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Thomas Eisenträger übernimmt ab Oktober 2026 die Position des Geschäftsführenden Direktors am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Thomas Eisenträger wechselt nach Wiesbaden

Volker Watschounek 2 Stunden vor 0

Thomas Eisenträger wird neuer Geschäftsführender Direktor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Wenn sich am Warmen Damm am Abend die Türen des Hessischen Staatstheaters öffnen, beginnt für viele Besucher ein Ritual zwischen Oper, Schauspiel und Konzert. Hinter den Kulissen aber entscheidet oft Organisation darüber, ob Kunst überhaupt funktionieren kann. Hier übernimmt Thomas Eisenträger schon bald eine zentrale Rolle: Der erfahrene Kulturmanager wird ab 1. Oktober 2026 neuer Geschäftsführender Direktor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Der Verwaltungsleiter am Theater und Orchester Heidelberg komplettiert dann gemeinsam mit den Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine die neue Bühnenleitung des Hauses.

Ein Theatermann zwischen Kunst und Verwaltung

Eisenträger bringt einen Lebenslauf mit, der tief in der deutschen Theaterlandschaft verwurzelt ist. Der 1979 in Coburg geborene Jurist arbeitete unter anderem an der Volksbühne Berlin, bei der Ruhrtriennale und als Verwaltungsdirektor am Theater Bremen. Seit der Spielzeit 2020/21 verantwortet er die Verwaltung des Theaters und Orchesters Heidelberg. Parallel lehrt er aktuell an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt im Bereich Musiktheaterrecht und Personalvertretungsrecht.

In Wiesbaden soll er künftig die wirtschaftlichen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für den laufenden Theaterbetrieb sichern. Eine Aufgabe, die angesichts steigender Kosten, wachsender Anforderungen an Kulturbetriebe und der Diskussionen um öffentliche Finanzierung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels sieht in Eisenträger einen wichtigen Gewinn für das Haus. „Er kennt die wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen eines großen Hauses aus langjähriger Praxis – und damit das, was den künstlerischen Betrieb erst möglich macht“, erklärte der Minister. Gleichzeitig verwies Gremmels auf dessen Erfahrung in der Nachwuchsförderung und sprach von „wertvollen Impulsen“ für das Theater.

Wiesbaden setzt auf Kontinuität

Auch im Rathaus blickt man mit Erleichterung auf die Personalentscheidung. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl freut sich, dass die Bühnenleitung wieder vollständig besetzt werde. Die berufliche Laufbahn Eisenträgers zeige eine „geradlinige und erfolgreiche Vita“, die seine fachliche Kompetenz unterstreiche.

Tatsächlich steht das Hessische Staatstheater Wiesbaden vor Jahren, in denen Verwaltung und Kunst enger zusammenspielen müssen als früher. Publikumserwartungen verändern sich, Tarifkosten steigen, Häuser konkurrieren um Fachkräfte und zugleich wächst der Druck, Kulturangebote gesellschaftlich breiter aufzustellen. Gerade große Mehrspartenhäuser wie Wiesbaden bewegen sich dabei permanent zwischen künstlerischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität.

Die Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine betonten deshalb ausdrücklich die Verbindung von Strategie und Theaterleidenschaft. Eisenträger sei jemand, „der künstlerische Vision und strukturelle Fragen stets zusammendenkt“. Gemeinsam wolle man das Haus „weiter entwickeln und die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft gestalten“.

„Theater entsteht durch das Zusammenwirken vieler“

Der designierte Geschäftsführende Direktor selbst beschreibt seinen Wechsel nach Wiesbaden vor allem als neue gemeinsame Aufgabe. „Ich freue mich sehr auf meine Tätigkeit am Staatstheater Wiesbaden sowie auf die Zusammenarbeit mit den Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine und allen Mitarbeitenden des Hauses“, erklärte Eisenträger.

Besonders gespannt sei er auf die Begegnungen mit dem Wiesbadener Publikum und das kulturelle Leben der Stadt. Die „künstlerische Vielfalt der Sparten“ und die „hohe Qualität des Programms“ machten das Haus zu etwas Besonderem.

Dabei versteht sich Eisenträger offenbar weniger als Verwalter im klassischen Sinn, sondern eher als Möglichmacher hinter den Kulissen. „Theater entsteht durch das Zusammenwirken vieler – meine Rolle sehe ich darin, gemeinsam mit den Intendantinnen dafür bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen“, sagte er.

Bis zu seinem Wechsel nach Wiesbaden bleibt Eisenträger zunächst in Heidelberg tätig. Für das Hessische Staatstheater markiert seine Verpflichtung dennoch schon jetzt einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft – leise, organisatorisch, aber für den Betrieb eines großen Kulturhauses entscheidend.

Fotot – Thomas Eisenträger ©2026 Susanne Reichardt / Wiesabden lebt!

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