Der Konjunkturmotor in läuft auf vollen Touren. Unternehmen in und um Wiesbaden wollen verstärkt investieren, Mitarbeiter einstellen und exportieren.

Sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich nach dem starken Jahresauftakt weiter verbessert. Das zeigt die repräsentative Umfrage zur wirtschaftlichen Lage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden zum Jahresbeginn. Der Geschäftsklimaindex – Gradmesser der regionalen Wirtschaftsentwicklung – steigt um 7 auf 135 Zähler und liegt damit hessenweit weiterhin an der Spitze.

„Angesichts mancher politischer Turbulenzen in der Welt ist es umso erfreulicher, wie robust und optimistisch sich unsere heimischen Wirtschaft präsentiert und sogar neue Spitzenwerte erzielt.“ – IHK-Präsident Dr. Christian Gastl fest.

„Wir sehen seit Frühsommer 2016 einen erfreulichen Aufwärtstrend bei der Entwicklung der regionalen Wirtschaft“, sagt Dr. Florian Steidl, Chefvolkswirt der IHK Wiesbaden. „Die Zeichen stehen klar auf Wachstum, und zwar in allen Branchen.“ Der Geschäftsklimaindex wird aus dem Mittelwert zwischen der Beurteilung der aktuellen Lage und den Geschäftserwartungen gebildet und kann zwischen 0 und 200 Punkten schwanken. Ein Wert über 100 signalisiert einen spürbaren Wachstumsimpuls.

Unternehmen suchen Angestellte

Die Unternehmen sind verstärkt auf Personalsuche: In den kommenden zwölf Monaten planen 30 Prozent der Betriebe mit Neueinstellungen. Nur 6 Prozent der Unternehmen wollen Arbeitsplätze abbauen. „Vor allem in der Industrie und im Dienstleistungssektor wird händeringend nach Mitarbeitern gesucht“, sagt Steidl. Mittlerweile sieht jedes zweite Unternehmen in der IHK-Region im Fachkräftemangel ein Risiko für die Geschäftsentwicklung.

Im Vorjahresvergleich ist das ein Plus von 13 Prozentpunkten. Als bedeutendes Risiko hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wird die politische Lage im In- und Ausland betrachtet. Dazu gehört auch der Ausgang der Bundestagswahl. Das Niedrigzinsumfeld und staatliche Überregulierung treibt den Unternehmern ebenso Sorgenfalten auf die Stirn wie mögliche Handelsbeschränkungen, höhere Abgaben für Unternehmen und im Einzelhandel die vielfältigen Herausforderungen.

„Diese Hoffnung auf wachsende Auslandsgeschäfte ist bemerkenswert und zeigt, dass Handelsbeschränkungen und politische Unsicherheit offenbar keine großen Themen für exportierende Unternehmen darstellen. Das kommt auch dem Investitionsklima zugute. Von Investitionszurückhaltung ist aktuell keine Spur.“ – Dr. Florian Steidl

Vor dem Hintergrund der sich erholenden Weltkonjunktur und dem weiterhin schwachen Euro haben sich die Exporterwartungen gegenüber der letzten Umfrage stark erhöht und haben nun einen langjährigen Höchststand erreicht. Während 47 Prozent der exportierenden Betriebe in den nächsten zwölf Monaten mit einem wachsenden Exportvolumen rechnen, gehen 7 Prozent von einem Rückgang aus. Der Anstieg der Exporterwartungen wird allein von der Industriebranche getragen.

Wiesbadener Unternehmen investieren

39 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk wollen ihre Investitionsausgaben in den kommenden zwölf Monaten steigern. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als noch zum Jahresbeginn. 14 Prozent planen eine Kürzung der Investitionen (+2 Punkte). Die Investitionsbereitschaft insgesamt ist weiter gestiegen.

Richtig finanzieren

Aktuelle Geschäftslage und Geschäftserwartungen werden von den Unternehmen in der IHK-Region Wiesbaden besser beurteilt als am Jahresanfang. 52 Prozent der Betriebe beschreiben ihre Lage als gut (+5 Prozentpunkte), 5 Prozent (-3 Punkt) als schlecht. 29 Prozent haben positive Erwartungen (+4 Punkte). Gleichzeitig rechnen nur noch 5 Prozent (-3 Punkte) mit schlechteren Aussichten.

Befragt nach den häufigsten Finanzierungsformen nutzen Unternehmen im IHK-Bezirk vor allem Bankkredite (60 Prozent) und Leasing (42 Prozent). Bürgschaften (6 Prozent) und Förderkredite-/ Zuschüsse (5 Prozent) spielen nur eine kleine Rolle, Factoring, Unternehmensanleihen, Wagnis-/ Beteiligungskapital und Schuldscheindarlehen sind eher selten. 39 Prozent der Unternehmer bewerten den Zugang ihre Unternehmens zu Fremdfinanzierung als gut, 16 Prozent als befriedigend und 5 Prozent als schlecht. 2 Prozent haben keinen Zugang und 38 Prozent benötigen keinen. Unternehmen mit schlechten oder keinen Zugang zu Fremdfinanzierung wollen vor allem Betriebsmittel (60 Prozent) und Investitionen (40 Prozent) finanzieren, haben aber Probleme bei den Sicherheiten (90 Prozent), der Zinsbelastung (30 Prozent). (Bild: Pixabay / Volker Watschounek)

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