Karriere oder Haltung? Luk Percevals „Mephisto“ kehrt ins Staatstheater Wiesbaden zurück und stellt unbequeme Fragen.
Mit „Mephisto“ kehrt am Mittwoch, 16. September, einer der markantesten Theaterabende der vergangenen Spielzeit ins Große Haus zurück. Das Staatstheater Wiesbaden zeigt Luk Percevals Inszenierung nach Klaus Manns Roman – und stellt damit erneut eine Frage, die weit über die Bühne hinausreicht: Was geschieht, wenn Karriere wichtiger wird als Haltung?
Staatstheater Wiesbaden, kurz gefasst
Schauspiel – Mephisto
Kosten: ab 10,00 Euro
Wann: Mittwoch, 16. September 2026, 19:30 Uhr
Wo: Kurhaus Wiesbaden, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden
Weitere Termine: Fr, 09.10.2026, 19.30 Uhr | Fr, 23.10.2026, 19.30 Uhr | Mi, 11.11.2026, 19.30 Uhr | Fr, 15.01.2027, 19.30 Uhr | Sa, 13.02.2027, 19.30 Uhr
Der Aufstieg des Hendrik Höfgen
Im Zentrum steht der Schauspieler Hendrik Höfgen. Er passt sich dem sogenannten Neuen Reich an, verrät moralische Überzeugungen und steigt schließlich zum Intendanten des Staatstheaters auf. Klaus Mann zeichnete in seinem Roman einen Künstler, dessen Ehrgeiz ihn immer tiefer in die Nähe der Macht führt. Perceval macht daraus keinen historischen Schaukasten. Seine Inszenierung rückt die Mechanismen von Anpassung, Opportunismus und persönlicher Verantwortung in den Vordergrund.
Die „nachtkritik“ lobte, wie der Abend den historischen Stoff um den gefeierten Mephisto-Darsteller Gustaf Gründgens und dessen Verhältnis zum Nationalsozialismus „gespenstisch scharf“ hervortreten lasse. Auch hr2 zeigte sich beeindruckt und sprach von einem „zweistündigen Tanz auf dem Vulkan“.
Wenn Kunst auf Macht trifft
Zum Sog des Abends trägt die akustische Gestaltung bei. Karol Nepelski komponierte die 3D-Bühnenmusik, Christine Söring verantwortet den Sound. Ted Stoffer entwickelte die Choreografie, Philip Bußmann die Bühne und Ilse Vandenbussche die Kostüme.
Damit erzählt „Mephisto“ am Staatstheater Wiesbaden nicht nur von einer vergangenen Diktatur. Der Abend fragt, wie viel Verantwortung Kunst trägt, wenn sich politische und gesellschaftliche Verhältnisse verschieben – und wann Anpassung in Verrat kippt. Bis Mitte Februar 2027 steht die Inszenierung insgesamt sechsmal auf dem Spielplan.



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