Elf Wiesbadener aus Kliniken, Pflege und Gesundheitswesen loteten in Istanbul neue Kooperationen und Wege für Fachkräfte vor Ort aus.
Wiesbaden und Istanbul wollen ihre langjährige Städtepartnerschaft stärker für das Gesundheitswesen nutzen. Eine elfköpfige Delegation aus Kliniken, Pflege, Wohlfahrt und Gesundheitsförderung reiste dafür mehrere Tage in die türkische Metropole. Im Mittelpunkt standen die Ausbildung von Fachkräften, ihre späteren Arbeitsmöglichkeiten in Wiesbaden und mögliche Kooperationen zwischen Einrichtungen beider Städte.
Ausbildung vor Ort kennenlernen
Organisiert wurde die Reise von der EGW Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden gemeinsam mit dem Städtepartnerschaftsverein Wiesbaden – Istanbul/Fatih e.V. Die Stiftung Gesundheitsstadt Wiesbaden förderte den Besuch. Zur Delegation gehörten Vertreter der Helios HSK, des St. Josefs-Hospitals, der Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft, des Caritasverbands für die Diözese Limburg, des Städtepartnerschaftsvereins und der EGW.
In Istanbul besuchte die Gruppe mehrere Universitäten und Krankenhäuser. Dazu gehörten die Acibadem Mehmet Ali Aydinlar Universität und das Acibadem Altunizade Krankenhaus, außerdem die Bahcesehir Universität, die Istinye Universität mit dem Liv Krankenhaus sowie die Altinbas Universität. Gespräche führten die Wiesbadener zudem mit dem Pflegeheimbetreiber Medila. Ein Empfang im deutschen Generalkonsulat stand ebenfalls auf dem Programm.
Fachkräfte besser auf Wiesbaden vorbereiten
Hinter der Reise steht eine konkrete Frage: Wie lassen sich Fachkräfte, die in der Türkei ausgebildet wurden, besser auf ihren beruflichen Start in Wiesbaden vorbereiten? Schon heute arbeiten nach Angaben der Organisatoren viele von ihnen in Wiesbadener Gesundheitseinrichtungen. Für Kliniken und Pflegeeinrichtungen kann deshalb wichtig sein, Ausbildungswege und Qualifikationen in der Türkei genauer zu kennen.
Dabei geht es nicht allein um Personalgewinnung. Wer Fachkräfte aus dem Ausland langfristig binden will, muss mehrere Hürden berücksichtigen. Die Organisatoren nennen Sprachqualifizierung, die Anerkennung von Abschlüssen, fachliche Vorbereitung und kulturelle Integration als zentrale Bausteine.
Städtepartnerschaft bekommt ein neues Arbeitsfeld
Die Reise soll deshalb nicht als einmaliger Besuch enden. Die Gespräche in Istanbul hätten nach Darstellung der Organisatoren Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit in Ausbildung, Medizin, Therapie und Pflege ergeben. Damit bekommt die bestehende Städtepartnerschaft zwischen Wiesbaden und Istanbul/Fatih ein weiteres praktisches Arbeitsfeld.
Der nächste Schritt soll nun in Wiesbaden folgen. Die Kooperationspartner aus Istanbul sind zu einem vertiefenden Austausch eingeladen. Aus den ersten Kontakten könnten so konkrete Projekte entstehen – mit dem Ziel, berufliche Perspektiven für qualifizierte Gesundheitsfachkräfte zu schaffen und zugleich die Zusammenarbeit der Gesundheitsinstitutionen beider Städte auszubauen.
Foto – Austausch in Istanbul: Eine Wiesbadener Delegation besucht die Acıbadem Universität und trifft dort mit ihren Gastgebern zusammen. ©2026 LH Wiesbaden
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