Als General Francisco Franco mit seinen Truppen 1939 in Madrid einmarschierten, ergab sich die spanische Hauptstadt kampflos.

Ein Highlight des Wiesbadener KrimiMärz und seines Schwerpunktthemas Rückblende ist der Auftritt des Filmemachers Tom Tykwer. Mit Volker Kutscher spricht er am 9. März im Museum Wiesbaden unter dem Titel Vom Buch zur Serie über die Serienadaption der Gereon-Rath-Reihe und allgemein das Serienmachen in Zeiten von Sky, Netflix und Co, sowie über das Berlin der Weimarer Republik und kriminelle Machenschaften. Im Rahmen der Gesprächsrunde wird außerdem ein Ausschnitt aus Babylon Berlin gezeigt.

Fernsehserie Babylon Berlin

Die mit dem Deutschen Fernsehpreis 2018 vierfach ausgezeichnete Fernsehserie Babylon Berlin basiert auf den Kriminalromanen von Volker Kutscher und erzählt von der politischen Entwicklung der Weimarer Republik. Tom Tykwer ist zusammen mit Achim von Borries und Hendrik Handloegten einer der drei Autoren und Regisseure der prominent besetzten Serie. Zudem ist er ausführender Produzent und zeichnet gemeinsam mit Johnny Klimek für die Musik verantwortlich. Die Caligari FilmBühne zeigt im Rahmen des 14. KrimiFestivals 2018 noch bis zum 16. März verschiedene Krimis von Tom Tykwer.

Zu Gast in Wiesbaden: Szczepan Twardoch

Der bereits für seine ersten beiden Romane gefeierte polnische Autor Szczepan Twardoch stößt mit seinem neuen Thriller Der Boxer kontroverse Diskussionen über die Rolle Polens im Zweiten Weltkrieg an. Er stellt das Selbstbild Polens in Frage und beschäftigt sich kritisch mit der Vergangenheit – dafür wird er in seiner Heimat ebenso gefeiert wie kritisiert. Am 11. März liest er im Literaturhaus.

Buch: Der Boxer

Jakub Shapiro ist ein hoffnungsvoller junger Boxer. Das erkennt auch der mächtige Warschauer Unterweltpate Kaplica, der Shapiro zu seinem Vertrauten macht. Doch rechte Putschpläne gegen die polnische Regierung bringen das Imperium Kaplicas im Polen der 30er Jahre in Bedrängnis. Im Schatten dieser Ereignisse bricht ein Krieg der Unterwelt los. Szczepan Twardoch, geboren 1979, gelang der Durchbruch mit seinem Roman Morphin (2012). Das Buch wurde mit dem Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet. Für seinen ebenfalls hochgelobten Roman Drach wurden Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke Berlin Preis geehrt. Szczepan Twardoch lebt mit seiner Familie in Schlesien.

Katholizismus, Korruption und Faschismus

Vielschichtig und mit vielen spannenden Wendungen verschränken Sabine Hofmann und Rosa Ribas in ihrem Kriminalroman Die große Kälte die Themen Katholizismus, Korruption und Faschismus im Spanien unter Franco miteinander. Am 13. März stellt Sabine Hofmann den zweiten Fall der Journalistin Ana Martí im Literaturhaus vor.

Buch: Die große Kälte

Barcelona, 1956: Im kältesten Winter seit Jahrzehnten wird Ana Martí in ein entlegenes Bergdorf in Aragonien geschickt, um über ein Mädchen mit Stigmata an Händen und Füßen zu berichten. Von den Dorfbewohnern wird die kleine Isabel wie eine Heilige verehrt, Ana hingegen ist skeptisch. Aber noch ehe sie dem Geheimnis der Wundmale auf die Spur kommt, wird auf dem schneebedeckten Waldboden die Leiche eines Mädchens gefunden. Offenbar nicht das erste Kind, das in Las Torres unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen ist.

Zur Person: Sabine Hofmann

Die Autorin wurde 1964 in Bochum geboren. Sie studierte Romanistik und Germanistik und arbeitete als Dozentin an der Universität Frankfurt, wo sie auch Rosa Ribas kennenlernte. 2014 erschien mit Das Flüstern der Stadt ihr erster gemeinsamer Roman und der erste Teil ihrer Trilogie über das Spanien der 50er Jahre. 2016 folgte mit Die große Kälte der zweite Teil. Die Trilogie endet in diesem Jahr mit Auf der anderen Seite der Ramblas. ∆

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