Wälder, der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie, das Rheinufer von Biebrich bis Schierstein und sportliche Aktivitäten locken und raus in den Goldenen Oktober.

Das Sonnenlicht kommt uns im Herbst häufig besonders weich und warm vor und seit ewigen Zeiten hat in Deutschland die Bezeichnung Goldener Oktober Tradition. Nicht das er uns die letzten Tage verwöhnt hat, er wird uns auch nich bis zum Wochenende erhalten bleiben. Aber warum sieht man den Herbstmonat in einem so besonderen Licht? 

„Im Herbst steht die Sonne niedriger am Himmel und das Licht strahlt in einem flacheren Winkel auf die Erde als noch im Sommer. Dadurch verändert sich auch dessen Brechung.

Matthias Habel, Meteorologe

Als Goldener Oktober wird die sonnige und milde Wetterperiode im zweiten Monatsdrittel genannt. Für die ‚Vergoldung‘ ist der Sonnenstand ganz entscheidend, erklärt Meteorloge Matthias Habel. Vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang erscheint der Himmel in einer besonders satten goldenen oder rötlichen Färbung. Bevor der Mensch das Licht wahrnehmen, hat es zu diesen Tageszeiten schon einen langen Weg durch die Atmosphäre zurückgelegt. Auf dieser Reise trifft es auf viele Staub- und Wasserpartikel, an denen es sich bricht. Langwelliges rotes und orangefarbenes Licht wird dabei weniger stark gestreut als das kurzwellige blaue Licht der Sonnenstrahlen. Die ‚kalten‘ Anteile des Lichts sind daher am Ende des Weges eines Sonnenstrahls – also im Auge des Betrachters – weitgehend herausgefiltert. Übrig bleiben nur die warmen Rottöne. Sie lassen die herbstliche Landschaft dann so warm und golden erscheinen und durch den Brechungsprozess an den Staub- und Wasserpartikel verliert das Sonnenlicht zudem an Intensität. Es wird diffuser und lässt so den für den Herbst typischen zauberhaften Weichzeichnungs-Effekt entstehen. 

Herbstlich leuchtet die Flamme vom
ländlich geselligen Herde,
Knistert und glänzet, wie rasch!
sausend vom Reisig empor …

Johann Wolfgang von Goethe

Während des Oktobers setzt zudem die Laubfärbung der Bäume und Pflanzen ein. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnen sie, das für das Blattgrün verantwortliche Chlorophyll abzubauen. Die Photosynthese wird zurückgefahren. Während des Chlorophyll-Abbaus kommen andere Farbpigmente der Blätter zum Vorschein wie das gelbe Karotin oder das rote Anthocyan – die bunte Färbung entsteht. Scheint die im Vergleich zum Sommer tiefer stehende Sonne in die bunt gefärbte Blätterpracht, dann entfaltet sich das „goldene“ Naturschauspiel in seiner ganzen Pracht. Gelb und rot gefärbte Wälder reflektieren das Licht, wodurch der Farbeindruck intensiviert wird.

Es regnet Blätter auf die dunkle Strasse,
fliegend füllen sie die Luft.
Sie drehen sich wirbeln durch den Himmel,
kreisen, zirkeln, schweben,
im Spiel so ganz für sich wetteifern sie mit der Zeit die ihnen bleibt
bis zum sanften Sterben.

Monika Minder

Der goldene Oktober bietet wieder eine gute Gelegenheit, mit dem Fotoapparat oder mit Staffelei und Pinsel rauszugehen um tolle Motive einzufangen. Wir zeigen Sie. Schicken Sie Ihr Motiv einfach an redaktion@wiesbaden-lebnt.de.

Weitere Wetternachrichten lesen Sie hier.

Wer für die nächste Reise das passende Wetter sucht, kann sich auf www.wetteronline.de darüber beraten lassen, ;-).

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