ESWE BioEnergie beut einen Großbatteriespeicher. Die Anlage soll Strom zwischenspeichern, Schwankungen ausgleichen und Lastspitzen abfedern.
Mit dem Spatenstich am 10. September beginnt für Wiesbadens Energieversorgung ein neues Kapitel: Bis Anfang kommenden Jahres soll auf dem Gelände von ESWE BioEnergie ein Großbatteriespeicher entstehen. Der Standort liegt gleich neben dem Biomasseheizkraftwerk und damit dort, wo bereits Energie erzeugt wird. So soll der neue Lithium-Ionen-Speicher unmittelbar dort soll Strom aufnehmen, wo er entsteht: vorausgesetzt, ausreichend Energie ist verfügbar. Sobald mehr Strom als erzeigt gebraucht wird, kann dieser wieder ins System abgeben werden, – und damit auch Schwankungen im Stromnetz ausgleichen.
Energie zu erzeugen und flexibel speichern
Geplant sind eine nutzbare Leistung von elf Megawatt und eine Kapazität von 30 Megawattstunden. ESWE BioEnergie verbindet damit Stromerzeugung und Speicherung an einem bestehenden Energiestandort. In unmittelbarer Nähe befinden sich außerdem das Biomasseheizkraftwerk und das Müllheizkraftwerk. „Energiewende bedeutet nicht nur, erneuerbare Energie zu erzeugen, sondern auch, sie flexibel speichern und nutzen zu können“, sagt Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG. Speicher schafften die nötige Flexibilität und stärkten ein stabiles Energiesystem.
Bestehende Infrastruktur wird genutzt
Für ESWE liegt ein Vorteil des Projekts in der vorhandenen Infrastruktur. Biogene Brennstoffe, Wärme- und Stromerzeugung sowie die neue Stromspeicherung rücken räumlich zusammen. Vorstandsvorsitzender Höhler sieht darin ein Beispiel dafür, wie bestehende Anlagen für die Energiewende erweitert werden können.
Auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende verbindet mit dem Projekt mehr als zusätzliche Technik. „Die Energiewende ist dann erfolgreich, wenn sie nicht nur mehr erneuerbare Energie hervorbringt, sondern zugleich für eine sichere und verlässliche Versorgung sorgt“, sagte er beim Spatenstich.
Weitere Speicher dürften folgen
Gebaut wird die Anlage von ESWE BioEnergie, an der ESWE Versorgung 90 Prozent hält. Weitere Gesellschafter sind MBA Wiesbaden und Knettenbrech + Gurdulic. Als Projektpartner wirken der Speicheranbieter Intilion und S&V Bau mit.
Mit einem einzelnen Batteriespeicher ist der Umbau allerdings nicht abgeschlossen. ESWE rechnet langfristig mit weiteren Speicher- und Flexibilitätslösungen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Höhler sieht das Projekt deshalb auch als möglichen „Impuls für weitere Projekte“.
Symbolbild – Spatenstich für sichere Energieversorgung (v. l.): Markus Lenhart (Geschäftsführer S&V Bau), Jan Schlauer (Geschäftsführer ESWE BioEnergie), Andrej Hert (Sachgebietsleitung ESWE Planung), Jörg Höhler (Vorstandsvorsitzender ESWE Versorgung), OB Gert-Uwe Mende, Rafael Kierek (Geschäftsführer ESWE BioEnergie), Dr. Oliver Malerius (Vorstand ESWE Versorgung), Dennis Schweikert (Betriebsleiter ESWE BioEnergie) und Carl Zöllner (Intilion GmbH) ©2026 Paul Müller
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