Die Fluglärmkommission Frankfurt, in der auch die Landeshauptstadt Wiesbaden vertreten ist, hat auf ihrer Sondersitzung am Mittwoch, 10. Juni, das geänderte Betriebskonzept für den Flughafen Frankfurt zur Kenntnis genommen. Mit diesem Konzept sollen bis zum Jahr 2033 deutlich mehr Starts und Landungen abgewickelt werden. Ein zunehmender Teil der Flugzeuge wird dabei Richtung Nordwesten starten und Wiesbaden überfliegen.
Bürgermeisterin Christiane Hinninger, Vertreterin der Landeshauptstadt Wiesbaden in der Fluglärmkommission, sagt: „Das geänderte Betriebskonzept wird dazu führen, dass Wiesbaden in den Abendstunden stärker von Fluglärm betroffen sein wird. Das ist eine auch gesundheitlich zusätzliche Belastung, die nicht hinnehmbar ist. Der Schutz vor Fluglärm darf nicht den Betriebswünschen des Flughafenbetreibers untergeordnet werden. Die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene wäre das wirksamste Mittel, um die Menschen in der Region trotz steigender Nachfrage bei Mittel- und Langstreckenflügen vor zusätzlichem Fluglärm zu schützen.“
Die Kommission fordert, die mit dem geänderten Betriebskonzept einhergehende Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Nordwestabflüge sollen auf das betrieblich erforderliche Mindestmaß begrenzt werden. Die Kommission hat die Deutsche Flugsicherung außerdem aufgefordert, weitere Zeitfenster für Lärmpausen auch in der Nacht und in anderen lärmsensiblen Zeiten zu prüfen.
Im Planfeststellungsverfahren für den Flugbetrieb bei Westwetterlage war versprochen worden, dass die Nordwest-Abflugstrecken nur in Ausnahmefällen mit einem Anteil von etwa 1,5 Prozent genutzt werden. Das geänderte Betriebskonzept sieht nun jahresdurchschnittlich bis zu 25 Prozent Nordwest-Abflüge am Tag und 20 Prozent in der Nacht vor.
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