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Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme aus „Nach dem Gesetz“. Drei Personen sitzen beziehungsweise stehen an einem mit einer karierten Decke bedeckten Tisch, auf dem mehrere Kerzen brennen. Die kontrastreiche Inszenierung und die ausdrucksstarke Körpersprache sind charakteristisch für die Bildsprache des Stummfilms.

Stummfilmkonzert zum Caligari-Jubiläum: „Nach dem Gesetz“

Die Jubiläumsreihe zum 100. Geburtstag der Caligari FilmBühne geht weiter: Am 25. September trifft der Stummfilmklassiker „Nach dem Gesetz“ auf eine neue Live-Komposition von Uwe Oberg und Rudi Fischerlehner. Ein Abend zwischen Filmgeschichte, Improvisation und moderner Klangkunst.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 4 Wochen vor 0

Zum 100. Geburtstag der Caligari FilmBühne wird der Stummfilmklassiker „Nach dem Gesetz“ neu erlebbar.

Mit einem außergewöhnlichen Stummfilmkonzert setzt die Caligari FilmBühne ihre Jubiläumsreihe zum 100-jährigen Bestehen fort. Am Freitag, 25. September, um 19 Uhr verwandelt sich das traditionsreiche Kino am Marktplatz erneut in einen Konzertsaal für Filmgeschichte. Gezeigt wird der sowjetische Stummfilm „Nach dem Gesetz“ von Regisseur Lew Kuleschow, begleitet von den Live-Improvisationen des Pianisten Uwe Oberg und des Schlagzeugers Rudi Fischerlehner.

Ein Western aus Alaska – erzählt im Stil des Kammerspiels

Der 1926 entstandene Film basiert auf Jack Londons Erzählung The Unexpected und führt die Zuschauer in die Goldgräberlager Alaskas. Fünf Männer arbeiten gemeinsam an ihrem Glück, bis ein unerwarteter Gewaltausbruch alles verändert. Plötzlich stehen Edith und Hans vor einer Frage, die weit über das persönliche Schicksal hinausgeht: Soll der Täter sofort bestraft werden oder verdient er ein gerechtes Verfahren?

Kuleschow erzählt diese Geschichte als intensives Kammerspiel auf engstem Raum. Mit seiner innovativen Montagetechnik, expressiven Lichtstimmungen und eindrucksvollen Bildkompositionen schuf er einen Film, der bis heute als Meilenstein der Filmgeschichte gilt.

Musik eröffnet neue Perspektiven

Gerade diese Bildsprache bildet den Ausgangspunkt für die Live-Musik des Abends. Pianist Uwe Oberg und Schlagzeuger Rudi Fischerlehner interpretieren den Film nicht als nostalgische Begleitung, sondern als eigenständigen Dialog mit den Bildern. So entstehen neue Zugänge zu einem Werk, dessen visuelle Kraft auch ein Jahrhundert nach seiner Entstehung nichts von ihrer Wirkung verloren hat.

„Die Musiken betreiben keine nostalgische Rückschau, sondern schaffen einen Resonanzraum, in dem sich historische Bezüge und moderne Spieltechniken treffen“, erklärt Kuratorin Nina Goslar. Alle fünf Filmmusiken der Jubiläumsreihe stellten unterschiedliche Möglichkeiten vor, Stummfilme aus heutiger Perspektive neu zu begleiten.

Porträtaufnahme von Uwe Oberg. Der Wiesbadener Pianist und Komponist ist mit Brille in einem konzentrierten Moment zu sehen.
Der Wiesbadener Pianist und Komponist Uwe Oberg.

Jubiläum mit Blick auf die Stummfilmgeschichte

Die Konzertreihe gehört zum Festprogramm anlässlich des 100. Geburtstags der Caligari FilmBühne, die Ende 1926 als Ufa-Palast eröffnet wurde. Das denkmalgeschützte Kino zählt heute zu den wenigen vollständig erhaltenen Lichtspielhäusern der Stummfilmzeit. Insgesamt umfasst das Jubiläumsprogramm acht Stummfilmkonzerte, mehrere Neukompositionen sowie Vorträge rund um die Geschichte des frühen Kinos. Mit dem Konzert von „Nach dem Gesetz“ rückt erneut die enge Verbindung von Filmkunst und Live-Musik in den Mittelpunkt.

Foto – Dramatische Stummfilmkunst: Eine Szene aus dem historischen Film „Nach dem Gesetz“ zeigt drei Menschen in einer kargen Unterkunft bei Kerzenlicht. ©2026 Sammlung ÖFM

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