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Autorin und Journalistin Shelly Kupferberg liest im Jüdischen Lehrhaus Wiesbaden aus ihrem Roman „Stunden wie Tage“ und spricht über Erinnerung, Widerstand und Geschichte.

Eine vergessene Frau, ein verborgenes Leben

Historische Erinnerung, literarische Spurensuche und eine außergewöhnliche Frauenfigur: Die Berliner Autorin Shelly Kupferberg stellt am 11. Juni im Jüdischen Lehrhaus Wiesbaden ihren Roman „Stunden wie Tage“ vor. Die Lesung ist Teil der Reihe „Wiesbaden liest“ und lädt zum Gespräch über Geschichte und Gegenwart ein.

Volker Watschounek 18 Minuten vor 0

Shelly Kupferberg stellt im Jüdischen Lehrhaus ihren Roman „Stunden wie Tage“ über Erinnerung, Widerstand und Schicksal vor.

Manche Geschichten verschwinden nicht. Sie warten darauf, wieder erzählt zu werden. Eine solche Geschichte bringt die Journalistin und Autorin Shelly Kupferberg am Donnerstag, 11. Juni, nach Wiesbaden. Im Rahmen der Reihe Wiesbaden liest stellt sie im Jüdischen Lehrhaus ihr aktuelles Buch „Stunden wie Tage“ vor.

Jüdisches Lehrhaus, kurz gefasst

Lesung – Stunden wie Tage
Eintritt: frei / Anmeldung erforderlich
Wann: Donnerstag, 11. Juni 2026, 19:00 Uhr
Wo: 
Jüdische Gemeinde Wiesbaden, Friedrichstr. 31-33, 65185 Wiesbaden

Zwischen Erinnerung und Widerstand

Kupferbergs Roman führt in das Berlin der 1940er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, deren Lebenswege eng miteinander verwoben sind. Da ist Martha E., die als Hausbesorgerin in einem Schöneberger Mietshaus arbeitet und Jahrzehnte später verwahrlost durch die Straßen zieht. Jeder kennt sie, doch kaum jemand kennt ihre Geschichte. Gleichzeitig erzählt das Buch vom Leben der jungen Liane Berkowitz, die sich während der NS-Zeit dem Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime anschließt.

Aus dieser Konstellation entwickelt Kupferberg eine Erzählung über Erinnerung, Schuld, Mut und die Frage, welche Geschichten eine Gesellschaft bewahrt – und welche sie verdrängt.

Erfolgreiche Autorin und Kulturjournalistin

Die 1974 in Tel Aviv geborene Autorin wuchs in West-Berlin auf und arbeitet seit vielen Jahren als Journalistin und Moderatorin für Deutschlandfunk Kultur sowie RBB radio3. Bereits ihr Debüt „Isidor“ fand große Beachtung bei Publikum und Kritik.

Im Gespräch mit der Literaturkritikerin Shirin Sojitrawalla, die unter anderem für den Deutschlandfunk und die taz arbeitet, wird Kupferberg Einblicke in die Entstehung ihres Romans geben und Passagen aus dem Buch lesen.

Teil der Reihe „Wiesbaden liest“

Die Veranstaltung findet in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Da die Plätze begrenzt sind, bittet das Jüdische Lehrhaus um vorherige Anmeldung.

Mit der Lesung setzt die Reihe „Wiesbaden liest“ ihre Auseinandersetzung mit Literatur fort, die historische Erfahrungen in die Gegenwart holt. Kupferbergs Roman erinnert daran, dass Geschichte nicht nur aus großen Ereignissen besteht, sondern auch aus den oft übersehenen Lebenswegen einzelner Menschen. Gerade darin liegt die Kraft dieses Abends.

Foto von Elena Ternovaja – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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