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Blick auf den Altar während der Mauritiusvesper. Mehrere Geistliche stehen im Altarraum, während die Gemeinde den feierlichen Gottesdienst verfolgt. Im Hintergrund ist eine große Kreuzigungsdarstellung zu sehen.

Mauritiusvesper erinnert an Wiesbadens Stadtpatron

Die Mauritiusvesper rückt Wiesbadens Stadtpatron in die Gegenwart. Am 24. September treffen in St. Bonifatius Musik, Stadtgeschichte und Ökumene aufeinander. Eine selten gezeigte Reliquie erinnert an Mauritius – und an eine Tradition, deren Spuren in Wiesbaden mehr als 1000 Jahre zurückreichen.

Volker Watschounek 3 Wochen vor 0

Die Mauritiusvesper ehrt Wiesbadens Stadtpatron und schlägt zugleich eine Brücke zwischen Geschichte, Glauben und Gegenwart.

Wenn am 24. September in St. Bonifatius Chor, Blechbläser und Orgel erklingen, geht es um mehr als die Erinnerung an einen Heiligen. Die Mauritiusvesper nimmt Wiesbadens Stadtpatron zum Anlass, über das Zusammenleben in einer Stadt zu sprechen, die seit Jahrhunderten von unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und Glaubenstraditionen geprägt wird.

Mauritiusvesper 2026, kurz gefasst

Mauritiusvesper – St. Bonifatius ehrt Stadtpatron Mauritius
Kosten: 0,00€
Wann: Donnerstag, 24. September 2026, 19:00 Uhr
Wo: Katholische Kirche St. Bonifatius Wiesbaden, Luisenstraße 33, 65185 Wiesbaden

Die katholische Pfarrei St. Bonifatius lädt für Donnerstag um 19 Uhr zur Mauritiusvesper in die Kirche an der Luisenstraße. Pfarrer Klaus Nebel steht der Feier vor. Musikalisch gestalten sie der Chor von St. Bonifatius unter Chordirektor Sven Hanagarth, Blechbläser des Hessischen Staatstheaters und Kantor Dr. Johannes Schröder an der Orgel.

Seit 2018 feiert Wiesbaden die Mauritiusvesper. Dabei predigt jedes Jahr eine Persönlichkeit aus einer anderen christlichen Konfession. Die beteiligten Kirchen verbinden damit den Wunsch, für ein friedliches und respektvolles Miteinander in der Stadt einzutreten.

Nebel sieht gerade in der Herkunft des Stadtpatrons eine Brücke zur Gegenwart. „Unser Stadtpatron war ein Mensch, der aus der Fremde kommt und uns trotzdem nicht fremd ist“, sagt er. Die Mauritiusvesper wolle ein Zeichen für das Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten setzen. Angesichts wachsender Ausgrenzung sei Mauritius für ihn eine „hochaktuelle Identifikationsfigur“.

Von Nordafrika bis zum Mauritiusplatz

Der Überlieferung nach stammte Mauritius aus Nordafrika und diente im 4. Jahrhundert als römischer Soldat. Weil er an seinem christlichen Glauben festhielt, erlitt er das Martyrium. Seine Verehrung verbreitete sich früh. Auch orthodoxe und orientalische Kirchen verehren ihn.

In Wiesbaden reicht die Mauritius-Tradition weit zurück. Quellen berichten bereits für das 5. und 6. Jahrhundert von einer Mauritius geweihten Altarstätte. Grundmauern belegen gegen Ende des 9. Jahrhunderts eine Kirche auf dem heutigen Mauritiusplatz. Diese Mauritiuskirche brannte 1850 vollständig nieder. 1968 erhielt Wiesbaden in der Abeggstraße erneut eine katholische Kirche, die den Namen des Stadtpatrons trägt.

Eine Reliquie verlässt die Schatzkammer

Zur Mauritiusvesper holt St. Bonifatius eine Reliquie des Heiligen aus der eigenen Schatzkammer. Während der Feier wird sie in einem barocken, mit Schmucksteinen verzierten Reliquiar gezeigt. So verbindet der Abend Stadtgeschichte, Glauben und Gegenwart sichtbar miteinander. Zugleich erinnert die Reliquie daran, wie eng die Geschichte des Heiligen mit Wiesbaden verknüpft wurde. Aus einer religiösen Überlieferung entstand über Jahrhunderte ein Teil städtischer Identität, der bis heute fortwirkt.

Nach dem Gottesdienst lädt die Pfarrei zum Empfang in den Pfarrsaal. Erwartet werden traditionell Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Archivfoto – Mauritiusvesper 2024 in St. Bonifatius. ©2026 St. Bonifatius

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Erstveröffentlichung: 10.09.2026
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