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Malta

Malta …, die wichtigsten Lizenzstandorte für Online-Casinos

Deutschland reguliert Online-Glücksspiel erst seit 2021 – andere Länder waren Jahrzehnte früher. Warum Standorte wie Malta, Gibraltar oder Curaçao bis heute das Zentrum der globalen Casino-Branche sind.

Volker Watschounek 2 Tagen vor 0

Malta, Gibraltar, Curaçao: Warum kleine Inseln das globale Geschäft mit Online-Casinos bis heute prägen.

Dass wir auch in Deutschland beim Thema Online-Casino häufig zuerst an Länder wie Malta oder Gibraltar denken, hat gute Gründe. Einer davon ist, dass Deutschland es lange versäumt hat, Online-Glücksspiele gesetzlich zu definieren und entsprechend zu regulieren. 

Während andere Länder schon Anfang der 2000er nationale Glücksspielbehörden für die Regulierung des Online-Glücksspiels etablierten, dauerte genau das in Deutschland bis zum Jahr 2021. Viele große Namen aus der internationalen Casino-Branche hatten sich also auch in Deutschland längst etabliert, bevor hier die gesetzlichen Weichen gestellt wurden.

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und der Errichtung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) wurden einige Online-Glücksspiele zwar grundlegend erstmals offiziell legalisiert, gleichzeitig aber auch sehr stark eingeschränkt.

Anbieter mit einer GGL-Lizenz haben daher im internationalen Vergleich ein sehr eingeschränktes Spielangebot, starre Pauschal-Limits und viele Mikro-Regelungen, die bei Spielteilnehmern regelmäßig auf Unmut stoßen, beispielsweise die künstliche Verzögerung eines Spins bei Online-Spielautomaten.

Zwar gibt sich ein Teil der Spielenden mit dem hiesigen Angebot zufrieden, ein anderer Teil aber sucht weiterhin bewusst nach internationalen Alternativen. Wer auf internationale Angebote ausweicht, tut dies meist, um pauschale Limits zu umgehen und beispielsweise gezielt in einem Online Casino ohne Oasis oder ohne starres 1-Euro-Einsatzlimit zu spielen.

Die Sonneninsel Malta: Heimat zahlreicher Casinos und Wettanbieter

Malta steht bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten im Fokus der internationalen Glücksspiel-Branche. Mit der Gründung der Malta Gaming Authority im Jahr 2001 entwickelte sich der Inselstaat früh zu einem der wichtigsten Lizenzstandorte für Online-Casinos und Sportwetten-Anbieter in Europa.

Trotz seiner geringen Größe haben sich auf Malta zahlreiche Unternehmen aus der Glücksspiel-Industrie angesiedelt. Vor allem in Saint Julian’s und Sliema sitzen heute dutzende Casino-, Poker- und Sportwetten-Unternehmen sowie technische Dienstleister aus dem iGaming-Bereich.

Auch landbasierte Spielbanken gehören seit Jahren zum festen Bestandteil des maltesischen Glücksspiel-Marktes. Die beiden bekanntesten und größten Casinos des Landes befinden sich beide in Saint Julian’s. Dabei handelt es sich um das Dragonara Casino auf der Halbinsel St. George’s Bay sowie das Portomaso Casino im Stadtteil Paceville innerhalb des Portomaso-Komplexes. 

Dass sich so viele Anbieter ausgerechnet für Malta entschieden haben, liegt unter anderem an der frühen gesetzlichen Regulierung des Online-Glücksspiels, der englischen Amtssprache, der EU-Mitgliedschaft sowie vergleichsweise klaren rechtlichen Rahmenbedingungen.

Gleichzeitig etablierte sich auf der Insel über viele Jahre ein vollständiges Netzwerk aus Glücksspiel-Unternehmen, Zahlungsdienstleistern, Software-Entwicklern und spezialisierten Kanzleien. Die MGA gilt dabei als vergleichsweise streng arbeitende Glücksspiel-Behörde. Lizenznehmer müssen klare Vorgaben zu Spielerschutz, verantwortungsvollem Glücksspiel, Datenschutz, technischer Sicherheit und Geldwäsche-Prävention erfüllen.

Dazu gehören Prüfungen der Unternehmensstruktur, Kontrollen von Zahlungsflüssen, Vorgaben zur Kunden-Verifizierung und laufende Berichtspflichten gegenüber der Behörde. Malta ist damit zwar ein internationaler Lizenzstandort, aber kein rechtsfreier Raum. 

Gibraltar zwischen britischem Recht und internationalem Glücksspiel-Markt

Auch Gibraltar zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Standorten der internationalen Glücksspiel-Branche. Das britische Überseegebiet an der Südspitze Spaniens etablierte sich bereits früh als Standort für große Sportwetten- und Online-Casino-Unternehmen. 

Viele bekannte Marken aus dem europäischen Glücksspielmarkt haben in Gibraltar ihren Sitz oder verwalten von dort aus Teile ihres Geschäfts. Der Standort ist eng mit dem britischen Markt verbunden und besitzt zugleich ein eigenes Glücksspielrecht, das auf Online-Casinos und Sportwetten zugeschnitten ist.

Für Anbieter war Gibraltar lange attraktiv, weil sich von dort aus internationale Glücksspiel-Angebote mit einem klaren Lizenzmodell, überschaubaren Steuern und einem Zugang zum europäischen Markt verbinden ließen. Vor allem größere Sportwetten-Anbieter nutzten den Standort daher als europäische Basis.

Mit dem Brexit veränderte sich die Situation allerdings spürbar. Da Gibraltar gemeinsam mit Großbritannien die Europäische Union verließ, verloren viele Glücksspiel-Unternehmen den direkten Zugang zum EU-Binnenmarkt.

Zahlreiche Anbieter verlagerten daraufhin Teile ihres Geschäfts nach Malta oder in andere europäische Lizenzstandorte, um weiterhin ohne größere regulatorische Hürden innerhalb der EU tätig zu bleiben. Trotzdem gehört Gibraltar weiterhin zu den bekannten Namen der internationalen Glücksspiel-Industrie. 

Die dortige Gibraltar Regulatory Authority überwacht lizenzierte Anbieter und setzt Vorgaben zu Spielerschutz, Unternehmens-Transparenz und Geldwäsche-Prävention durch. Bis heute sitzen dort verschiedene große Unternehmen aus dem Sportwetten- und Online-Glücksspiel-Bereich.

Isle of Man und Alderney

Ebenfalls eng mit dem Vereinigten Königreich verbunden, aber rechtlich etwas komplizierter aufgebaut, sind die Isle of Man und Alderney. Beide zählen seit Jahren zu den bekannten Lizenzstandorten im internationalen Glücksspiel-Markt, gehören aber weder direkt zum Vereinigten Königreich noch zur Europäischen Union.

Die Isle of Man besitzt mit der Gambling Supervision Commission eine eigene Glücksspiel-Behörde und richtet sich vor allem an international tätige Online-Casino- und Sportwetten-Anbieter.

Alderney reguliert den Markt über die Alderney Gambling Control Commission und ist ebenfalls auf digitale Glücksspiel-Angebote ausgerichtet. Für Unternehmen sind solche Standorte interessant, weil sie spezialisierte Lizenzmodelle, klare Zuständigkeiten und Erfahrung mit internationalem Online-Glücksspiel verbinden.

Im Vergleich zu Malta spielen Isle of Man und Alderney im europäischen Markt zwar eine kleinere Rolle, tauchen aber weiterhin regelmäßig in der internationalen Glücksspiel-Branche auf.

Curaçao und andere internationale Lizenzstandorte

Neben europäischen Standorten wie Malta oder Gibraltar spielt seit vielen Jahren auch Curaçao eine wichtige Rolle im internationalen Online-Glücksspiel. Die Karibik-Insel vergibt bereits seit den 1990er Jahren Lizenzen für Online-Casinos und Sportwetten-Anbieter und entwickelte sich dadurch früh zu einem global bekannten Standort der Branche.

Kleinere Insel- und Sonderstandorte passen gut zu einer Branche, die fast vollständig digital arbeitet. Online-Casinos brauchen keine große lokale Fläche, sondern vor allem eine Lizenz, Zahlungswege, technische Infrastruktur und klare Unternehmens-Strukturen. Curaçao konnte sich dadurch früh als Standort für Anbieter etablieren, die ihre Plattformen international erreichbar machen wollten.

Neben Curaçao tauchen auch andere kleinere Standorte im Zusammenhang mit Online-Glücksspiel auf, darunter Antigua und Barbuda oder Kahnawake in Kanada. Viele dieser Behörden richten sich an international tätige Anbieter mit global erreichbaren Plattformen.

Curaçao galt lange als vergleichsweise unkomplizierter Lizenzstandort mit niedrigen Hürden für Betreiber. In den vergangenen Jahren wurde das dortige Glücksspiel-System jedoch grundlegend umgebaut.

Hintergrund waren unter anderem internationaler Druck auf die Regulierung sowie Forderungen aus den Niederlanden nach strengeren Kontrollen bei Geldwäsche, Unternehmens-Prüfungen und Lizenzvergaben.

Im Zuge dessen entstand mit der Curaçao Gaming Authority (CGA) eine neue Glücksspiel-Behörde, die das bisherige System schrittweise ersetzt und langfristig deutlich stärker regulieren soll.

Parallel dazu wurde auch ein neues Glücksspielgesetz auf den Weg gebracht, das strengere Vorgaben für Lizenznehmer vorsieht. Themen wie Compliance, Spielerschutz, Unternehmens-Nachweise, Zahlungsströme und Maßnahmen gegen Geldwäsche stehen dadurch heute auch in Curacao stark im Fokus.

Symbolfoto Cyperatacke –  © 2024 Pixabay

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