Ein verhaftetes Enkelkind, eine Sohn oder Bruder der im Krankenhaus liegt, Verwandte denen Leid droht. Die Geschichten der Schockanrufe sind vielfältig und haarsträubend.

Allein am Donnerstag wurden der Wiesbadener Polizei bislang rund ein halbes Dutzend Schockanrufe mit perfiden Maschen bekannt und auch schon in den zurückliegenden Wochen haben die kriminellen Anrufer immer wieder versucht, ihre potenziellen Opfer durch eine geschickte und skrupellose Gesprächsführung in eine emotionale Extremsituation zu bringen. In den allermeisten Fällen scheiterten die Täter, in zwei kürzlich bekanntgewordenen Fällen kam es jedoch zu einer Übergabe von Bargeld oder Schmuckstücken.

Sie arbeiten häufig zu zweit

Meist wird durch die Täter zunächst dargestellt, dass ein Familienmitglied der angerufenen Person einen schweren Verkehrsunfall mit Verletzten oder gar Toten verursacht habe. Anschließend geben sie den Angerufenen zu verstehen, dass nur die Zahlung einer Kaution ihre Angehörige oder ihren Angehörigen wieder auf freien Fuß bringen könne. Die Betrüger arbeiten oft zu zweit, so dass sich eine Stimme als in Not befindliches Familienmitglied ausgibt und eine andere, meist männliche, Stimme dann den Part eines angeblichen Polizisten oder Anwalts übernimmt.

5000 Euro erbeutet

Mit diesem Vorgehen erbeuteten die Betrüger bereits Ende vergangener Woche mehrere Tausend Euro Bargeld von einem Wiesbadener Senioren und nun, knapp eine Woche später, Schmuck sowie Bargeld einer Seniorin aus Biebrich. Diese wurde am Donnerstagmittag von den Kriminellen angerufen und in dem Telefonat durch die haarsträubende Geschichte dermaßen verängstigt, dass sie nachmittags die Kaution im Gesamtwert von über 5000 Euro an eine unbekannte Abholerin übergab. Die Täter beabsichtigen ihre potentiellen Opfer derart unter Handlungsdruck zu setzen, dass sie die Situation nicht mehr rational betrachten und sich zu schnellen Geldzahlungen verleiten lassen.

Immer misstrauisch bleiben

Bei Geldforderungen am Telefon sollten Sie – unabhängig vom Anlass – stets misstrauisch sein. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Halten Sie Rücksprache mit den Personen oder Stellen, um die es angeblich geht, über die Ihnen bekannten bzw. im Telefonbuch verzeichneten Telefonnummern oder kontaktieren Sie direkt die Polizei. Jüngeren Menschen empfehlen wir, sich mit ihren Eltern und Großeltern über diese perfiden Taten auszutauschen und damit für die notwendige Sensibilität zu sorgen. In jedem Fall können Sie sich sicher sein, dass die Polizei oder aber die Staatsanwaltschaft am Telefon niemals Ihre Vermögenswerte erfragen oder Geld bei Ihnen Zuhause abholen wird.

Foto: ©2018 Polizei Beratung / Bankenverband

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Eine offizielle Internetseite der Polizei Hessen mit Betrugsmaschen finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

 

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