Demonstration, Cabaret, Party und Familientag: Das Pride Wochenende macht Wiesbaden zum Treffpunkt für Vielfalt.
Am Berliner Brandenburger Tor werden Ende Juli wieder Hunderttausende Menschen zum Christopher Street Day erwartet. Doch bereits an diesem Wochenende rückt auch Wiesbaden die Themen Vielfalt, Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Das Pride Wochenende bringt Demonstrationen, Kulturveranstaltungen, Familienangebote und eine große Feier zusammen – und macht deutlich, dass queeres Leben längst Teil des öffentlichen Lebens der Landeshauptstadt ist.
Christopher Street Day, kurz gefasst
Parade – Laut. Stolz. Unaufhaltsam. – Kein Schritt zurück! Wann: Samstag, 30. Mai 2026, 13:00 Uhr Wo: Warmer Damm, Paulinenstraße 15, 65189 Wiesbaden
Auftakt mit Drag-Kunst und queerer Bühnenkultur
Den künstlerischen Auftakt gestaltet die internationale Drag-Künstlerin Pretty Lamé in der Wartburg. Mit ihrem Programm „Alles Pretty!“ eröffnet sie am Freitag die Pride-Tage mit einer Mischung aus Cabaret, Comedy, Musical und Pop. Gemeinsam mit Pianist Tim Hawken verbindet sie Humor, Musik und gesellschaftliche Botschaften.
Die Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden setzt dabei bewusst auf Sichtbarkeit. Der Abend zeigt, wie vielfältig queere Kultur heute auftritt und wie selbstverständlich sie Teil der Wiesbadener Kulturszene geworden ist.
Am Freitagabend folgt mit „Suspens!on“ ein ungewöhnliches Performance-Ritual des Hamburger Kollektivs XelK. Inspiriert von Euripides‘ „Die Bakchen“ verschmelzen Tanz, Theater und Performance zu einer dionysischen Inszenierung, die das Publikum aktiv einbindet.
CSD-Demonstration zieht durch die Innenstadt
Höhepunkt des Pride Wochenendes ist am Samstag die Demonstration zum Christopher Street Day. Unter dem Motto „Laut. Stolz. Unaufhaltsam. – Kein Schritt zurück!“ versammeln sich wieder Hunderte ab 13 Uhr am Warmen Damm hinter dem Staatstheater.
Anders als ein reiner Festumzug versteht sich die Demonstration als politische Kundgebung. Die Organisatoren verweisen darauf, dass weiterhin gegen Diskriminierung und queerfeindliche Entwicklungen protestiert werden müsse. Auf dem Weg durch die Innenstadt ist eine Zwischenkundgebung am Rathaus geplant, bei der Vertreter der Community und Wiesbadener Stadtpolitiker sprechen werden.
Anschließend zieht die Parade weiter Richtung Schlachthof. Dort beginnt um 15 Uhr das große Sommerfest.
Schlachthof wird zum Zentrum der Pride
Rund um den Schlachthof erwartet Besucher ein vielfältiges Programm. Musik, queere Händler, Informationsstände, politische Initiativen sowie gastronomische Angebote schaffen einen Begegnungsort für Menschen unterschiedlichster Generationen und Hintergründe.
Bis tief in die Nacht bleibt das Gelände Treffpunkt der Community. Ab 22 Uhr startet die große Pride-Party. Auf drei Tanzflächen reicht das musikalische Spektrum von Pop und Partyklassikern über House und Techno bis zu Hardgroove und Trance. Die Veranstalter versprechen ein „Feuerwerk der Inklusion“ und eine Nacht voller Begegnungen.
Vielfalt beginnt in der Familie
Zum Abschluss lädt die Jugendkirche KANA am Sonntag zum Familientag ein. Gottesdienst, Kreativangebote, Musik und gemeinsame Aktivitäten richten sich bewusst an alle Altersgruppen.
Damit endet ein Wochenende, das weit mehr sein möchte als eine Feier. Das Pride Wochenende in Wiesbaden verbindet Kultur, politische Haltung und gesellschaftliche Begegnung. Während Europas größte Pride-Parade in Berlin unter dem Motto „Nie wieder still“ stattfindet, sendet auch Wiesbaden eine klare Botschaft: Vielfalt gehört sichtbar in die Mitte der Gesellschaft.
Foto – CSD Wiesbaden ©2023 Volker Watschounek
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Christopher-Street-Day in Wiesbaden.



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