Der Weg zur Schule ist vielfältig. Die Einen gehen zu Fuß, Andere nehmen das Fahrrad – Bus und Eltern-Taxi gibt es dazu. Und Verkehrserziehung?

Bereits im Kindergartenalter lernen die Kleinen, sich als Fußgänger richtig im Straßenverkehr zu verhalten. Das Radfahren kommt später hinzu. Und bisher galt, dass die Radfahrausbildung mit der theoretischen und praktischen Radfahrprüfung ein Kernelement für Verkehrserziehung in Deutschland ist. Bisher war diese auch Teil des Stundenplans aller Viertklässler der Montessori Wiesbaden. Doch im vergangenen Jahr wurde das Angebot von der Landeshauptstadt als Schulträger der Jugendverkehrsschule für alle Privatschulen mit dem Hinweis auf Personal- und Kapazitätsmangel gestrichen. 

„Das Fahrrad ist das erste Fahrzeug, mit dem die Kinder selbstständig am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Somit ist es unerlässlich, dass die Schulkinder die richtigen Verhaltensweisen und Verkehrsregeln kennenlernen. +üDas Training im Straßenverkehr ist dabei unerlässlich.“ – Christine Kronhardt, Schulleiterin

Sowohl Lehrer als auch Eltern nehmen das nicht hin. Kurzerhand stellten Sie in Privatinitiative ein eigenes Programm für die Radfahrausbildung auf die Beine. Sie bestand aus einem theoretischen Teil, der im Unterricht besprochen wurde und praktischen Übungen wie Spurhalten, mit einer Hand fahren, sich umsehen und situationsabhängig angemessen reagieren. Dieser Übungsteil fand auf dem Schulgelände und auf der anliegenden verkehrsberuhigten Straße statt. Verkehrsschilder haben die Eltern besorgt, das Lern- und Prüfungsmaterial bekam die Montessori Schule von der Jugendverkehrsschule zur Verfügung gestellt.

“user Viertklässler sind auf ihre Führerscheine richtig stolz und wir Eltern haben dabei ein gutes Gefühl, denn Verkehrserziehung dient vor allem der Sicherheit.“ – Peer Tiebing, Vorstandsvorsitzender

Höhepunkt der praktischen Übungswoche war die Fahrradprüfung, die trotz Abwesenheit der Polizei nicht mit weniger Ernst durchgeführt wurde. Alle Viertklässler haben den theoretischen und praktischen Teil bestanden und wurden mit ihrem ersten „Führerschein“ belohnt.

Für 2019 setzt die Montessori Schule auf den Einsatz des amtierenden Schuldezernenten Axel Imholz, der sich darum kümmern will, dass zukünftig wieder alle Viertklässler, auch von Privatschulen, an der Jugendverkehrsschule das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen. (Bild: European Cyclists‘ Federation)

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