Wie sah Wiesbaden früher aus? Neue offene Geodaten machen Stadtentwicklung sichtbar – von historischen Karten bis zu aktuellen Luftbildern.
Wie verlief eine Straße vor Jahrzehnten? Wo endete damals die Bebauung, und wie stark hat sich ein Quartier seitdem verändert? Antworten auf solche Fragen lassen sich jetzt leichter finden. Wiesbaden stellt über seine Open-Data-Plattform zahlreiche Geodaten öffentlich und kostenlos bereit. Dazu gehören aktuelle Stadtpläne und Luftbilder ebenso wie historische Karten und Pläne.
Die Stadt öffnet damit einen Datenbestand, der weit mehr kann, als Orientierung zu geben. Wer alte und aktuelle Karten miteinander vergleicht, kann nachvollziehen, wie Wiesbaden gewachsen ist, wo neue Wohngebiete entstanden sind und wie Straßen, Plätze oder ganze Stadtviertel ihr Gesicht verändert haben.
Daten dürfen für eigene Projekte genutzt werden
Das Angebot richtet sich nicht nur an Menschen, die sich für Wiesbadens Geschichte interessieren. Auch Unternehmen, Wissenschaftler, Schulen und andere Bildungseinrichtungen können auf die Daten zugreifen. Bereitgestellt werden sie vom Sachgebiet Geoinformation der Stadtvermessung im Tiefbau- und Vermessungsamt.
Entscheidend ist dabei: Die Karten und Luftbilder können nicht nur betrachtet werden. Die offenen Daten dürfen auch als Grundlage für eigene Karten, digitale Anwendungen, räumliche Untersuchungen oder wissenschaftliche Arbeiten dienen. Damit folgt Wiesbaden dem Grundgedanken von Open Data: Informationen der öffentlichen Verwaltung sollen dort, wo rechtlich und technisch möglich, frei zugänglich und weiterverwendbar sein.
Historisches Wiesbaden trifft auf die Gegenwart
Besonders anschaulich wird das Angebot beim Blick zurück. Historische Karten lassen sich heutigen Darstellungen gegenüberstellen. So wird sichtbar, wo einst freie Flächen lagen, welche Verkehrswege verschwunden oder hinzugekommen sind und wie sich die Bebauung über die Jahrzehnte ausgedehnt hat.
Mobilitätsdezernent Marc Dahlen sieht darin zugleich eine Grundlage für neue Anwendungen. „Geodaten machen unsere Stadt sichtbar – in der Gegenwart und in ihrer historischen Entwicklung“, sagt er. Bürger, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung könnten die Informationen für eigene Ideen, Analysen und Anwendungen nutzen.
Dabei soll es nicht bleiben. Nach Angaben Dahlens will die Stadt den Bestand offener Geodaten „Schritt für Schritt ausbauen“. Aus dem digitalen Kartenschrank könnte damit nach und nach ein immer umfangreicheres öffentliches Archiv zur räumlichen Entwicklung Wiesbadens werden
Foto – Zwei Zeitebenen auf einer Karte: Ein historischer Wiesbadener Stadtplan überlagert eine aktuelle Karte mit dem heutigen Liniennetz rund um Innenstadt und Hauptbahnhof. ©2026 Open Data
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