Die KZ-Gedenkstätte Unter den Eichen bewahrt die Erinnerung an das Wiesbadener Außenlager des KZ Hinzert und erzählt die Geschichte seiner Häftlinge am authentischen Ort.
Wer verstehen möchte, wie eng die Geschichte Wiesbadens mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verknüpft ist, erhält am Donnerstag, 22. Oktober, Gelegenheit dazu. Das Stadtarchiv Wiesbaden lädt um 17.30 Uhr zu einem öffentlichen Rundgang durch die neue Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Unter den Eichen ein. Die Gedenkstätte war nach umfassender Überarbeitung im Mai dieses Jahres wiedereröffnet worden und erinnert an das Wiesbadener Außenlager des Konzentrationslagers Hinzert.
Ein Ort der Erinnerung
Zwischen März 1944 und März 1945 befand sich auf dem ehemaligen Reit- und Turnierplatz „Unter den Eichen“ ein Außenlager des KZ Hinzert. Bis zu 100 Männer – überwiegend Luxemburger, daneben Franzosen, Belgier, ein Niederländer und ein Deutscher – waren dort unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Sie mussten für die SS ein Ausweichquartier mit Bunkern, Büroräumen und Unterkünften errichten.
Die heutige Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen Befehlsbunker der SS. Während die Wachmannschaften dort Schutz vor Luftangriffen fanden, blieben die Häftlinge ausgesperrt und mussten bei Bombenangriffen in Splittergräben ausharren. Sechs von ihnen kamen beim Luftangriff auf das Gelände am 18. Dezember 1944 ums Leben.
Neue Dauerausstellung vermittelt Geschichte
Während des Rundgangs erläutern Mitarbeiter des Stadtarchivs die Geschichte des historischen Ortes und ordnen das Schicksal des Außenlagers in die Geschichte Wiesbadens während der NS-Zeit ein. Besucher erhalten Einblicke in die Lebensbedingungen der Häftlinge, die Funktion des Lagers sowie die Ereignisse bis zur Auflösung im März 1945, als die Gefangenen auf einen Evakuierungsmarsch geschickt wurden. Viele von ihnen überlebten erst durch die Befreiung durch US-Truppen.
Die Dauerausstellung wurde in den vergangenen Jahren grundlegend überarbeitet und verbindet historische Dokumente, Biografien und den authentischen Ort zu einem eindringlichen Erinnerungsraum.
Für die Teilnahme bittet das Stadtarchiv um Anmeldung per E-Mail an veranstaltung-stadtarchiv@wiesbaden.de oder telefonisch unter (0611) 314740. Die KZ-Gedenkstätte Unter den Eichen befindet sich im Carl-von-Ibell-Weg gegenüber der Hausnummer 7 und ist mit den ESWE-Linien 3 sowie 6 erreichbar.
Foto – Gedenkstätte Unter den Eichen“ ©2026 Volker Watschounek
Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Nordost lesen Sie hier.
Mehr Informationen zur Gedenkstätte „Unter den Eichen“.
T



Haus Vera wird neues Zuhause der queeren Community
WTHC verpasst gegen Stuttgart die Wende
Stadtarchiv veröffentlicht Quellen zur Geschichte der Eingemeindungen
Josef-von-Lauff-Straße bis Oktober voll gesperrt
Wiesbadens Hockey-Herren des WTHC stürmt auf Tabellenplatz zwei
Vergessene Pracht im Wald: Die Spurensuche nach der Villa Waldfriede 