Von engagierten Bürgern vor dem Totalabriss bewahrt galt das Bergkirchenviertel als das größte Flächensanierungsprojekt in Deutschland. Heute ist es ein kleines Kleinod.

Wiesbaden im 19. Jahrhundert: einst eine elegante Bühne der Gesellschaft. Zugleich war Wiesbaden aber auch eine Dauerbaustelle. Und um für das Wohlergehen der vornehmen Herrschaften zu sorgen, bedurfte es Heerscharen von Handwerkern, Hilfskräften sowie viele dienstbare Geister. Diese sollten kurze Wege haben und nahe dem Zentrim wohnen, jedoch nicht im Zentrum. Daher haben die erhabenen Leute das Bergkirchenviertel geschaffen.

Bergkirchenviertel, kurz gefasst

Perspektivenwechsel – Entdeckungstour durchs Bergkirchenviertel
Wann: Sonntag, 7. Oktober, 15:00 Uhr
Dauer: etwa 2 1/2 Stunden
Wo: Kochbrunnen – Obere Webergasse / Bergkirchenviertel
Treffpunkt: Kochbrunnen  (Karte / Navigation)
Teilnahme: 8,00 Euro

Tickets sind vor Ort erhältlich, Reservierung gerne unter 0611 / 507427 oder E-Mail info(at)kultour-und-mehr.de

„Es sind meist Tagelöhner und Handwerksgehilfen, die oft ihres ärmlichen Anzugs wegen sich scheuen, in der Stadtkirche zu erscheinen, und die auch nach ihrem eigentümlichen Bedürfnis und ihrer Auffassungsfähigkeit anders angespro­chen werden müssen als die mehr aus Gebildeten bestehende Versammlung in der Stadtkirche“ – so begründete Stadtpfarrer Wilhelmi die Notwendigkeit einer neuen evangelischen Kirche für Wiesbaden.

Leben im Katzeloch

Im Katzeloch wohnten sie: Die Weltkurstadt war auf  ihre Dienste, auf die von Legionen hilfreicher Geister, angewiesen: Nur sollten sich diese bitteschön im Hintergrund halten und nicht zu sehr in Erscheinung treten – weshalb die kleinen Leute im Quartier um die Bergkirche, dem Wiesbadener Katzeloch wohnten.

Von Ernst May zur Flächensanierung vorgesehen, wurde das Quartier vor dem Totalabriss bewahrt. Nach 40 Jahren wurde das Sanierungsprojekt  im vergangenen Jahr abgeschlossen. Im Rahmen der Stadtführung zeigt der Historiker Rainer Niebergall, dass es sich gelohnt hat!?

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