„Wasser Macht Identität“,  eine grundlegende kulturgeschichtliche Ergänzung zu den unterschiedlichen Ausstellungsprojekten zum Wiesbadener Themenjahr.

Die Sonderausstellung Wasser Macht Identität widmet sich den bedeutendsten Zeiten der Badekultur Wiesbadens: den römischen Anfängen der Wiesbadener Badetradition sowie deren Wahrnehmung, Interpretation und Auswirkung um 1900.

 

sam – Stadtmuseum am Markt, kurz gefasst

Sonderausstellung Wasser Macht Identität
Wo:
 Stadtmuseum, Marktplatz, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 11:00 – 17:00 Uhr, Do 11:00 20:00 Uhr
Eintritt: 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro

Ermäßigung für Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Besitzende der Wiesbaden TouristCard, der Ehrenamtscard oder der Kurkarte sowie Fahrkarten der THermine.

Die heißen Quellen von Wiesbaden sind das Wahrzeichen von Wiesbaden. Wie im Stadtmuseum veranschaulicht wird, werden sie zurecht mehrheitlich mit dem 19. Jahrhundert in Verbindung gebracht. In dieser Zeit stieg Wiesbaden zur Weltkurstadt auf. Fundmaterial aus dem Bereich der Adlerquelle deutet darauf hin, dass die erste Nutzung der Quellen viel weiter zurückreicht, bis in die jüngere Altsteinzeit vor etwa 25000 Jahren.

Das Wasser der Mattiaker

Überregionale Bedeutung erlangten die Wiesbadener Thermalquellen in römischer Zeit unter dem Namen Aquae Mattiacorum – das Wasser der Mattiaker. Bis zu drei Heilthermen, darunter die große Kranzplatz-Therme, sorgten für Linderung körperlicher und seelischer Leiden. Im ersten Teil der Ausstellung wird das Thema Wasser während der römischen Zeit und mit Bezug auf Wiesbaden veranschaulicht. Thematisiert wird die Wasserversorgung antiker Städte, das Abwassersystem sowie das Badevergnügen in römischen Thermen. Eine besondere Rolle spielten Quellen und Wasser im kultisch-religiösen Kontext, wofür sich auch in Wiesbaden Belege finden lassen.

Wiesbaden, einer der ersten Bäderstädte

Fundmaterial wie Wasserleitungen, eine Wasserauslaufuhr, Wellnessartikel sowie ärztliche Instrumente beleuchten das facettenreiche Spektrum des Themas Wasser in der Antike. Mit der Nutzung der heißen Quellen in römischer Zeit stieg Aquae Mattiacorum/Wiesbaden zu einer blühenden Kleinstadt auf, die bis heute ununterbrochen besiedelt ist. Wiesbaden ist somit die älteste Stadt Hessens und mit Aachen die erste Bäderstadt Deutschlands!

Römische Tradition im Bewusstsein

Während des 19. Jahrhunderts baute Wiesbaden seine Kuranlagen aus und besann sich auf die Ursprünge der hiesigen Badekultur in der Römerzeit. Daher beleuchtet der zweite Ausstellungsteil im sam, wie die römische Tradition im öffentlichen Bewusstsein der Weltkurstadt verankert und im städtischen Erscheinungsbild sichtbar wurde.

Überbaut und wiederentdeckt

Bemerkenswert ist, dass die 1903 entdeckten römischen Badeanlagen am Kranzplatz vom Palast-Hotel überbaut wurden und nur zehn Jahre später neben dem neu errichteten Römertor in der Heidenmauer ein öffentlicher Badetempel nach dem Vorbild römischer Thermen errichtet wurde: das Kaiser-Friedrich-Bad. Diesbezügliche Exponate wie ein Vier-Zellen-Bad, Wachsmoulagen oder ein Blauer Heinrich (Spucknapf für Tuberkulosekranke) vermitteln einen Eindruck zur Badekultur und damals modernen medizinischen Handlungsmethoden.

2000 Jahre Wiesbadener Badetradition

Die Ausstellung nimmt mit auf eine spannende Reise durch 2000 Jahre Wiesbadener Badetradition. Gezeigt werden Objekte aus der bedeutenden Sammlung Nassauischer Altertümer (SNA), deren Eigentümerin die Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden ist, sowie Leihgaben bedeutender Einrichtungen der Rhein-Main-Region. Eigens für die Ausstellung wurde ein Ölgemälde erstellt, das erstmals einen Eindruck des römischen Wiesbadens vermittelt.

Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen, die im Stadtmuseum zum Preis von 9,80 Euro bezogen werden kann. Die Broschüre hat Sabine Philipp wissenschaftlich konzeptiert.  Die Texte haben  Dr. Daniel Burger-Völlmecke und Dr. Vera Klewitz erstellt. Ein besonderes Highlight steht der Ausstellung am 2. Oktober bevor: Ein besonderes Highlight: dem Römertag.

Foto oben ©2022 Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite des sam – Stadtmuseum am Markt finden Sie unter www.stadtmuseum-wiesbaden.de

 

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