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Verleihung des Carol-Nachman-Preises 2026

Prof. Daniel Solomon und Prof. Michael Holers erhalten den Carol-Nachman-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für Rheumatologie 2026. Er ist mit 37.500 Euro Preisgeld einer der höchstdotierten Medizinpreise der Bundesrepublik und der weltweit höchstdotierte Preis auf dem Gebiet der Rheumatologie. Das Kuratorium entschied sich außerdem für Neil Betteridge und Maarten de Wit als Träger der mit 2.500 Euro dotierten Carol-Nachman-Medaille.

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Prof. Daniel Solomon und Prof. Michael Holers erhalten den Carol-Nachman-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für Rheumatologie 2026. Er ist mit 37.500 Euro Preisgeld einer der höchstdotierten Medizinpreise der Bundesrepublik und der weltweit höchstdotierte Preis auf dem Gebiet der Rheumatologie. Das Kuratorium entschied sich außerdem für Neil Betteridge und Maarten de Wit als Träger der mit 2.500 Euro dotierten Carol-Nachman-Medaille.

Am Freitag, 19. Juni, verliehen Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr den Carol-Nachman-Preis und die Carol-Nachman-Medaille im Rahmen einer Feierstunde im Großen Festsaal des Rathauses. 

Oberbürgermeister Mende dankte in seiner Rede den ausgezeichneten Wissenschaftlern: „Vielen Dank für den unermüdlichen Einsatz für die Menschen mit rheumatischen Erkrankungen, die dank ihrer Forschungen neue Hoffnung schöpfen können. Danke dafür, dass sie mit ihrer Arbeit die Grenzen des Wissens erweitern und den Weg für bessere Therapien ebnen.“

Prof. Solomon arbeitet an der Harvard Medical School  und erhielt den Carol-Nachman-Preis für seine wissenschaftlichen Arbeiten. Mit diesen hat er maßgeblich zum Verständnis des erhöhten kardiovaskulären Risikos bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beigetragen. Er konnte durch seine grundlegenden epidemiologischen Studien zeigen, dass chronische Entzündung ein zentraler Treiber atherosklerotischer Erkrankungen ist. Zu seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen zählen die Definition und Charakterisierung des erhöhten kardiovaskulären Risikos bei rheumatoider Arthritis, die Entwicklung krankheitsspezifischer Risikoprädiktionsmodelle für entzündlich-rheumatische Erkrankungen sowie wegweisende pharmakoepidemiologische Arbeiten zur Sicherheit antirheumatischer und antiinflammatorischer Therapien. Darüber hinaus gelang ihm in besonderer Weise die translationale Verbindung von klinischer Versorgung, Versorgungsforschung und Präventionsmedizin. Mit seinem wissenschaftlichen Wirken hat Prof. Solomon die Grundlagen für ein vertieftes Verständnis entzündungsassoziierter Begleiterkrankungen geschaffen und die klinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen weltweit verbessert.

Prof. Holers erhielt den Carol-Nachman-Preis für seinen wegweisenden Arbeiten zur Komplement-Immunbiologie und zu den Frühstadien der rheumatoiden Arthritis. Er hat damit das Verständnis von Autoimmunität nachhaltig geprägt. Insbesondere seine Forschungen zur Interaktion zwischen angeborener und adaptiver Immunität sowie zur komplementvermittelten B-Zell-Aktivierung eröffneten neue Perspektiven für Forschung und Therapie. Als Leiter der Rheumatologie an der University of Colorado School of Medicine etablierte Prof. Holers eines der international führenden Zentren für translationale Autoimmunforschung. Seine Arbeiten zur gewebespezifischen Komplementhemmung schufen innovative therapeutische Konzepte, die die moderne Therapieentwicklung in Rheumatologie und Immunologie bis heute beeinflussen. Besonders prägend war sein Beitrag zur Neudefinition der rheumatoiden Arthritis: Lange bevor Prävention ein zentrales Thema wurde, zeigte Prof. Holers, dass die Erkrankung bereits viele Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome beginnt. Damit legte er wesentliche Grundlagen für moderne Präventionsforschung und Präzisionsmedizin in der Rheumatologie. Mit seinem wissenschaftlichen Lebenswerk, seinen zahlreichen Publikationen und seinem prägenden Einfluss auf Generationen von Forschenden und Klinikerinnen und Klinikern zählt Prof. Holers zu den international herausragenden Persönlichkeiten der modernen Rheumatologie.

Maarten de Wit erhielt die Carol-Nachman-Medaille in Anerkennung seines außergewöhnlichen und langjährigen Engagements für die Patientenvertretung in der Rheumatologie. Seit dem Jahr 2000 setzt er sich auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene mit großer Leidenschaft und Beharrlichkeit für die Belange von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Als Vizepräsident der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) im Auftrag von People with Arthritis and Rheumatism in Europe (PARE) sowie durch seine prägende Mitwirkung bei Advancing Outcome Measurement in Rheumatolog (OMERACT) hat er maßgeblich dazu beigetragen, Ergebnisparameter in der rheumatologischen Forschung konsequent aus Sicht der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Darüber hinaus hat er als engagierter Trainer mehr als 600 Patientenvertreterinnen und -vertreter sowie Forschende befähigt, sich kompetent und wirkungsvoll an kooperativer Forschung zu beteiligen. Sein Wirken ist wegweisend und von nachhaltiger Bedeutung für die internationale Rheumatologie und die Stärkung der Patientinnen- und Patientenperspektive.

Neil Betteridge erhielt die Carol-Nachman-Medaille in Anerkennung seines außergewöhnlichen und unermüdlichen Engagements für Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen. Als Vizepräsident der EULAR im Namen der PARE hat er die Öffentlichkeits- und Interessenvertretung der Organisation maßgeblich geprägt und entscheidend weiterentwickelt. Mit großer Überzeugungskraft, Weitblick und unermüdlichem Einsatz setzt er sich bis heute für strategische Gesundheitsfragen aus Sicht der Patientinnen und Patienten ein. Sein Wirken hat die internationale Patientengemeinschaft nachhaltig gestärkt und verdient höchste Anerkennung.

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