Der SV Wehen Wiesbaden rennt, drückt, zwingt den Gegner tief in die eigene Hälfte – doch am Ende bleibt nur Frust.
Der SV Wehen Wiesbaden erlebt am 30. Spieltag der 3. Liga einen Abend, der vieles zeigt – nur kein Happy End. Gegen Hansa Rostock verliert Wiesbaden trotz klarer Spielkontrolle, Überzahl und zahlreicher Chancen mit 0:1. Es ist ein Spiel, das Mut macht – und zugleich schmerzt
3. Liga, 30. Spieltag
SV Wehen Wiesbaden – F. C. Hansa Rostock 0:1 , (0:1)
Aufstellung SV Wehen Wiesbaden
Mannschaft: Noah Brdar – Jordy Steven Gillekens – Sascha Mokenhaupt – Tarik Gözüsirin – Justin Janitzek – Robin Kalem (61. Ryan Johansson)– Florian Hübner – Gino Fechner – Fatih Kaya – Moritz Flotho – Fabian Greilinger (61. Niklas May)
Reservebank: Kevin Broll – Jakob Lewald – Ben Nink – Donny Bogicevic – Nassam Agrafiotis – Lukas Schleimer – David Suarez Cardenes
Trainer: Daniel Scherning
Aufstellung F.C. Hansa Rostock:
Reservebank:
Trainer:
Tore: 0:1 Fakic (4′)
Zuschauer: 2500
Schiedsrichter: Felix Wagner
Die Partie beginnt mit Tempo, doch früh kippt die Stimmung. Nach nur drei Minuten entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter für Rostock. Kenan Fatkic tritt an, verwandelt sicher – 0:1. Wiesbaden reagiert sofort, läuft hoch an, stört früh und zwingt die Gäste zu Fehlern.
Der SVWW übernimmt die Kontrolle, schiebt das Spiel in die Hälfte der Rostocker. Doch der letzte Pass fehlt, der Abschluss gerät zu ungenau. Rostock verteidigt diszipliniert, schließt die Räume und lässt nur wenig zu.
Chancen bleiben liegen
Mit zunehmender Spielzeit wächst der Druck. Flanken segeln in den Strafraum, zweite Bälle landen bei Wiesbaden, Distanzschüsse sorgen für Gefahr. Doch der Ball findet nicht den Weg ins Netz. Kurz vor der Pause wird es noch einmal hektisch. Check Carstens. Florian Hübner kommt im Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter entscheidet auf Eckball. Daniel Scherning protestiert und sieht gelb.
Nach der Pause verändert sich das Spiel entscheidend. In der 65. Minute sieht Rostocks Florian Carstens die Rote Karte. Wiesbaden nutzt die Überzahl, erhöht das Tempo und bringt frische Kräfte. Gino Fechner trifft die Latte, Nikolas Agrafiotis scheitert aus der Distanz, Lukas Schleimer vergibt freistehend aus kurzer Entfernung. Wiesbaden schnürt Rostock ein – doch die Belohnung bleibt aus.
Rostock verteidigt – Wiesbaden verzweifelt
In der Schlussphase entwickelt sich ein einseitiges Spiel. Wiesbaden drückt, kombiniert, sucht die Lücke. Rostock zieht sich tief zurück, wirft sich in jeden Ball und verteidigt mit allem, was zur Verfügung steht.
Selbst in sieben Minuten Nachspielzeit gelingt der Ausgleich nicht. Schleimer setzt den Ball knapp neben das Tor, weitere Versuche werden geblockt oder abgefangen. Der SVWW rennt an – doch Rostock rettet den Vorsprung über die Zeit.
Leistung stimmt – Ergebnis nicht
Der SV Wehen Wiesbaden zeigt eine engagierte, intensive Leistung, dominiert in Überzahl und erspielt sich klare Möglichkeiten. Doch im Fußball zählt die Effizienz. Und genau die fehlt an diesem Abend.
Der SV Wehen Wiesbaden verlässt den Platz enttäuscht, aber nicht gebrochen. Die Mannschaft hadert mit Details – und zeigt zugleich, dass sie weiter an sich glaubt.
Stimmen zum Spiel
Sascha Mockenhaupt spricht offen über die Gefühlslage nach Abpfiff. „Es tut für den Moment extrem weh“, sagt der Kapitän. Und doch richtet er den Blick schnell nach vorne. Der SVWW habe sich dieses Top-Spiel erarbeitet, Schritt für Schritt, aus einer tabellarisch schwierigeren Ausgangslage heraus. Mockenhaupt sieht keinen Grund, an der eigenen Leistung zu zweifeln. „Wir können uns wenig vorwerfen. Wir haben extrem viel reingeworfen.“ Entscheidend seien am Ende Kleinigkeiten gewesen – eine strittige Elfmeter-Szene, verpasste Chancen.
Trotz der Niederlage bleibt der Glaube an den Aufstieg bestehen. „Ich werde das jetzt nicht abblasen“, stellt er klar. Die Mannschaft habe die Qualität, die nötigen Punkte zu holen. Der Abstand sei größer geworden, aber der SVWW traue sich zu, weitere Top-Spiele zu erreichen – gerade gegen direkte Konkurrenten.
Auch Trainer Daniel Scherning spart nicht mit klaren Worten. „Es tut weh und es ist mehr drin gewesen“, sagt er. Die Enttäuschung werde die Mannschaft noch einige Tage begleiten. Dann aber müsse der Fokus wieder nach vorne gehen. Scherning hebt hervor, wie seine Mannschaft nach der Roten Karte reagiert hat. Wiesbaden erhöht den Druck, bringt viele Bälle in den Strafraum und erspielt sich klare Möglichkeiten. „Wir haben uns drei glasklare Chancen erarbeitet“, erklärt er.
Dass am Ende kein Treffer fällt, bewertet er nüchtern. „Du musst eine dieser Möglichkeiten nutzen.“ Besonders die große Chance in der Nachspielzeit bleibt hängen. „Das ist eine Tausendprozentige. Da erwarte ich, dass wir das Tor treffen.“
3. Liga, 2025.2026, 30. Spieltag, Tabelle
| # | Mannschaft | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | VfL Osnabrück | 29 | 17 | 7 | 5 | 49:26 | 23 | 58 |
| 2 | FC Hansa Rostock | 30 | 14 | 11 | 5 | 53:32 | 21 | 53 |
| 3 | Energie Cottbus | 29 | 15 | 8 | 6 | 54:43 | 11 | 53 |
| 4 | Rot-Weiss Essen | 29 | 14 | 10 | 5 | 59:48 | 11 | 52 |
| 5 | SC Verl | 29 | 14 | 9 | 6 | 67:41 | 26 | 51 |
| 6 | MSV Duisburg | 29 | 14 | 9 | 6 | 52:40 | 12 | 51 |
| 7 | TSV 1860 München | 29 | 14 | 7 | 8 | 45:37 | 8 | 49 |
| 8 | SV Wehen Wiesbaden | 30 | 14 | 6 | 10 | 42:33 | 9 | 48 |
| 9 | Waldhof Mannheim | 29 | 13 | 3 | 13 | 47:53 | -6 | 42 |
| 10 | Alemannia Aachen | 29 | 12 | 5 | 12 | 51:50 | 1 | 41 |
| 11 | FC Ingolstadt 04 | 29 | 10 | 10 | 9 | 49:39 | 10 | 40 |
| 12 | Viktoria Köln | 29 | 11 | 5 | 13 | 40:39 | 1 | 38 |
| 13 | VfB Stuttgart II | 29 | 11 | 5 | 13 | 35:46 | -11 | 38 |
| 14 | Jahn Regensburg | 29 | 10 | 6 | 13 | 37:43 | -6 | 36 |
| 15 | 1899 Hoffenheim II | 29 | 10 | 5 | 14 | 53:53 | 0 | 35 |
| 16 | 1. FC Saarbrücken | 29 | 7 | 12 | 10 | 40:43 | -3 | 33 |
| 17 | Erzgebirge Aue | 29 | 5 | 9 | 15 | 33:52 | -19 | 24 |
| 18 | SSV Ulm 1846 | 29 | 7 | 3 | 19 | 38:61 | -23 | 24 |
| 19 | TSV Havelse | 29 | 5 | 8 | 16 | 41:64 | -23 | 23 |
| 20 | 1. FC Schweinfurt 05 | 29 | 4 | 2 | 23 | 26:68 | -42 | 14 |
Archivfoto ©2026 Volker Watschounek
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