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Gottfried Pott

Schriftkünstler Gottfried Pott übergibt Werke und erhält Hessischen Verdienstorden

Kalligraphie – Schriftkunst – ist ein seltenes Handwerk. Der 85-jährige Wiesbadener Prof. Gottfried Pott beherrscht es meisterhaft. Er erhielt jetzt für sein Lebenswerk den Hessischen Verdienstorden und schenkte einige Werke der Hochschulbibliothek.

Redakteur 1 Monat vor 0

 

Professor Gottfried Pott, Wiesbadener Kalligraph von Weltrang, konnte am 21. Juni seinen 85. Geburtstag feiern. Der Professor für künstlerische Kalligraphie übergab aus diesem Anlass 20 seiner Werke an die Wiesbadener Landes- und Hochschulbibliothek, vermittelt durch Felicitas Reusch von der Wiesbadener „Kunstarche“:

Viele Zitate der Weltliteratur hat Pott mit den Mitteln der künstlerischen Schriftgestaltung veranschaulicht. Er möchte, sagte der Künstler, dass seine Werke nicht in einem Archiv verschwinden oder zu Hause in der Schublade bleiben. Vielmehr lege er Wert darauf, dass sie in seiner Heimatstadt zu sehen sind. Damit schließt sich ein Kreis, denn Gottfried Pott absolvierte sein Studium an einer der Vorgängerinstitutionen der Hochschule RheinMain, der Wiesbadener Werkkunstschule. Er freut sich, dass nach über 60 Jahren, die seit seinem Studium vergangen sind, ausgewählte Werke aus seiner Feder hier ihren endgültigen Platz finden. Zuvor war der Künstler, der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Protagonisten der Schriftkultur gehört, am Mittwoch von Staatssekretär Christoph Degen in Anwesenheit von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann in der Staatskanzlei mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande ausgezeichnet worden.

Professor für Schriftdesign

Gottfried Pott wurde in Lahnstein geboren und kam zum Studium nach Wiesbaden. Seine Lehrer waren Friedrich Poppl (Kalligraphie), Vincent Weber (Malerei) und Peter Kempin (Musik). Nach Tätigkeiten als freier Layouter und Grafikdesigner wurde Pott 1988 Professor für Schriftdesign in Hildesheim. In vielen Ausstellungen und Bildbänden präsentierte er seine Schriftkunst dem Publikum, zuletzt in der „Kunstarche“ Wiesbaden. In der Ausstellung dort, die von Februar bis Mai zu sehen war, haben Pott, Friedrich Poppl und Werner Schneider ihre Werke zusammen mit ukrainischen Schriftkünstlerinnen und -künstlern vorgestellt und sind dabei auch auf das aktuelle Zeitgeschehen eingegangen. Denn durch Schrift lassen sich Aussagen unterstreichen, sagt Gottfried Pott.

Kalligraphie

Zur Feier des Tages hatte Referatsleiter Dr. Martin Mayer noch einige Schätze aus dem Archiv geholt, die die Kunst der Kalligraphie vergangener Jahrhunderte zeigten. Und auch ein Vertreter der Zukunft war da: Der junge Designer und Kalligraph Ole Freytag hat sich für ein neues, äußerst kunstvoll gestaltetes Buch von Gottfried Pott beraten lassen. Schreiben und Lesen als Kulturtechniken, bedauerte Martin Mayer in seiner Ansprache, seien „bedrohte Arten“ – kaum jemand lese noch ein ganzes Buch oder schreibe gar eine längere Passage mit der Hand. Er zog die Analogie von der Digitalisierung zum Essen: Auch das eigenhändige Kochen sterbe aus, heute gebe es Fertiggerichte und Fast Food. Kalligraphie sei wie „Slow Food“ eine Bewegung, um die Kulturtechniken am Leben zu halten.
Eine weitere Ehrung erhält Professor Pott im Klingspor Museum Offenbach am Main am Sonntag 14.Juli 2024, 11.30 Uhr, bei der sein Schreibmeisterbuch „A Letter Collection“ gezeigt wird.

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