Sie spenden Schatten, reinigen Luft und sind eine Wohltat für die Augen: Bäume machen unsere Städte lebenswerter. Doch die Zahl der Stadtbäume geht zurück. Das Projekt „Stadtbaum“ soll das ändern.

Die Lage des Stadtbäume ist kritisch. Verletzungen der Baumrinde, Schäden am Wurzelwerk und Schädlingsbefall führen regelmäßig dazu, dass Bäume krank werden und aus sicherheitsrelevanten Gründen gefällt werden müssen. Häufig ist es so, dass mehr Bäume gefällt, als neue nachgepflanzt werden. Aufgrund der zunehmenden Versiegelung ist das mitunter auch nicht leicht. Anlass genug für die Wiesbaden Stiftung  und das Grünflächenamt an einem Strang zu ziehen. Wiesbaden soll baumgrün bleiben – um dieses Ziel weiter zu verfolgen, wurde das in der Landeshauptstadt das Projekt Stadtbaum ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts und einer Wanderausstellung, die bereits am Bahnhof zu sehen ist, stellen die Projektpartner verschiedene Baumarten wie den italienischen Ahorn oder der Rot-Esche vor. Mit Flyern weisen die Projektpartner darauf hin, dass sich Bürger beteiligen können.

„Im letzten Jahr haben wir im Stadtgebiet fast 700 Bäume neu gepflanzt. Neue Bäume zu pflanzen wird aber immer schwieriger: Die Pflanzung von Bäumen geschieht auf engstem Raum, der Untergrund ist häufig verkabelt, der Verkehrsfluss ist ins Unermessliche gewachsen, der Boden für die Wurzeln ist verdichtet.“ – Dr. Tilli-Charlotte Reinhardt, Stadträtin

Wegen der von Dr. Reinhardt geschilderten Problematik dun der zunehmenden Probleme Flächen für Bäume zu finden, haben die Projektpartner die Idee zur Wanderausstellung entwickelt. Die Wanderausstellung zeigt und erläutert hier nicht heimische Baumarten, welche Salz, Trockenheit, Frost und Verdichtung besser vertragen und resistenter gegenüber Schädlingen sind. Sechs junge Bäume, darunter eine Japanische Zelkove, eine Rote-Esche oder eine Mongolische Linde in Blumenkübeln werben für die neuen Baumarten.

„Natürlich werden die Bäume nach der Ausstellung im Herbst in die Erde gepflanzt und von uns in ihrer Entwicklung beobachtet,“ ergänzt Dr. Reinhardt, „Bäume in Kübeln wird es auch in Zukunft in Wiesbaden nicht geben.“ – Dr. Tilli-Charlotte Reinhardt, Stadträtin

Bei den Schwierigkeiten setzt setzt die Wiesbaden Stiftung an. Die Bürgerstiftung bietet die Möglichkeit, einen eigenen Baum zu pflanzen. Das kann einer der Bäume aus der Wanderausstellung sein oder in der Folge weitere Bäume. Zu dem Baum setzt die Stiftung dann einen Stein mit der jeweils vom Spender gewünschten Widmung.  Auch kleine Spenden sind willkommen, namentliche Widmungen gibt es ab 500 Euro. Und auch für jeden neuen Zustifter möchte die Bürgerstiftung in Zukunft einen Baum pflanzen. „Zwei haben sich schon gemeldet. Und das noch vor dem offiziellen Projektstart“, freut sich Alrun Schößler. Über 30 Standorte sind bereits für mögliche Pflanzungen vorgehalten.

„Vielleicht möchte jemand seinen Enkelkindern einen Baum schenken oder einem in den Ruhestand scheidenden Kollegen, vielleicht aber auch anlässlich einer Hochzeit oder vor dem Firmenstandort einen Baum pflanzen – also sich oder anderen ein Geschenk machen, das mit der Stadt verbindet und nachhaltig wirkt.“ – Alrun Schößler, Geschäftsführerin der Wiesbaden Stiftung

Die Wanderausstellung mit den verschiedenen Bäumen wandert jetzt zu sieben Ausstellungsorten. Die Bäume haben alle haben gemeinsam, dass sie Resistenzen besitzen und widerstandsfähig sind. Am Ende der Ausstellung werden sie im Stadtgebiet eingepflanzt und dürfen dort wachsen und alt werden. Und bis dahin kümmern wir uns an den wechselnden Stadtorten um die Bäume – was eine logistische Meisterleistung darstellt, berichtet Gabriele Wolter, Leiterin des Grünflächenamtes. (Foto: Mehlbeere ©2020 Hans Braxmeier from Pixabay)

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Die offizielle Internetseite Zum Projekt Stadtbaum finden Sie unter www.wiesbadenstiftung.de.

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