Dass eine neue Eisdiele eröffnet, ist keine Nachricht. Der Preis schon, denn das 1-Euro-Eis wirkt in Zeiten steigender Kosten fast wie ein Anachronismus .
Wer in diesen Tagen durch Wiesbadens Innenstadt läuft, reibt sich verwundert die Augen. Während für eine Kugel Eis inzwischen häufig mehr als zwei Euro verlangt werden und auf Veranstaltungen wie dem Schiersteiner Hafenfest selbst eine kleine Portion Frozen Yogurt 7,50 Euro kostet, verkauft die neu eröffnete mEISter Manufaktur am Mauritiusplatz ihre Kugel Eis für gerade einmal einen Euro.
Dass eine neue Eisdiele eröffnet, wäre kaum eine Nachricht. Der Preis allerdings schon. Denn das 1-Euro-Eis wirkt in Zeiten steigender Kosten fast wie ein Anachronismus – und zieht entsprechend viele Neugierige an.
Eigene Produktion macht den Unterschied
Hinter dem Konzept steht Cemil Yikilmaz. Der Unternehmer betreibt bereits seit 2016 eine Eismanufaktur in Mannheim und beliefert von dort aus auch den neuen Standort in Wiesbaden. Genau darin sieht er den entscheidenden Vorteil.
„Die Eisdielen, die ihr Eis einkaufen, können ihre Kugel nicht für einen Euro anbieten. Wer aber selbst produziert, kann das schon“, sagt Yikilmaz. Die eigentlichen Kostentreiber seien weniger Milch, Zucker oder Früchte, sondern vor allem das Personal. Deshalb verzichtet Yikilmaz auch bewusst auf Sitzplätze und konzentriert sich ausschließlich auf den Straßenverkauf.
Das Konzept scheint aufzugehen. Als die Redaktion die neue Eisdiele am Freitagnachmittag besuchte, war die Auslage bereits deutlich geplündert. Viele Sorten waren ausverkauft, nur noch einige Klassiker gab es zm Mitnehmen: Yougourt Minze etwa, Schokolade und Vanille. Wir haben zugeschlagen, dreimal!
Große Kugel statt Mini-Portion
Wer bei einem Preis von einem Euro eine winzige Kugel erwartet, wird überrascht. Das Hörnchen ist ordentlich gefüllt – so großzügig sogar, dass das Eis an warmen Tagen schnell zu schmelzen beginnt. Geschmacklich überzeugt uns Vanille. Vielleicht nicht die beste Kugel der Stadt, aber durchaus cremig und aromatisch. Am Ende bleibt Geschmack ohnehin eine sehr persönliche Angelegenheit.
Zur Auswahl stehen während der Saison rund 100 Sorten. Neben Klassikern wie Vanille, Schokolade oder Erdbeere bietet die Manufaktur auch ungewöhnliche Kreationen wie Gurke-Dill, Sauerrahm-Heidelbeer, Apfel-Sellerie oder Cranberry-Balsamico heißt es. Wer lieber einen Eisbecher möchte, findet ausschließlich Spaghetti-Eis für fünf Euro auf der Karte.

Nicht mehr allein mit dem billigen Eis
Die Überraschung endet allerdings nicht am Mauritiusplatz. Wenige Kilometer entfernt entdeckte die Redaktion am Wochenende eine weitere Eisdiele, die ebenfalls 1-Euro-Eis anbietet. Ob auch dort das Eis aus Mannheim stammt, ließ sich kurzfristig nicht klären. Fest steht jedoch: Auch dort stimmt der Geschmack.
Damit gibt es inzwischen gleich zwei Adressen in Wiesbaden, an denen die Kugel Eis nur einen Euro kostet. Angesichts von Preisen zwischen 2,10 und 2,50 Euro in vielen anderen Eisdielen zeigt sich: Günstiges Eis ist auch 2026 noch möglich. Ob das Modell dauerhaft Bestand hat, dürfte viele Kunden ebenso interessieren wie die Konkurrenz. Die Entwicklung werden wir weiter beobachten.
Foto – 3 Kugeln Eis für 3 Euro, nicht nur uns freut das ©2026 Volker Watschounek
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Preise von 2 Euro bis 2,20 Euro sind völlig überzogen.
Am Gardasee gibt es Staffelpreise: 1 Kugel 2,50 €, 2 Kugeln 3,50 € und 3 Kugeln 4,50 €.
Das finde ich okay.