Ortsbeirat entwickelt sich zu einem politischen Puzzle. Wer gestalten will, muss verhandeln, überzeugen, verbinden.
Kaum ist das Wahlergebnis ausgezählt, stellt der Ortsbeirat Dotzheim in seiner konstituierenden Sitzung die Weichen für die neue Wahlperiode 2026 bis 2031. Dabei klärt sich auch, wer künftig den Ton angibt – und wer vermittelt, wenn es knifflig wird.
Zum Ortsvorsteher wird Ulrich Schwalbach (CDU) gewählt. Der Stimmenstärkste der Wahl übernimmt damit die Leitung des Gremiums, führt durch die Sitzungen und vertritt den Ortsbeirat nach außen. Andreas Rech (SPD) wird stellvertretender Vorsitzender. Er unterstützt die Arbeit an der Spitze und springt ein, wenn Schwalbach verhindert ist.
Die Doppelspitze aus CDU und SPD spiegelt das Wahlergebnis wider. Gleichzeitig steht sie vor der Aufgabe, in einem deutlich vielfältigeren Ortsbeirat Mehrheiten zu organisieren. Denn klar ist: Entscheidungen entstehen künftig nicht im Alleingang, sondern im Gespräch.
(15.03.) Dotzheim hat gewählt – und das Ergebnis erzählt von Bewegung. 19.109 Wahlberechtigte entscheiden über die Zusammensetzung des Ortsbeirats, 44,1 Prozent machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Kein Rekord, aber genug, um das Kräfteverhältnis sichtbar zu verschieben.
61 Kandidatinnen und Kandidaten treten an, verteilt auf acht Listen. Am Ende zeigt sich: Die politische Landschaft wird breiter, nicht unbedingt ruhiger.
CDU vorn – aber nicht allein
Die CDU holt mit 26,7 Prozent die meisten Stimmen und setzt sich knapp vor die SPD mit 24,6 Prozent. Beide Parteien sichern sich jeweils vier Sitze und bleiben die bestimmenden Kräfte im Ortsbeirat. Doch die eigentliche Geschichte liegt dahinter: Die AfD zieht mit 16,7 Prozent erstmals in das Gremium ein – und gleich mit drei Sitzen. Ein deutlicher Einschnitt, der die Mehrheitsbildung künftig komplizierter macht.
Verluste, Verschiebungen, neue Namen
Während die großen Parteien stabil bleiben, verlieren andere deutlich. Die Grünen fallen auf 15,3 Prozent zurück und halbieren ihre Sitzzahl von vier auf zwei. Auch die FDP büßt massiv ein und kommt nur noch auf 4,1 Prozent. Gleichzeitig betreten neue Gruppen die Bühne: FWG (3,3 Prozent) und BSW (3,1 Prozent) treten erstmals an. Die ULW hingegen verschwindet aus dem Rennen. Das Feld wirkt dadurch bunter – und fragmentierter.
Ein Ortsbeirat wird vielfältiger
Am Ende verteilen sich die 15 Sitze auf sechs Fraktionen. CDU und SPD führen, AfD folgt, Grüne, Linke und FDP komplettieren das Bild. Das Gremium wächst politisch auseinander – und gewinnt gerade dadurch an Dynamik. Auffällig bleibt auch das Wahlverhalten: Viele Wählerinnen und Wähler greifen aktiv ein, kumulieren und panaschieren ihre Stimmen. Politik wird hier nicht nur gewählt, sondern regelrecht zusammengestellt.
Persönlichkeiten mit Rückenwind
Einzelne Namen stechen heraus: Ulrich Schwalbach (CDU) erhält mit 5.136 Stimmen das beste Ergebnis, gefolgt von Parteikollege Björn Guderjahn. Auch Kandidatinnen wie Lisa Hofmann (SPD) und Christiane Jahn (Grüne) verbessern ihre Position durch gezielte Stimmenverschiebungen.
Das zeigt: In Dotzheim zählt nicht nur die Partei – sondern auch die Person.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
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Weitere Informationen zum Ortsbeirat Dotzheim unter piwi.wiesbaden.de




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