Mit „Footloose“ setzt das Staatstheater zum Saisonstart auf einen Stoff, dessen Neonfarben und Pop-Hymnen nostalgisch wirken.
Wenn eine Kleinstadt das Tanzen verbietet, wird aus Bewegung schnell eine Frage der Freiheit. Genau davon erzählt „Footloose“, jener Musical-Klassiker, der seit den Achtzigerjahren Pop, Rebellion und große Gefühle miteinander verbindet. Das Junge Staatsmusical am Staatstheater Wiesbaden holt den Stoff nun ins Kleine Haus. Premiere ist am Freitag, 18. September, um 19.30 Uhr.
Staatstheater Wiesbaden, kurz gefasst
Musical – Premiere Footloose
Kosten: ab 24 Euro
Wann: Freitag, 18. September 2026, 19:30 Uhr
Wo: Kurhaus Wiesbaden, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden
Weitere Termine: Sa, 19.09.2026, 19.30 Uhr | So, 27.09.2026, 18 Uhr | Fr, 16.10.2026, 19.30 Uhr | So, 25.10.2026, 18 Uhr
Tanzen gegen die Enge
Im Zentrum steht Ren McCormack. Der Teenager zieht mit seiner Mutter nach Bomont und trifft dort auf eine Welt, die ihm fremd sein muss: Reverend Shaw Moore hat Rockmusik, Tanz und Alkohol verboten. Hinter der strengen Ordnung steckt Trauer. Moores Sohn starb nach einer Party bei einem Autounfall. Aus dem Verlust entstand ein Regelwerk, das inzwischen eine ganze Generation einengt.
Ren akzeptiert diese Grenzen nicht. Er begeistert die Jugendlichen für seinen Widerstand und verliebt sich ausgerechnet in Ariel, die rebellische Tochter des Reverends. Damit erzählt „Footloose“ mehr als eine nostalgische Teenagergeschichte. Das Musical fragt, wie lange Angst das Leben bestimmen darf – und wann junge Menschen das Recht beanspruchen, ihre eigenen Antworten zu finden.
Der Stoff besitzt einen realen Kern. Als Vorbild gilt Elmore City in Oklahoma, wo lange ein Tanzverbot galt, bis Jugendliche dagegen aufbegehrten. Die Musicalfassung des Kinofilms kam 1998 an den Broadway und lief dort mehr als 700 Mal. Schon der Film hatte Musikgeschichte geschrieben: Kenny Loggins und Dean Pitchford erhielten 1985 Oscar-Nominierungen.
Hits, die längst ein Eigenleben führen
Auf der Bühne lebt „Footloose“ nicht zuletzt von seinem Soundtrack. Songs wie „Holding Out for a Hero“, „Almost Paradise“, „Let’s Hear It for the Boy“ und der Titelsong tragen die Achtziger unmittelbar ins Theater. Das junge Ensemble verbindet sie mit großen Tanznummern. Iris Limbarth inszeniert und choreografiert, Frank Bangert übernimmt die musikalische Leitung.
Für Limbarth markiert die Produktion ihre 26. Spielzeit an der Spitze des Jungen Staatsmusicals. Schon seit 1994 prägte sie dessen Choreografien, im Jahr 2000 übernahm sie die Leitung. 2019 ehrte Wiesbaden sie mit der Wiesbadener Lilie, 2022 erhielt sie den Deutschen Musical Theater Preis.
Wer selbst Teil des Ensembles werden möchte, kann sich den 28. und 29. November vormerken: Dann findet das nächste Casting statt. Zugleich bleiben ältere Produktionen im Spielplan. „Jekyll and Hyde“ läuft am 13. September und 3. Oktober, „Fack ju Göhte“ am 10. und 18. Oktober, „Alice by Heart“ am 29. Oktober.
Foto – Footloose ©2026 KI-generiert
Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier
Mehr vom Hessischen Staatsthater.



Werde jetzt Leserreporter bei Wiesbaden lebt!
Nächste Leseparty in der Villa Clementine: Lesen statt Tanzen
Schwalbacher Straße: Verkehr wechselt zurück auf die Westseite
Caligari zeigt „Das Flüstern der Wälder“
Äpplerfest feiert Premiere auf dem Mauritiusplatz
Barley diskutiert in Wiesbaden über Staat und Demokratie 