Jugendliche stoßen Veränderungen an. Nach einem Dunkelspaziergang setzen Stadt und mattiaqua eine erste Beleuchtungsmaßnahme in Kostheim um.
Wer abends vom Hallenbad zur Sporthalle in Kostheim läuft, merkt es sofort: Es ist heller geworden. Lampen werfen nun Licht auf den Vorplatz, Wege zeichnen sich klarer ab, Schatten verlieren ihre Dominanz. Was selbstverständlich wirkt, geht auf einen bemerkenswerten Impuls zurück – einen Dunkelspaziergang.
„Meine Stadt, mein Gefühl“
Am 9. Dezember 2025 zogen jugendliche Mädchen aus dem Jugendpavillon Krautgärten sowie dem Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit durch Kastel und Kostheim. Sie organisierten den Rundgang selbst, legten Route und Themen fest und hatten Verwaltung, Polizei und Ortsbeiräte ein eingeladen. Ihr Titel: „Meine Stadt, mein Gefühl“.
Sie zeigten Orte, an denen sie sich unwohl fühlen. Sie blieben stehen, diskutierten, erklärten. Mal fehltt Licht, mal versperrten Büsche die Sicht, mal wirkten Wege unübersichtlich. Der Spaziergang verwandelte subjektive Unsicherheit in konkrete Hinweise. Aus einem Gefühl wurde eine Liste.
Vom Reden ins Handeln
Jetzt sind die erste sichtbare Konsequenz gefolgt. Zwischen Hallenbad und Sporthalle in Kostheim sorgt jetzt eine neue Beleuchtung für mehr Licht. Besonders der Vorplatz ist dadurch strukturierter, sicherer, einsehbarer. Die Maßnahme setzte die städtische Gesellschaft mattiaqua in Abstimmung mit dem Sozialdezernat um – zügig, pragmatisch, ohne großes Tamtam.
Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betont, junge Frauen nähmen den öffentlichen Raum anders wahr. Genau deshalb brauche die Stadt ihre Perspektive. Wer zuhört, könne gezielt verändern. Der Dunkelspaziergang zeige, dass Beteiligung mehr sei als Symbolik.
Sicherheit entsteht nicht zufällig
Die weiteren benannten Orte prüfen nun die zuständigen Fachämter. Sie bewerten, priorisieren, planen. Manche Maßnahmen lassen sich kurzfristig realisieren, andere benötigen Zeit, Mittel und Abstimmung. Doch der Prozess läuft.
Der Dunkelspaziergang in Kostheim liefert damit ein Beispiel für geschlechterbewusste Stadtplanung. Er übersetzt Erfahrungen in Verwaltungshandeln. Er stärkt Jugendliche in ihrer Rolle als Mitgestaltende. Und er zeigt, dass Beleuchtung mehr bedeutet als Technik: Sie schafft Orientierung, Vertrauen und Präsenz.
Manchmal beginnt Veränderung eben nicht im Sitzungssaal, sondern bei einem Spaziergang im Dunkeln.
Foto – Dunkelspaziergang ©2024 LH Wiesbaden
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Weitere Informationen zum Ortsbeirat Kostheim piwi.wiesbaden.de



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