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Wolfsschanze am 15. Juli 1944: Hitler begrüßt den General der Flieger K.-H. Bodenschatz, der fünf Tage später durch Stauffenbergs Bombe schwer verletzt wurde (ganz links: Stauffenberg, rechts neben Hitler: Wilhelm Keitel)

Wiesbaden Stadtarchiv blickt neu auf den 20. Juli 1944

Wie entstand das heutige Bild des Stauffenberg-Attentats? Dieser Frage widmet sich die Historikerin Ruth Hoffmann am 15. Juli bei ihrem Vortrag im Festsaal des Wiesbadener Rathauses. Sie beleuchtet die wechselvolle Erinnerung an den Widerstand gegen das NS-Regime und zeigt, wie politische Interessen das Gedenken bis heute prägen.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Wochen vor 0

Das Stadtarchiv Wiesbaden lädt zu einem Vortrag über das Stauffenberg-Attentat und die deutsche Erinnerungskultur ein.

Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Attentat auf Adolf Hitler prägt der 20. Juli 1944 das deutsche Geschichtsbewusstsein bis heute. Doch wie entstand das Bild der Widerstandskämpfer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg – und welche politischen Interessen beeinflussten diese Erinnerung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Historikerin und Journalistin Ruth Hoffmann am 15. Juli im Wiesbadener Rathaus.

Neues Rathaus, kurz gefasst

Vortrag – Das deutsche Alibi. Mythos „Stauffenberg-Attentat“
Eintritt: Frei / Anmeldung erbeten veranstaltung-stadtarchiv@wiesbaden.de.
Wann: Mittwoch, 15. Juli 2026, 18:00 Uhr
Wo: Neues Rathaus, Raum 022, Schloßplatz 6, 65183 Wiesbaden

Grundlage des Vortrags ist Hoffmanns Buch „Das deutsche Alibi. Mythos Stauffenberg-Attentat“. Darin zeichnet sie nach, wie sich die öffentliche Wahrnehmung des Attentats über Jahrzehnte verändert hat. Während die Beteiligten unmittelbar nach dem Krieg vielfach noch als „Landesverräter“ oder „Eidbrecher“ galten, setzte sich erst später das Bild mutiger Widerstandskämpfer durch. Hoffmann zeigt, dass dieser Wandel keineswegs geradlinig verlief. Vielmehr sei er von politischen Interessen, Vereinnahmungen und gesellschaftlichen Widersprüchen geprägt gewesen.

Dabei erweitert die Autorin den Blick über die bekannte Figur Stauffenbergs hinaus. Rund 200 Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft und politischer Überzeugungen seien an den Umsturzplänen beteiligt gewesen. Gerade diese Vielfalt gehe in der öffentlichen Erinnerung häufig verloren.

Gedenken im Rathaus

Im Anschluss an den Vortrag erinnert das Stadtarchiv an der Gedenkinstallation Für Demokratie im Foyer des Rathauses an die Wiesbadener Widerstandskämpfer. Für die Veranstaltung wird um Anmeldung per E-Mail gebeten.

Symbolfoto – Wolfsschanze am 15. Juli 1944: Hitler begrüßt den General der Flieger K.-H. Bodenschatz, der fünf Tage später durch Stauffenbergs Bombe schwer verletzt wurde ©2026 Bundesarchiv Bild 146-1984-079-02, Führerhauptquartier, Stauffenberg, Hitler, Keitel.jpg CC BY-SA 3.0

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Mehr Informationen zum Attentat am 20. Juli 1944 auf Wikipedia.

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