Schauspieler, Musiker und Künstler sind arbeitslos – Corona stellt das Leben der Kulturschaffenden auf den Kopf. Kein Geld bedeutet keine Kultur – improvisieren ist gefragt. Der Kulturbeirat unterstützt. 

Der Kulturbeirat Wiesbaden steht vor einer Herausforderung: Hunderte Wiesbadener Kulturschaffende stehen vor dem Nichts. Corona hat ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen. Konzerte, Kunstausstellungen und Shows sind nicht drin. Wie kann die Kultur wiederbelebt werden? Dazu hat sich der Kulturbeirat bei seiner 14. Sitzung am 2. Juni im Kulturzentrum Schlachthof beraten.

„Es muss eine Möglichkeit für Kunstschaffende geben, dass etwas passieren kann. Die Künstler sitzen auf heißen Kohlen. Das darf so nicht sein.“ – Susanne Müller, Darstellende Kunst

Noch ist der vor zwei Jahren gewählte Kulturbeirat im Amt – die Stimmzettel der Kulturbeiratswahl 2020 werden erst am 10. Juni ausgezählt (wir berichteten). Diesmal ist sogar Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende dabei – für Wiesbaden steht viel auf dem Spiel. Die Diskussion beginnt. Im Rahmen des fund for culture ist eine Charity-Veranstaltung geplant. Michael Stein, Palast Promotion, möchte das Konzert noch vor den Sommerferien veranstalten und darüber 100000 Euro an Sponsorengelder einnehmen: Geld, welches die Künstler Wiesbadens gut gebrauchen können. Einnahmen, die zu 100 Prozent an die betroffene Künstler ausgezahlt werden sollen.

„Wichtig ist, dass die Finanzierung des Festivals nicht zu einer Atmosphäre des Gegeneinanders führt. Aufgabe der Politik wird es sein, die auskömmliche Finanzierung des neuen Festivals, zu beraten.“ – Dorothea Angor, stellvertretende Vorsitzende des Beirats.

Aber wie das CORON-Arts Festival als Nachfolger des Folklore Festivals finanziert werden soll, steht noch in den Sternen. Themen des Kulturbeirats sind außerdem Werbung, Sicherheitskameras, das Walhalla und die Kulturbeiratswahl. Egal, worum es geht, immer schwingt die Ungewissheit über den Verlauf der Dinge mit. Künstler müssen unterstützt werden, das steht außer Frage. Es braucht Corona-konforme Räume für sie. Es muss irgendwie weiter gehen.

„Die Stadt versucht alles, um die Bürgerhäuser für die Kultur so weit wie möglich zu öffnen.“ – Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister

Corona macht nicht nur den Kulturschaffenden Probleme, auch der Kulturbeirat tagt anders als sonst. Normalerweise finden Sitzungen im Rathaus statt, diesmal musste die Halle des Kulturzentrums Schlachthof herhalten. Schließlich muss der Mindestabstand gewährleistet sein. Das macht das Sprechen etwas schwieriger. Jeder, der etwas zu sagen hatte, musste den Weg zum Mikro mit Maske beschreiten. Die Maske durfte dort abgenommen werden – zuvor wurde das Mikro in Frischhaltefolie gewickelt. Diese Sitzung war wohl eine der außergewöhnlichsten des Kulturbeirats.

Kulturbeiratssitzung im Schlachthof

 

Der Beirat verabschiedete außerdem einstimmig eine Stellungnahme zur Videoüberwachung im Kulturpark. Hintergrund dieser Initiative ist die Schaffung mehrerer Videoüberwachungsstandorte im Kulturpark, die zuvor nicht mit den Akteuren des Geländes und der seit zehn Jahren tagenden Sicherheitsrunde abgestimmt wurden. Der vor Ort ansässige Kulturverein „Kreativfabrik Wiesbaden“ hatte den zuständigen Ordnungsdezernenten Dr. Oliver Franz daraufhin in einem öffentlichen Brief zum Abbau der Kameras aufgefordert. „Ich kann mir nicht erklären, wie man jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit so sehr missachten kann. Wir werden deswegen Bürgermeister Oliver Franz in eine Sitzung des Kulturbeirats einladen, um mit ihm darüber zu sprechen. So lange hoffe ich, dass die Politik eine angemessene Umgangsweise mit der Thematik findet,“ so Ernst Szebedits abschießend.

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Die offizielle Internetseite von Wiesbadens Kulturbeirat finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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