunden später verteilt die Stele feinen Wassernebel für rund drei Minuten. Durch die Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen. Die gefühlte Temperatur sinkt dabei um bis zu zwölf Grad Celsius.

Wasser ist der Schlüssel für ein angenehmes Klima in der heißen Innenstadt“, betonte Bai. Ziel sei es, Orte zu schaffen, an denen Menschen während heißer Tage kurz durchatmen und sich erholen können. Trotz der sichtbaren Nebelwolke bleibe die Kleidung trocken. Sitzpodeste laden dazu ein, direkt neben der Anlage eine Pause einzulegen.

Baustein des Hitzeaktionsplans

Die Sprühnebelanlagen sind Teil eines umfangreicheren Maßnahmenpakets der Landeshauptstadt. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Projekte zur Klimaanpassung umgesetzt. Dazu zählen die Umgestaltung des Elsässer Platzes zu einer großen Grünanlage, die Renaturierung des Wellritzbachs am Platz der Deutschen Einheit oder die sogenannte Klimakiste, die zuletzt vom Hochschulplatz an den Luisenplatz umgesetzt wurde.

Mit den neuen Anlagen erweitert die Stadt ihr Angebot an kühlen Aufenthaltsorten. Parallel wurde gemeinsam mit dem Umweltamt und dem Citymanagement eine Übersicht über schattige und erfrischende Orte in der Innenstadt erstellt.

Sprühnebelanlage
Sprühnebelanlage

Erfrischung mit geringem Wasserverbrauch

Trotz der sommerlichen Wassernebel arbeiten die Anlagen vergleichsweise sparsam. Nach Angaben der Stadt verbraucht eine Anlage selbst bei vier bis fünf Stunden Dauerbetrieb lediglich rund 100 Liter Wasser am Tag. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Wiesbadeners liegt bei etwa 127 Litern täglich.

Auch der Energiebedarf fällt mit rund 0,6 Kilowattstunden gering aus. „Das ist wirklich sehr sparsam. Insofern verbinden wir Erfrischung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen“, sagte Bai.

Hygiene wird regelmäßig kontrolliert

Damit der Betrieb auch bei hohen Temperaturen sicher bleibt, überprüft die Stadt regelmäßig die Wasserqualität. Spülprogramme sorgen für den notwendigen Wasseraustausch in den Leitungen. Zusätzlich werden die Anlagen turnusmäßig gereinigt und auf mögliche Verkeimungen untersucht.

Bis Anfang September sollen die beiden Sprühnebelanlagen die Aufenthaltsqualität in der Wiesbadener Innenstadt verbessern – rechtzeitig auch zur Rheingauer Weinwoche. Sollte die Resonanz positiv ausfallen, könnte das Pilotprojekt künftig den Grundstein für weitere Standorte bilden. Bereits jetzt entsteht am Pariser Platz auf private Initiative eine weitere Sprühnebelanlage.

Foto – Sprühnebelanlage auf dem Kranzplatz / Kochbrunnenplatz.

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