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Tim Bendzko auf der Bühne im Kulturzentrum Schlachthof.

Tim Bendzko krönt das Sorgenfresser Familienfest der R+V

Volker Watschounek 3 Stunden vor 0

6.000 Besucher, bewegende Familiengeschichten und ein umjubeltes Tim-Bendzko-Konzert: Das Sorgenfresser Familienfest berührte.

Volle Wege, lachende Kinder, bewegende Geschichten und ein gefeierter Konzertabend: Das Sorgenfresser Familienfest hat am Sonntag Tausende Menschen auf das Gelände des Kulturzentrums Schlachthof gelockt. Zwischen Mitmachaktionen, Vorträgen und persönlichen Begegnungen zeigte die Veranstaltung, wie nah Unterhaltung und gesellschaftliche Themen beieinanderliegen können.

Spielen, entdecken und Stempel sammeln

Schon am Vormittag füllte sich das Gelände. Kinder zogen mit ihren Stempelkarten von Station zu Station, probierten sich im Mitmach-Zirkus aus, malten Bilder oder stellten ihr Geschick bei verschiedenen Aktionen unter Beweis. Wer alle Stationen erfolgreich absolvierte, erhielt am Ende eine besondere Belohnung: den kleinen Sorgenfresser „Ruvino“.

Die Stempelkarte entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling. Immer wieder liefen Kinder stolz mit ihren gefüllten Karten über das Gelände und berichteten begeistert von ihren Erlebnissen. Besonders der Mitmach-Zirkus sorgte für große Augen. Hier konnten die jungen Besucher selbst aktiv werden, Akrobatik ausprobieren und erste Jonglierkünste erlernen.

Wenn Familien über Sorgen sprechen

Doch das Sorgenfresser Familienfest wollte mehr sein als ein klassisches Familienfest. Im Mittelpunkt standen auch die Herausforderungen des Familienalltags. Auf mehreren Bühnen diskutierten Experten, Betroffene und Gäste über Mental Load, Rollenbilder und die Belastungen, die viele Familien täglich begleiten.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der Auftritt von Michi Fritz, Mitgründer von Viva con Agua. Er sprach über die Rolle von Vätern in der Familie, über Prägungen aus der eigenen Kindheit und darüber, wie sich gesellschaftliche Erwartungen verändert haben. Über alte Rollenbilder, der Frau am Herd und den Wandel. Zusammen mit zwei Vätern aus dem Publikum entwickelte sich ein offenes Gespräch über Verantwortung, Gefühle und die Frage, wie moderne Familien heute funktionieren.

An diesen Faden knüpfte anschließend Psychologe und Autor Lukas Klaschinski an. Er sprach über mentale Belastungen, über den Druck des Alltags und darüber, warum psychische Gesundheit längst ein Thema für die gesamte Familie geworden ist.

Geschichten, die unter die Haut gingen

Zu den bewegendsten Momenten des Tages gehörte die Vorstellung eines Films, in dem zehn Familien aus ganz Deutschland von ihren Sorgen, Herausforderungen und Schicksalsschlägen berichteten. Die Gespräche machten deutlich, wie viele Menschen unter dem sogenannten Mental Load leiden – jener oft unsichtbaren Last aus Organisieren, Planen und ständiger Verantwortung.

Besonders eindrucksvoll berichtete eine Familie vom Alltag mit ihrem Sohn Quentin, der im Rollstuhl sitzt. Die Eltern schilderten offen, wie Ausgrenzung noch immer zum Alltag vieler Menschen mit Behinderung gehört und wie häufig Inklusion an fehlender Umsetzung scheitert.

Auch Mental-Load-Expertin Laura Fröhlich gab praktische Impulse. Sie empfahl Familien, Aufgaben sichtbar zu machen, Verantwortung bewusst zu verteilen und sich gegenseitig zu entlasten. Eine ihrer wichtigsten Botschaften lautete, dass insbesondere Frauen sich erlauben müssten, auch einmal innezuhalten und offen auszusprechen, wenn die Belastung zu groß werde.

6.000 Besucher feiern einen besonderen Tag

Den ganzen Tag über herrschte auf dem Gelände des Kulturzentrums Schlachthof reges Treiben. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 6.000 Menschen das Sorgenfresser Familienfest. Gleichzeitig sorgten die Sicherheitsvorgaben dafür, dass sich nie mehr als rund 300 Besucher gleichzeitig in den jeweiligen Veranstaltungsbereichen aufhielten. So verteilte sich das Publikum über den gesamten Tag hinweg auf die zahlreichen Aktionen, Vorträge und Begegnungsangebote.

Neben den Bühnenprogrammen präsentierten sich zahlreiche Initiativen, Vereine und Projektpartner. Sie kamen mit Familien ins Gespräch, informierten über ihre Arbeit und machten deutlich, dass hinter vielen Sorgen auch gesellschaftliche Herausforderungen stehen, die nur gemeinsam gelöst werden können.

Tim Bendzko zieht die Massen an

Gegen 17 Uhr wurde es auf dem Gelände noch einmal spürbar voller. Der Grund wartete in der Konzerthalle des Schlachthofs. Dort sollte wenig später Tim Bendzko auftreten. 15 Minuten vor Konzertbeginn reichte die Warteschlange weit über das Gelände hinaus. Besucher standen entlang der Gartenfeldstraße mehrere hundert Meter Richtung Hauptbahnhof an, um noch einen Platz in der Halle zu ergattern. Familien, Jugendliche und langjährige Fans warteten geduldig, um ihrem Idol möglichst nahe zu kommen.

Als Tim Bendzko schließlich die Bühne betrat, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Die Besucher sangen mit, hielten ihre Smartphones in die Höhe und feierten den Berliner Musiker begeistert. Das kostenlose Konzert wurde zum emotionalen Finale eines Tages, der viele Menschen berührt hatte.

So endete das Sorgenfresser Familienfest mit Musik, Applaus und dem Gefühl, dass Sorgen kleiner werden können, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Genau das war an diesem Tag auf dem Schlachthof-Gelände immer wieder zu spüren.

Foto – Tim Bendzko in Wiesbaden ©2026 Volker Watschounek / Wiesbaden lebt!

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Mehr Informationen zu Tim Bendzko.
Weitere Informationen zum R+V Sorgenfresser Familienfest.

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