Wo die Sonnenfinsternis in Wiesbaden zu beobachten ist: Die Sternwarte öffnet ab 18:30 Uhr und lädt zur sicheren Beobachtung ein.
Der Blick geht heute Abend nach Westen – und diesmal lohnt er sich besonders. Über Wiesbaden schiebt sich der Mond vor die tief stehende Sonne. Bei der partiellen Sonnenfinsternis werden rund 88 Prozent der Sonnenfläche verdeckt. Gegen 19.20 Uhr beginnt das Schauspiel, sein Maximum erreicht es gegen 20:13 Uhr. Kurz darauf verschwindet die noch verfinsterte Sonne hinter dem Horizont.
Sonnenfinsternis ohne Brille: So geht es sicher
Wer keine Sonnenfinsternisbrille zur Hand hat, muss auf das Himmelsschauspiel nicht verzichten. Mit einer einfachen Lochkamera, auch Camera obscura genannt, lässt sich die partielle Sonnenfinsternis indirekt beobachten – ohne in die Sonne zu schauen.
Dafür genügt ein länglicher Schuhkarton. An einer Innenseite wird weißes Papier als Projektionsfläche befestigt. Auf der gegenüberliegenden Seite schneidet man eine kleine Öffnung aus, klebt Alufolie darüber und sticht mit einer Nadel ein winziges Loch hinein.
Zur Beobachtung stellt man sich mit dem Rücken zur Sonne und richtet den Karton so aus, dass das Sonnenlicht durch das kleine Loch auf das weiße Papier fällt. Dort erscheint die Sonnenscheibe als Projektion – während der Finsternis entsprechend vom Mond „angeknabbert“.
Wichtig: Niemals durch das Loch direkt in die Sonne schauen. Auch Sonnenbrillen, Kameras, Ferngläser oder Teleskope ohne geeigneten Sonnenfilter schützen die Augen nicht ausreichend.…
Wer das Ereignis nicht allein verfolgen möchte, kann zur Franz-Kaiser-Sternwarte kommen. Die Astronomische Gesellschaft URANIA Wiesbaden öffnet die Sternwarte auf dem Gelände der Martin-Niemöller-Schule in der Bierstadter Straße 47 bereits um 18:30 Uhr. Hier gibt es eine freie Horizontsicht gen Westen. Das gilt auch für die Hardtwald-Sternwarte in Bad Zwesten, die Sternwarte Limburg und Burgsolms. Der Eintritt ist frei, Spenden sind möglich.
Freier Blick nach Westen entscheidet
Viel Höhe allein garantiert diesmal noch keinen guten Platz. Weil die Sonne während der Sonnenfinsternis bereits sehr tief steht, braucht es vor allem einen möglichst freien Horizont Richtung Westen. Gebäude, Bäume oder Hügel können das Schauspiel frühzeitig beenden. Auch unbewaldete Anhöhen und freie Felder kommen deshalb als Beobachtungsplätze infrage.
In Wiesbaden erreicht die Finsternis nach Berechnungen gegen 20:13 Uhr ihren Höhepunkt. Rechnerisch läuft sie noch länger, doch die Sonne geht bereits während der partiellen Phase unter.
Zeitplan der partiellen Sonnenfinsternis
19.19 Uhr: Der Mond beginnt, sich vor die Sonne zu schieben. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt.
20.13 Uhr: Die Finsternis erreicht ihr Maximum. Der Mond verdeckt einen Großteil der Sonnenscheibe.
20.49 Uhr: Die Sonne geht unter – noch während der Sonnenfinsternis.
21.04 Uhr: Die partielle Sonnenfinsternis endet rechnerisch. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne bereits unter dem Horizont.
Sichtbar ist das Himmelsschauspiel damit von etwa 19.20 bis 20.49 Uhr.
Sonnenbrille reicht nicht
Beim Blick nach oben gilt allerdings eine wichtige Regel: Eine gewöhnliche Sonnenbrille schützt die Augen nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt davor, direkt und ungeschützt in die Sonne zu schauen. Erforderlich ist eine geeignete Sonnenfinsternisbrille; auch Ferngläser, Kameras und Teleskope brauchen spezielle Filter.
Und wer nach Sonnenuntergang noch nicht genug vom Himmel hat, kann gleich weitersehen: In der Nacht erreichen auch die Perseiden ihren Höhepunkt.
Symbolfoto – ©2026 KI-generiert
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