IHK Wiesbaden zeigt, wie Nachhaltigkeitsberichterstattung ohne großen Aufwand gelingen kann. Großes Interesse bei Unternehmen.
Nachhaltigkeitsberichterstattung ist längst kein Thema mehr nur für Konzerne. Auch kleine und mittlere Unternehmen geraten zunehmend in den Fokus von Banken, Versicherern und Geschäftspartnern, wenn es um transparente Angaben zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung geht. Wie Betriebe diesen Einstieg meistern können, zeigte jetzt eine Roadshow in der IHK Wiesbaden, an der rund 70 Unternehmen aus Hessen teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die kostenfreie Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), die Unternehmen Schritt für Schritt durch den Berichtsprozess führt.
Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor
Zum Auftakt machte IHK-Vizepräsident Paul Herwarth von Bittenfeld deutlich, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung weit mehr sei als eine gesetzliche Pflicht. „Beim Nachhaltigkeitsreporting geht es nicht um Regulierung, sondern darum, wie wir unsere Unternehmen langfristig erfolgreich aufstellen und zukunftsfähig machen möchten.“ Kunden, Banken, Versicherungen und potenzielle Beschäftigte erwarteten heute deutlich mehr Transparenz als noch vor wenigen Jahren.
Dass es dabei nicht sofort den perfekten Nachhaltigkeitsbericht braucht, unterstrich Dennis Pütz von der Pütz GmbH + Co. Folien KG. „Nicht jeder Mittelständler braucht morgen einen Hochglanz-ESG-Report. Aber jedes KMU braucht in den nächsten Jahren eine klare, glaubwürdige Geschichte mit Zahlen dahinter“, sagte er.
Praktische Hilfe statt Bürokratie
Genau hier setzt die neue DNK-Plattform an. Sie richtet sich sowohl an berichtspflichtige Unternehmen als auch an Betriebe, die freiwillig nach dem neuen VSME-Standard berichten möchten. Das digitale Angebot ist kostenlos, modular aufgebaut und soll den Einstieg erleichtern. Experten zeigten zudem, wie Unternehmen vorhandene Daten zu Energieverbrauch, Lieferketten oder Arbeitsabläufen sinnvoll nutzen können, anstatt Berichterstattung als zusätzliche Belastung zu verstehen.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele Unternehmen heute mit unterschiedlichen Fragebögen und Anforderungen verschiedener Partner konfrontiert sind. Der freiwillige VSME-Standard soll künftig für mehr Einheitlichkeit sorgen und eine gemeinsame Sprache schaffen. Workshops rundeten den Praxistag ab und vermittelten den Teilnehmenden konkrete Hilfestellungen bis hin zum DNK-Signet, das nach einem unabhängigen Plausibilitätscheck vergeben wird.
Die Veranstaltung machte damit vor allem eines deutlich: Nachhaltigkeitsberichterstattung muss nicht mit Perfektion beginnen. Oft genügt der erste strukturierte Blick auf vorhandene Daten – daraus kann Schritt für Schritt ein Instrument entstehen, das Vertrauen schafft und Unternehmen strategisch weiterbringt.
Foto – Die DNK-Roadshow Frankfurt Wiesbaden informiert Unternehmen darüber, wie sie Nachhaltigkeitsberichte erstellen und dafür die kostenlose DNK-Plattform nutzen können. ©2026 Paul Müller
Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier.
Mehr von der IHK Wiesbaden hier.



Werde jetzt Leserreporter bei Wiesbaden lebt!
Nächste Leseparty in der Villa Clementine: Lesen statt Tanzen
Schwalbacher Straße: Verkehr wechselt zurück auf die Westseite
Caligari zeigt „Das Flüstern der Wälder“
Äpplerfest feiert Premiere auf dem Mauritiusplatz
Barley diskutiert in Wiesbaden über Staat und Demokratie 