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Wochenendausblick: Die Couch Potatoes stehen gemeinsam auf der Bühne vor einem feiernden Publikum. Das Veranstaltungsbild kündigt den Auftritt der Band beim Köhlerfest an.

Wochenendausblick: Von Westend bis Rock und Rap

Was ist los in Wiesbaden? Das Wochenendcafé serviert Stadtgespräch, Kulturtage und Stadtgeschichte, dazu Free Jazz, Erik Cohen und Depeche Mode. Kunst, Landpartie, „Metropolis Wiesbaden“ und das Bahnhofsfest in Dotzheim machen die Entscheidung zwischen Sofa und Stadt nicht leichter.

Volker Watschounek 1 Monat vor 0

Wiesbaden geht ins Wochenende: Stadtgespräch, Kulturtage, Konzerte, Kunst, Landpartie und Bahnhofsfest sorgen für reichlich Auswahl.

Man könnte dieses Wochenende vernünftig angehen. Ein bisschen Haushalt, früh schlafen, vielleicht endlich den Keller aufräumen. Man könnte es aber auch lassen. Denn Wiesbaden hat für die kommenden Tage andere Pläne: Die Stadt philosophiert mit Kindern, diskutiert über ihre Straßen, erinnert sich an Dienstmädchen und Grandhotels, tanzt durchs Westend, hört Depeche Mode zwischen Schallplatten und feiert am Sonntag einen Bahnhof. D

Erst einmal die Welt neu erfinden

Warum klein anfangen? In der Mauritius-Mediathek dürfen Kinder am Donnerstag gleich überlegen, wie die Welt aussehen müsste, wenn sie selbst das Sagen hätten. Ausgangspunkt ist Sabine Bohlmanns Bilderbuch „In meiner Welt“. Vermutlich entstehen dabei Ideen, auf die Erwachsene schon deshalb nicht kommen, weil sie zu lange über Haushaltspläne nachdenken. (📍 Mauritius-Mediathek | 🕒 ab 15 Uhr | 🎟️ frei)

Nur drei Stunden später wird aus der Kinderfrage eine ziemlich erwachsene: Wem gehört die Stadt? Beim vierten Stadtgespräch im Werkraum in der Langgasse geht es um Mobilität – also letztlich darum, wem Wiesbaden wie viel Platz zugesteht. Autos, Fahrräder, Fußgänger, Busse: Auf wenigen Themenfeldern lässt sich kommunale Leidenschaft zuverlässiger entfachen. (📍 Werkraum, ehem. Sport Scheck | 🕒 ab 18 Uhr | 🎟️ frei) Und wer statt Stadtplanung gerade Familienplanung betreibt, bekommt in der Asklepios Paulinen Klinik Antworten rund um die Geburt. (📍 Asklepios Paulinen Klinik | 🕒 19 Uhr | 🎟️ frei)

Von Dienstmädchen, Grandhotels und langen Nächten

Am Freitag reist Wiesbaden zunächst rückwärts. Ein Rundgang sucht nach jenen Frauen, die in den Villen der Kaiserzeit allgegenwärtig waren und im Stadtbild dennoch beinahe unsichtbar blieben: den Dienstmädchen. Fast gleichzeitig erzählt eine zweite Tour von Grandhotels, Weltkurstadt, römischen Legionären und Rosinenbombern. Wiesbaden war eben schon immer gut darin, mehrere Geschichten gleichzeitig zu erzählen. (📍 Dern’sches Gelände/Kochbrunnen | 🕒 ab 16 Uhr | 🎟️ 10/15 Euro)

Während anderswo die Vergangenheit ausgegraben wird, feiert das Westend demonstrativ die Gegenwart. In der Wellritzstraße eröffnen die Stadtteilkulturtage mit Musik, Tanz und Begegnungen. Ein passender Ort: Kaum irgendwo in Wiesbaden liegen Alltag, Kulturen und kleine Weltreisen so dicht beieinander. (📍 Wellritzstraße | 🕒 ab16 Uhr) Wer anschließend noch geordneten Verhältnissen misstraut, findet im Walhalla im Exil Free Jazz. Die „Jamsession Reloaded“ lebt ausdrücklich davon, dass vorher nicht alles feststeht. (📍 Walhalla im Exil | 🕒 ab 20 Uhr | 🎟️ frei)

Im Kulturzentrum Schlachthof weiß Erik Cohen dagegen ziemlich genau, wohin die Reise geht: irgendwo zwischen Punk, Hard Rock, Metal und Pop – nur bitte nicht bequem in eine Schublade. (📍 Schlachthof Wiesbaden | 🕒 Fr., 11. September, 20.15 Uhr | 🎟️ 30 Euro)

Ein Samstag, der sich nicht entscheiden möchte

Am Samstag wird die Auswahl endgültig unvernünftig. Im Museum Wiesbaden kann man in wenigen Schritten vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart spazieren. (📍 Museum Wiesbaden | 🕒 14 Uhr | 🎟️ 4 Euro zzgl. Eintritt) Wer danach genügend Kulturgeschichte aufgenommen hat, darf ins Grüne wechseln. Das Chausseehaus setzt bei seiner Landpartie auf Rheingauer Wein, Kulinarik und Country-Flair. Hunde dürfen mit – vermutlich auch dann, wenn sie mit Country nichts anfangen können. (📍 Chausseehaus | 🕒 Sa./So., 12./13. September | 🎟️ frei)

Und dann geschieht etwas, das selbst in Wiesbaden nicht jeden Samstag passiert: Depeche Mode erklingt zwischen Schallplattenregalen. Bei Angel Records übersetzt die „Depeche Mode Acoustic Experience“ Synth-Pop-Klassiker ins Akustische. Aus dem Plattenladen wird für einen Abend ein Club für maximal 200 Menschen. (📍 Angel Records | 🕒 19 Uhr | 🎟️ ab 19 Euro)

Fast zeitgleich nimmt das Staatstheater Wiesbaden die ganze Stadt auseinander – zumindest gedanklich. „Metropolis Wiesbaden“ zieht mit Schauspiel, Orchester und Kamera hinaus in den Stadtraum und fragt, wer eigentlich sichtbar wird und wer nicht. Fritz Lang trifft Wiesbaden. Das dürfte interessanter werden als manche Stadtverordnetensitzung. (📍 Hessisches Staatstheater | 🕒 19:30 Uhr | 🎟️ ab 12 Euro)

Am Sonntag fährt die Vergangenheit vor

Der Sonntag beginnt mit Kinderkleidung in der ESWE-Halle und endet mit Grim104 im Schlachthof. Dazwischen liegen ungefähr sämtliche Lebensphasen. Besonders nostalgisch wird es in Dotzheim. Die Nassauische Touristik-Bahn wird 40 und feiert am Bahnhof mit Fahrzeug- und Stellwerksführungen, Oldtimern, Feuerwehr und Geschichten über die Aartalbahn. Eine Bahnstrecke, die schon häufiger abgeschrieben wurde, zeigt damit ausgerechnet an ihrem Geburtstag, wie hartnäckig Vergangenheit sein kann. (📍 Dotzheimer Bahnhof | 🕒 10–17 Uhr)

Am Abend übernimmt Grim104. „No Country For Old Grim“ blickt im Schlachthof auf eine Gegenwart, die zwischen Kriegen, Internetbildern, Konsum und Großstadt zunehmend aus den Fugen geraten scheint. Leichte Sonntagsunterhaltung sieht anders aus. Spannende allerdings auch. (📍 Schlachthof Wiesbaden | 🕒 20 Uhr | 🎟️ 36 Euro)

Und wer am Montag feststellt, dass ihm das Wochenende zu abrupt abhandengekommen ist, kann es im Caligari Filmbühne verlängern. Dort läuft Pawel Pawlikowskis „My Summer of Love“. Danach allerdings gibt es keine Ausrede mehr: Dann hat die Woche endgültig gewonnen. (📍 Caligari FilmBühne | 🕒 Mo., 14. September, 20 Uhr | 🎟️ 9 Euro)

Archivfoto – Coachpotatos am Köhlerfest ©2025 Volker Watschounek

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Den Veranstaltungskalender der Landeshauptstadt Wiesbaden finden Sie www.wiesbaden.de

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