Keine Zweifel, ein massiver Einbruch der chinesischen Wirtschaft würde sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken. Wie ernst die Lage mit dem Coronarvirus ist, zeigt der weltweite Einbruch auf den Finanzmärkten. 

Welche wirtschaftlichen Konsequenzen durch das Coronarvirus für die Firmen im Rhein-Main-Gebiet entstehen, zeigt die Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammern im Rhein-Main-Gebiet. Insgesamt rechnen 46 Prozent der Firmen, darunter auch Wiesbadener unternehmen, mit Lieferengpässen und 51 Prozent mit Umsatzeinbußen.

„Am Anfang sind wir bei unseren Partnern in China nur von einer zusätzlichen Woche ‚Zwangsurlaub‘ ausgegangen, jetzt werden die Nachrichten immer diffuser.“ – Christopher Haas, Geschäftsführer der Haas & Co. Magnettechnik GmbH 

Ihre Geschäftsbeziehungen mit China sehen 46 Prozent der Unternehmen konkret beeinträchtigt. Betroffen ist die Zusammenarbeit mit Abnehmern und Lieferanten ebenso wie mit Niederlassungen oder Produktionsstätten in China, weil das Coronavirus das Land praktisch lahmgelegt habe. Dazu kommen gut 30 Prozent, die derzeit noch keine detaillierte Aussage treffen können, welche Auswirkungen die Lage in China für ihr Unternehmen haben wird. 20 Prozent der Unternehmen haben reagiert und ihre Liefersituation verändert. Ein Grund ist, dass bereits 41 Prozent Rückfragen dazu erhalten haben. Weitere 11 Prozent erwarten Nachfragen.

„Für uns derzeit nicht leicht, die Lage einzuschätzen: Nach Auskunft eines Partners wird wieder gearbeitet, in einer anderen Provinz dagegen nicht.“ – Christopher Haas, Geschäftsführer der Haas & Co. Magnettechnik GmbH 

Die Liefersituation macht sich auch bei Christopher Haas, Geschäftsführer der Haas & Co. Magnettechnik GmbH in Wiesbaden, bemerkbar: Das mittelständische Familienunternehmen produziert und vertreibt unter anderem Magnetfolien und technische Magnete sowie magnetische Sonderanfertigungen. Die Rohstoffe stammen zum Großteil aus asiatischen Ländern, wo sie abgebaut und zu Vorprodukten weiterverarbeitet werden.

„Dazu kommt die Transportsituation, die nach dem chinesischen Neujahrsfest ohnehin immer angespannt ist.“ – Christopher Haas, Geschäftsführer der Haas & Co. Magnettechnik GmbH 

56 Prozent der befragten Firmen haben bereits ihre Geschäftsreisen nach China ausgesetzt. Ebenso wird erwartet, dass Messen mit starker chinesischer Beteiligung weltweit beeinträchtigt werden. Die Unternehmen sehen auch darin mittel- bis langfristige Auswirkungen auf ihr China-Geschäft. Trotz der hohen wirtschaftlichen Betroffenheit der Unternehmen zeigt das IHK-Stimmungsbild, nur neun Prozent der Unternehmen bewerten die von China getroffenen Maßnahmen als überzogen.
China ist für die deutsche Wirtschaft seit 2016 der wichtigste Handelspartner. Das deutsch-chinesische Handelsvolumen beträgt rund 200 Milliarden Euro pro Jahr.

Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Mitte lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite der IHK-Wiesbaden finden Sie unter www.ihk-wiesbaden.de.

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!