Ministerpräsident Boris Rhein hat die geplante Umbenennung des „Neuen Gymnasiums Frankfurt“ in „Margot-Friedländer-Gymnasium“ als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Erinnerungskultur in Hessen bezeichnet. Mit der Entscheidung wird die Schule einen Vorschlag des Regierungschefs umsetzen, das Vermächtnis der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer dauerhaft im Schulalltag sichtbar zu machen. Der Regierungschef sagte am Donnerstag in Wiesbaden: „Margot Friedländer war eine der wichtigsten Mahnerinnen unserer Zeit gegen das Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus. Als Überlebende des Holocaust trat sie zeitlebens für Menschlichkeit, Toleranz und demokratische Werte ein. Mit der geplanten Umbenennung in ,Margot-Friedländer-Gymnasium‘ setzt das ,Neue Gymnasium Frankfurt‘ ein starkes Zeichen und ist ein bundesweites Vorbild für demokratische Bildung und historische Verantwortung.“
Verantwortung von Schulen im Kampf gegen Extremismus und Antisemitismus
Ministerpräsident Rhein verwies auf die besondere Rolle von Schulen im Kampf gegen Extremismus und Antisemitismus. Bildungseinrichtungen leisteten einen entscheidenden Beitrag, um demokratische Werte zu stärken und ein Bewusstsein für die Geschichte zu schaffen: „Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder sichtbarer wird und demokratische Werte unter Druck stehen, braucht es klare Zeichen. Eine Schule, die den Namen von Margot Friedländer trägt, setzt ein solches Zeichen gegen das Vergessen und für Menschlichkeit.“
Mit der geplanten Umbenennung erhält erstmals eine Schule in Hessen den Namen der im Mai 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer. Bildungsminister Armin Schwarz lobte: „Die Benennung der Schule nach Margot Friedländer ist ein kraftvolles Signal für unsere Schulen. Ihr Vermächtnis wird so Teil des Alltags und erinnert junge Menschen täglich daran, für Menschlichkeit und Demokratie einzustehen.“
Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Theresienstadt lebte Friedländer mehrere Jahrzehnte in den USA, bevor sie in ihre Geburtsstadt Berlin zurückkehrte, um als Zeitzeugin über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären. Friedländer setzte sich bis ins hohe Alter dafür ein, die Erinnerung an die Unmenschlichkeit des NS-Regimes wachzuhalten und insbesondere junge Menschen für ein respektvolles Zusammenleben zu sensibilisieren. In Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern berichtete sie über ihre Erfahrungen und warb für Versöhnung, Dialog und ein respektvolles Miteinander. Für ihr Lebenswerk verlieh ihr Ministerpräsident Rhein im Dezember 2025 posthum Hessens höchste Auszeichnung, die Wilhelm-Leuschner-Medaille.





