SV Wehen Wiesbaden gastiert bei den Würzburger Kickers und will nach starkem Auftaktspiel den ersten Sieg holen.
Die Enttäuschung über das 1:3 gegen Preußen Münster ist beim SV Wehen Wiesbaden verarbeitet – vergessen hat sie jedoch niemand. Trainer Daniel Scherning sieht keinen Anlass, die Leistung seiner Mannschaft schlechtzureden. Für ihn spiegelte das Ergebnis den Spielverlauf nicht wider. Am Freitagabend (19 Uhr) bei den Würzburger Kickers soll nun die passende Antwort folgen.
Expected-Goals-Wert (xG)
Der Expected-Goals-Wert (xG) beschreibt, wie viele Tore eine Mannschaft aufgrund der Qualität ihrer Torchancen statistisch hätte erzielen müssen. Jede Abschlussaktion wird dabei nach Faktoren wie Schussdistanz, Winkel, Spielsituation oder dem Druck durch Gegenspieler bewertet und mit einer Trefferwahrscheinlichkeit versehen. Aus der Summe aller Chancen ergibt sich der xG-Wert. Erreicht eine Mannschaft beispielsweise einen Wert von 3,0, bedeutet das, dass sie nach den erspielten Möglichkeiten im Durchschnitt etwa drei Tore hätte erzielen können – unabhängig davon, wie viele Treffer tatsächlich gefallen sind.
Die Analyse der Auftaktniederlage fiel entsprechend differenziert aus. Wiesbaden bestimmte über weite Strecken das Geschehen, erspielte sich zahlreiche Torchancen und kam auf einen außergewöhnlich hohen Expected-Goals-Wert. Statistisch hätte der SVWW drei Treffer erzielen müssen. Hinzu kamen mehrere gefährliche Standardsituationen und eine insgesamt dominante Vorstellung bis an die Strafräume.
Laufwege und der Torabschluss
„Wir haben vieles gut gemacht“, sagt Scherning. Nun gehe es darum, die Leistung auch in den entscheidenden Momenten in Zählbares umzuwandeln. Vor dem eigenen Tor hätten kleine Fehler Gegentreffer begünstigt, im Angriff habe die letzte Konsequenz gefehlt. Deshalb standen in dieser Trainingswoche vor allem das Verhalten im Strafraum, Laufwege und der Torabschluss im Mittelpunkt.
Personell gibt es kaum Veränderungen. Kapitän Florian Hübner und Dani Bogicevic fallen weiterhin aus. Ansonsten kann Scherning auf denselben Kader zurückgreifen wie zum Saisonauftakt. Innenverteidiger Tim Neubert rückte nach einer deutlich verbesserten Trainingswoche wieder in den Fokus, nachdem er gegen Münster nicht zum Spieltagsaufgebot gehört hatte.
Gegner mi Rückenweind
Mit den Würzburger Kickers wartet allerdings ein Gegner, der Rückenwind aus dem ersten Spiel mitbringt. Beim 2:2 in Ingolstadt bewies der Aufsteiger Moral und glich zweimal einen Rückstand aus. Scherning erwartet deshalb eine Mannschaft, die ihr erstes Heimspiel mit großer Euphorie angehen wird.
Den Gegner beschreibt der Wiesbadener Trainer als kompakt organisiert und besonders im Umschaltspiel gefährlich. Vor allem das zentrale Mittelfeld mit David Kinsombi und dem früheren Wiesbadener Ivan Franjic verleihe dem Spiel Struktur. Über die schnellen Außenbahnen und Torjäger Hasebong verfüge Würzburg zudem jederzeit über die Qualität, Spiele zu entscheiden.
Ein Blick auf die Bilanz macht deutlich, dass Würzburg für den SVWW kein Lieblingsgegner ist. Seit 2015 trafen beide Vereine achtmal aufeinander. Wiesbaden gewann lediglich zwei Begegnungen, zweimal endete das Duell unentschieden. In guter Erinnerung bleibt jedoch der 5:0-Erfolg im Oktober 2017 – damals stand auf Würzburger Seite bereits Michael Schiele an der Seitenlinie.
Interview zum Spieltag
Symbolfoto ©2024 Volker Watschounek
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