Sie handeln ohne zu zögern. Sie retten Menschenleben. Sie bewahren Menschen vor größerem Unheil und Ihnen gehört Respekt.

Für ihr beherztes Eingreifen ohne Rücksicht auf die eigene Unversehrtheit und zum Wohle ihrer Mitmenschen hat am Donnerstagvormittag Staatsminister Axel Wintermeyer, Heinz Jordan aus Helsa, Roald Oestreich aus Kassel, Jörg Schomaker aus Wiesbaden und Riccardo Völkel aus Fränkisch-Crumbach die Hessische Rettungsmedaille verliehen. Außerdem wurden Glorya Viktorya Rincker und Martin Debusmann aus Frankfurt am Main für ihr mutiges und entschlossenes Handeln mit der Medaille für Zivilcourage ausgezeichnet.

„Sie haben in einem Augenblick großer Gefahr schnell und entschlossen gehandelt und so das Unglück Ihrer Mitmenschen verhindert.“ – Staatsminister Axel Wintermeyer .

Mit Entschlossenheit und Mut hätten sie für ihre Mitmenschen Verantwortung übernommen und sie aus gefährlichen Situationen und misslichen Lagen befreit. Ihr mutiges Handeln sei vorbildlich und mit der vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier verliehenen Auszeichnung drückte die Hessen seinen Dank und seine Anerkennung aus, so Wintermeyer weiter.

Hessische Rettungsmedaille für…

Heinz Jordan aus Helsa hat im März vergangenen Jahres zwei Menschen aus einer brennenden Unterkunft für Asylbewerber gerettet. Er war auf dem Weg zum Sport, als er das brennende Gebäude sah. Sofort setzte er einen Notruf ab und ging in das mit Rauchschwaden durchzogene Haus, um nach Bewohnern zu suchen. Nachdem der 57-Jährige mehrere Türen mit aller Kraft geöffnet hatte, fand er eine Person, die vermutlich geschlafen hatte, und brachte sie aus dem Haus.

„Ohne zu zögern und unter Einsatz Ihres eigenen Lebens haben Sie sich für die Rettung zweier Menschen eingesetzt. Ich danke Ihnen für Ihren selbstlosen Einsatz und freue mich, Ihnen die Hessische Rettungsmedaille zu überreichen.“ Staatsminister Axel Wintermeyer

Im Anschluss ging Heinz Jordan erneut in das Gebäude und entdeckte im Obergeschoss einen fast bewusstlosen Mann. Zunächst versuchte er, ihn über das Treppenhaus nach unten zu ziehen. Das misslang, weil der Bewohner mittlerweile das Bewusstsein wiedererlangt hatte, sich am Treppengeländer festhielt und sich heftig wehrte. Gemeinsam mit einem zu Hilfe geeilten Polizisten gelang es ihm schließlich, den Mann nach draußen und außer Gefahr zu bringen.

„Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie einem Mitbürger geholfen haben, als dieser in Not war und spreche Ihnen Respekt und meine Achtung aus.“  Staatsminister Axel Wintermeyer

Roald Oestreich aus Kassel rettete im Sommer 2016 einen gekenterten Kajakfahrer aus der Eder. Er war auf einem nahegelegenen Radweg unterwegs, als er auf Hilferufe aufmerksam wurde. Der Wassersportler, der zum Überqueren des Steinwehrs bei Felsberg sein Boot mit einer Leine geführt hatte, war im Fluss zu Fall gekommen und hatte sich das Bein gebrochen. Aus eigener Kraft konnte er sich nicht mehr ans Ufer retten und trieb – an sein Kajak geklammert – stromabwärts. Der 46-Jährige erkannte die lebensbedrohliche Situation des im Wasser treibenden Mannes und stieg in den Fluss, um den Verunglückten an Land zu ziehen. Nur dem beherzten Eingreifen von Roald Oestreich, der sich selbst in Lebensgefahr begeben hatte, ist es zu verdanken, dass ein Mensch vor dem Ertrinken gerettet wurde. 

„Die vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehene Rettungsmedaille ist Ausdruck unserer Wertschätzung für Ihr selbstloses und tapferes Verhalten.“ Staatsminister Axel Wintermeyer

Im August 2015 brachte der Wiesbadener Jörg Schomaker eine ältere, kranke Frau aus einem brennenden Einfamilienhaus in Sicherheit. Der 69-Jährige hörte die Explosion, sah Rauch aufsteigen und eilte ohne zu zögern zur Unglücksstelle. Dort berichteten ihm Nachbarn, dass sie die Tür zum brennenden Haus der 77-Jährigen nicht aufbekämen. Obwohl das Haus zu diesem Zeitpunkt schon lichterloh brannte, gelang es Jörg Schomaker, die Tür zu öffnen und die ältere Dame in Sicherheit zu bringen. „Dies ist eine heldenhafte Leistung und ein wertvoller Verdienst für unsere Gesellschaft, dem Dank und Anerkennung gebührt. Auf Ihr couragiertes Eingreifen können Sie zu Recht stolz sein“, betonte Staatsminister Axel Wintermeyer bei der feierlichen Überreichung der Auszeichnung.

„Lebensretter, die hinschauen und sich für andere einsetzen, sind Vorbilder in unserer Gesellschaft und die wahren Helden des Alltags“  Staatsminister Axel Wintermeyer

Riccardo Völkel aus Fränkisch-Crumbach brachte im Sommer 2016 auf der Autobahn bei Frankfurt das Fahrzeug eines bewusstlosen Autofahrers zum Stehen. Der 43-Jährige war auf der Autobahn unterwegs, als er ein Fahrzeug bemerkte, das unkontrolliert alle Fahrbahnspuren kreuzte und die Leitplanke touchierte. Auf gleicher Höhe mit dem PKW erkannte Riccardo Völkel, dass der Fahrer im Gurt hing und sein Kopf auf dem Lenkrad lag. Er keilte das Auto zwischen seinem Fahrzeug und der Betonleitwand ein und brachte es dadurch zum Stehen. „Durch seinen mutigen und geistesgegenwärtigen Einsatz hat Riccardo Völkel Schlimmeres verhindert“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer. „Der Einsatz des eigenen Lebens für andere kann nicht hoch genug geschätzt werden. Lebensretter, die hinschauen und sich für andere einsetzen, sind Vorbilder in unserer Gesellschaft und die wahren Helden des Alltags“, so der Chef der Hessischen Staatskanzlei.

„Wir brauchen aufmerksame und hilfsbereite Menschen wie Sie.“  Staatsminister Axel Wintermeyer

Martin Debusmann aus Frankfurt beobachtete im September 2013 einen Mann bei einem Einbruch in ein parkendes Auto. Von ihm auf seine Tat angesprochen, versuchte der Täter zu fliehen, wurde aber von Martin Debusmann festgehalten. Im weiteren Verlauf verhinderte der 35-Jährige die Fluchtversuche des Mannes mehrfach, bis dieser ihn mit einem Messer bedrohte. Aufgrund dieser Gefahr wich Martin Debusmann zurück und der mutmaßliche Täter flüchtete auf einem Fahrrad. Dank seiner Beschreibung überwältigte die alarmierte Polizeistreife den Einbrecher kurze Zeit später und nahm ihn fest. „Sie sind ein Vorbild und geben Zuversicht, dass es Frauen und Männer gibt, die zupacken, Zivilcourage zeigen und sich für andere einsetzen. Wir brauchen aufmerksame und hilfsbereite Menschen wie Sie“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer bei der Verleihung der Medaille für Zivilcourage.

Hessische Medaille für Zivilcourage

Kurz vor Weihnachten 2016 kam Glorya Viktorya Rincker aus Frankfurt am Herborner Bahnhof einem Mädchen zur Hilfe, das von einem 17-Jährigen belästigt wurde. Die Jugendliche saß auf einer Bank und wartete auf den Zug in Richtung Wetzlar, als ein junger Mann sich neben sie auf die Bank setzte und provokant aus direkter Nähe auf ihren Körper starrte. Glorya Viktorya Rincker fiel das aufdringliche Verhalten des Jugendlichen und die ablehnende Haltung des Mädchens auf. Sie forderte ihn deutlich auf, die Belästigungen einzustellen. Daraufhin wurde die 24-Jährige von dem jungen Mann verbal angegangen, gewürgt und geschlagen.

„Sie haben nicht weggesehen, sondern sind eingeschritten.“  Staatsminister Axel Wintermeyer

Nachdem weitere Zeugen den Täter festhalten konnten, wurde dieser von der Polizei festgenommen. „Sie haben ein waches Gewissen, Mut und Tatkraft bewiesen. Sie haben nicht weggesehen, sondern sind eingeschritten und haben mit ihrem Handeln Courage und Verantwortungsbereitschaft gegenüber Hilfsbedürftigen gezeigt,“ lobte der Chef der Hessischen Staatskanzlei das entschlossene Handeln. „Ich freue mich, Ihnen als Anerkennung Ihrer Leistung die Hessische Medaille für Zivilcourage überreichen zu dürfen,“ so Staatsminister Axel Wintermeyer. ∆

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