Wie kann die hessische Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels nachhaltig gestärkt werden? Eine zentrale Antwort darauf lieferte der „Achte Arbeitsmarktpolitische Impuls“ am Dienstag, 31. März, in Groß-Gerau: Die konsequente Nutzung weiblicher Erwerbspotenziale ist der Schlüssel zur erfolgreichen Fachkräftesicherung. Auch für das Kommunale Jobcenter Wiesbaden ist die Unterstützung von Frauen auf dem Weg in den Beruf eine wichtige Zukunftsaufgabe.
Hessens Sozialministerin Heike Hofmann betonte zum Auftakt der Veranstaltung die Dringlichkeit des Themas: „Der steigende Fachkräftebedarf macht deutlich: Wir müssen die Erwerbschancen arbeitsloser Frauen gezielt verbessern. Ihre Potenziale zu nutzen, ist ein zentraler Schlüssel für eine starke und zukunftsfähige hessische Wirtschaft.“
Der Vormittag stand im Zeichen der Analyse: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellte in einem Impulsvortrag zentrale Erkenntnisse zur aktuellen Lage von Frauen am Arbeitsmarkt vor. Am Nachmittag rückte die Praxis in den Fokus. In vier Workshops stellten Träger innovative „Best-Practice“-Beispiele vor, die zeigen, wie die Integration in den Arbeitsmarkt individuell und nachhaltig gelingen kann.
Drei Projekte stachen dabei besonders hervor und verdeutlichten die Bandbreite der Unterstützung:
Die hessischen Kommunalen Jobcenter machten ihre Rolle als moderne Dienstleister deutlich: Mit regionaler Nähe und datenbasierter Steuerung entwickeln sie passgenaue Lösungen für Unternehmen und Frauen.
In der Beratung im Kommunalen Jobcenter Wiesbaden zeigt sich immer wieder, wie viel Motivation und Potenzial Frauen im Leistungsbezug mitbringen. Häufig erschweren jedoch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, langwierige Anerkennungsverfahren sowie lange Wartezeiten auf Integrationskurse den Einstieg in Arbeit. „Diesen Hürden wollen wir mit passgenauen Unterstützungsangeboten und einer Beratung auf Augenhöhe begegnen“, betont Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher.
Ein zentraler Baustein ist das spezialisierte Team „Perspektiven für Familien“, das Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter drei Jahren begleitet und insbesondere den frühen (Wieder-)Einstieg von Müttern in den Beruf unterstützt. Da Care-Arbeit nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen wird, setzt das KJC auf eine ganzheitliche Unterstützung.
Dazu gehören unter anderem Coachings für Familien mit Kindern, die helfen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und Hürden auf dem Weg in Arbeit abzubauen. Davon profitieren insbesondere Alleinerziehende. Ergänzt wird das Angebot durch spezielle Unterstützung für Frauen mit Migrationsbiografie sowie durch Qualifizierungsangebote in Teilzeit für Leistungsbeziehende mit Erziehungsaufgaben.
„So tragen die Angebote des Kommunalen Jobcenters Wiesbaden den besonderen Lebensrealitäten von Frauen Rechnung und schaffen konkrete Perspektiven“, sagt Dr. Becher. Zusätzliche Beratungsangebote der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Sozialraum tragen dazu bei, Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zum Jobcenter zu erleichtern.




