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Ein Jahr nach dem Spatenstich feiern GWW und HSK Richtfest: Bis September 2027 sollen 168 neue Betriebswohnungen am Klinikstandort entstehen.

HSK: 168 Wohnungen, zehn Häuser, 50 Millionen Euro

Am Freitag, 25. September, erreichten die GWW und die HSK den nächsten Meilenstein für die neuen Betriebswohnungen. Nachdem im September 2025 der Baustart mit dem symbolischen Spatenstich zelebriert wurde, stand nun das Richtfest auf dem Plan.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 3 Wochen vor 0

168 HSK-Betriebswohnungen entstehen für rund 50 Millionen Euro. Ein Jahr nach dem Baustart feiert das Projekt Richtfest.

Ein Jahr ist vergangen, seit auf dem Gelände der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken die ersten Spaten in die Erde gingen. Inzwischen stehen die Rohbauten. Am Freitag, 25. September, feierten GWW und HSK gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesundheitswesen das Richtfest für die 168 neuen HSK-Betriebswohnungen.

Damit erreicht eines der größeren aktuellen Wohnungsbauprojekte in Wiesbaden seinen nächsten Meilenstein. Rund 50 Millionen Euro investiert die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWW in das Quartier. Wenn der Zeitplan hält, sollen die Wohnungen im September 2027 fertig sein.

Das Projekt verfolgt dabei ein Ziel, das über zusätzlichen Wohnraum hinausgeht. Die Wohnungen sind für Beschäftigte der Helios HSK vorgesehen. Wohnen in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz soll helfen, vorhandene Mitarbeiter zu halten und neue Fachkräfte nach Wiesbaden zu holen.

„Mit den HSK-Betriebswohnungen gehen wir gleich zwei aktuelle Herausforderungen an: Mangel an bezahlbarem Wohnraum und den Fachkräftemangel im medizinischen Bereich“, sagt GWW-Geschäftsführer Thomas Keller. Dass knapp ein Jahr nach dem Spatenstich bereits Richtfest gefeiert werde, zeige den Fortschritt auf der Baustelle.

Vom Ein-Zimmer-Apartment bis zur Wohngemeinschaft

Auf dem Areal entstehen zehn Gebäude mit insgesamt rund 12.500 Quadratmetern Wohnfläche. Die kleinsten Wohnungen bieten auf 38 Quadratmetern ein Zimmer, die größten reichen mit sechs Zimmern bis 131 Quadratmeter. Letztere sollen sich auch für Wohngemeinschaften eignen.

Damit reagiert die Planung auf unterschiedliche Lebenssituationen der Klinikbeschäftigten. Wer für eine neue Stelle nach Wiesbaden kommt, benötigt möglicherweise zunächst nur ein kleines Apartment. Familien brauchen dagegen mehrere Zimmer, andere Beschäftigte könnten sich bewusst für eine Wohngemeinschaft entscheiden.

Die Häuser werden in Holzhybridbauweise errichtet. Fernwärme übernimmt die Wärmeversorgung, auf den begrünten Dächern sollen Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Jede Wohnung erhält einen Balkon, Fußbodenheizung und eine Wohnraumlüftung.

Zwischen den Gebäuden sollen begrünte Freiflächen entstehen. Geplant sind außerdem ein Quartiersplatz und ein Kinderspielplatz. Das Gelände soll damit nicht nur Schlafplatz neben dem Arbeitsplatz werden, sondern ein kleines Wohnquartier bilden.

Wenn Wohnungsbau zur Personalfrage wird

Für die HSK hat das Projekt noch eine zweite Dimension. Krankenhäuser konkurrieren längst nicht allein über Gehalt, medizinische Ausstattung oder Karrierechancen um Fachkräfte. Gerade in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt entscheidet auch die Frage, ob neue Beschäftigte überhaupt eine bezahlbare Wohnung finden.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sieht deshalb einen direkten Zusammenhang zwischen Wohnungsbau und Gesundheitsversorgung. „Wer in einem der modernsten Krankenhäuser arbeitet, sollte auch guten und finanziell tragbaren Wohnraum finden können“, sagte Mende beim Richtfest.

Bezahlbare Wohnungen seien in Wiesbaden schwer zu finden. Das Projekt habe deshalb nicht nur Bedeutung für die künftigen Bewohner, sondern auch für den Gesundheitsstandort insgesamt. HSK-Vertreter Thorsten Sleifir formuliert den Nutzen aus Sicht des Krankenhauses ähnlich. Die Betriebswohnungen seien „weit mehr als Wohnraum“. Sie schafften ein zusätzliches Angebot für die Beschäftigten und könnten zugleich bei der Gewinnung neuer Fachkräfte helfen.

Die kurzen Wege sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Wer wenige Schritte vom Arbeitsplatz entfernt wohnt, spart Pendelzeit – ein Vorteil, der gerade bei wechselnden Schichten, Nacht- oder Wochenenddiensten Gewicht bekommen kann.

Kinderbetreuung gehört zum Konzept

Der Wohnungsbau soll deshalb mit einem weiteren Angebot verbunden werden: einer betrieblichen Kindertagespflege. Damit reagieren die Projektpartner auf Arbeitszeiten, die sich mit klassischen Betreuungsangeboten nicht immer problemlos vereinbaren lassen.

Für Sozial- und Gesundheitsdezernent Andreas Kowol, zugleich neuer Aufsichtsratsvorsitzender der GWW, gehören diese Fragen zusammen. Gute Gesundheitsversorgung hänge auch von den Bedingungen ab, unter denen Ärzte, Pflegekräfte und andere Beschäftigte arbeiten könnten. „Dazu zählen kurze Wege, bezahlbarer Wohnraum und eine Kinderbetreuung, die auch zu Schichtdienst und frühem Dienstbeginn passt“, sagt Kowol. Die Verbindung von Betriebswohnungen und Kindertagespflege solle Familien konkret entlasten.

Damit entwickelt sich auf dem Gelände ein Konzept, das Wohnen, Arbeiten und Betreuung enger miteinander verzahnt. Genau darin sieht auch Angela Tausendpfund, Geschäftsführerin der EGW, einen strategischen Vorteil. Attraktiver Wohnraum und Kinderbetreuung vor Ort könnten helfen, Gesundheitsfachkräfte „für Wiesbaden zu gewinnen und langfristig zu binden“.

Ein Gesundheitscampus wächst

Die HSK-Betriebswohnungen sind zugleich Teil einer größeren Entwicklung rund um den Klinikstandort. Die Beteiligten sprechen von einem Gesundheitscampus, auf dem verschiedene Angebote räumlich zusammenrücken sollen.

Für die HSK ist das auch eine Standortfrage. Sleifir spricht von einem „modernen, trägerübergreifenden Gesundheitscampus“. Die Nähe zwischen Wohnen und Arbeiten erhöhe die Attraktivität der Klinik als Arbeitgeber und könne damit mittelbar auch die Gesundheitsversorgung in der Region stärken. Bis die ersten Beschäftigten tatsächlich einziehen können, bleibt allerdings noch einiges zu tun. Nach dem Richtfest folgen Innenausbau, Gebäudetechnik, Fassaden und die Gestaltung der Außenanlagen.

Der nächste entscheidende Termin steht bereits im Kalender: Im September 2027 sollen die 168 HSK-Betriebswohnungen fertiggestellt sein. Aus dem Richtkranz über den Rohbauten soll dann ein bewohntes Quartier werden – und aus einem Wohnungsbauprojekt ein Teil der Personalstrategie des Wiesbadener Klinikstandorts.

Foto – Richtkranz beim Richtfest über dem Neubau ©2026 WiBau

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Erstveröffentlichung: 25.09.2026
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