Kinderspielplatz Quellbornstraße in Frauenstein neu eröffnet: modern, inklusiv und wichtiger Treffpunkt für Familien.
Kinderlachen statt Bauzäune: Nach rund sechs Monaten Bauzeit ist der Kinderspielplatz an der Quellbornstraße in Frauenstein wieder geöffnet. Aus einer in die Jahre gekommenen Anlage ist ein moderner, inklusiver Spiel- und Begegnungsort entstanden – mit barrierearmen Angeboten, neuen Aufenthaltsflächen und viel Platz zum Toben.
Dass der Spielplatz heute wieder genutzt werden kann, ist das Ergebnis eines längeren Prozesses. Bereits 2020 hatte der Ortsbeirat die Neugestaltung angestoßen. „Damals war das hier eine Fläche, die viele als unattraktiv empfunden haben“, erinnerte sich der stellvertretende Ortsvorsteher Farsin Alikhani bei der Wiedereröffnung. Von der alten Anlage blieben lediglich die Tischtennisplatte und ein kleiner Sandbagger erhalten. Viele andere Spielgeräte mussten zuvor aus Sicherheitsgründen entfernt werden.
Aus einer alten Anlage wird ein moderner Spielraum
Mit Investitionen von rund 400.000 Euro hat die Stadt die etwa 2.000 Quadratmeter große Grünanlage grundlegend umgestaltet. Finanziert wurde das Projekt aus dem Budget des Grünflächenamtes.
Für Bürgermeisterin Christiane Hinninger ist der neue Spielplatz weit mehr als eine Freizeitfläche. „Gerade in Frauenstein, wo öffentliche Spiel- und Freiräume begrenzt sind, ist dieser Spielplatz jetzt wieder ein wichtiger Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien. Vor allem aber ist er inklusiv. Viele Spielgeräte ermöglichen gemeinsames Spielen von Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Das ist beispielgebend auch für andere Spielplätze.“
Die Neugestaltung war notwendig geworden, nachdem zahlreiche Spielgeräte nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entsprachen. Statt einzelne Elemente zu ersetzen, entschied sich die Stadt für eine komplette Neuplanung.
Kinder und Eltern bestimmten mit
Von Beginn an setzte das Grünflächenamt davei auf Beteiligung. Kinder, Jugendliche und Eltern konnten ihre Vorstellungen sowohl online als auch direkt vor Ort einbringen. „Aus dieser Wunschlandkarte entstehen dann unsere Planungen“, erläuterte Gabriele Wolter vom Grünflächenamt.
Die Rückmeldungen waren eindeutig: Gewünscht wurden vielfältige Spielangebote, die möglichst vielen Kindern offenstehen und gemeinsames Spielen ermöglichen. Dieses Konzept zieht sich heute durch die gesamte Anlage.
Inklusion ist kein Zusatz, sondern das Prinzip
Der neue Spielplatz versteht sich als inklusiver Bewegungsraum. Herzstück ist ein Karussell, das auch mit einem Rollstuhl genutzt werden kann. Hinzu kommen eine Doppelschaukel, ein barrierearmer Sandspielsteg sowie ein großes Kombinationsspielgerät mit zwei Rutschen. Eine davon wurde speziell für Kinder mit Behinderung konzipiert.
Ergänzt wird das Angebot durch eine Kommunikationstafel mit Symbolen. Sie erleichtert Kindern mit eingeschränkten Sprachfähigkeiten die Verständigung und unterstützt das gemeinsame Spielen. Nach Angaben der Stadt handelt es sich dabei um die erste Anlage dieser Art auf einem Wiesbadener Spielplatz.
Auch die Gestaltung des Geländes folgt dem Gedanken der Barrierefreiheit. Gut begeh- und befahrbare Fallschutzplatten sowie rollstuhlgeeignetes Fallschutzmaterial erleichtern die Nutzung der Spielbereiche. Gleichzeitig wurden unterschiedliche Schwierigkeitsgrade geschaffen, sodass Kinder ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt erweitern können.
Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Aufenthaltsqualität
Nicht nur die Spielgeräte wurden erneuert. Das bislang eher flache Gelände erhielt modellierte Spielhügel, die verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen und zugleich zum Rennen, Klettern, Verstecken und Entdecken einladen. Dabei bleibt der gesamte Platz übersichtlich.
Der vorhandene Baumbestand konnte weitgehend erhalten werden und sorgt künftig für natürlichen Schatten. Zudem wurden versiegelte Flächen entsiegelt und in Spiel- und Vegetationsflächen umgewandelt. Dadurch kann Regenwasser besser versickern, gleichzeitig verbessert sich das Mikroklima auf dem Gelände.
Neue Bänke, Tische, Fahrradbügel, Mülleimer und befestigte Aufenthaltsflächen runden das Konzept ab und machen den Spielplatz auch für Eltern und Begleitpersonen zu einem attraktiven Aufenthaltsort.
Erste Wünsche gibt es bereits
Kaum war der Spielplatz frei gegeben, gehörte der Platz den Kindern. Sie eroberten Klettergerüste, Rutschen und Karussell – und lieferten zugleich erste bekannten Ideen für die Zukunft: etwa die Seilbahn oder die Netzschaukel, die bereits im Rahmen des ersten Beteiligungsverfahren auf den Wunschzetteln vieler Kinder standen. Auch der Ruf nach einer öffentlichen Toilette wurde wieder laut.
Wann und ob diese Wünsche irgendwann erfüllt werden, hängt weniger vom Willen der Planer als mehr von den künftigen Haushaltsmitteln ab. Für den Moment überwiegt erst einmal die Freude darüber, dass Frauenstein seinen Spielplatz zurück hat.
Foto – Multifunktionsspielgerät mit zwei Rutschen ©2026 Wiesbaden lebt!
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